Zum Inhalt
Der Nervenarzt

Geschlechtersensitivität in Psychiatrie und Psychotherapie

Erschienen in:

Auszug

Geschlechtersensitive Psychiatrie und Psychotherapie gewinnen derzeit international an Bedeutung, auch wenn dies nach wie vor schleppend und verzögert erfolgt, denn zahlreiche Beiträge haben auf die Bedeutung des Faktors Geschlecht bereits vor Jahren hingewiesen [13]. Sex und Gender beeinflussen die individuelle Persönlichkeit massiv und lebenslang, entsprechend auch die psychische Gesundheit und die Art und das Auftreten von Erkrankungen. Geschlechtseinflüsse auf Vulnerabilität, Symptompräsentation, Krankheitsverlauf und Behandlungsansprechen oder -verlauf sind bei nahezu allen psychischen Störungen sichtbar, werden in Forschung und Leitlinien jedoch noch immer unzureichend berücksichtigt. Diesbezüglich hat die Arbeitsgruppe „Geschlecht und psychische Gesundheit“ im Deutschen Zentrum für Psychische Gesundheit (DZPG) drei Fragen erarbeitet, die als Empfehlung angesehen werden können (https://osf.io/ec9hs):
1.
Welchem Geschlecht fühlen Sie sich zugehörig? (Mehrfachnennung möglich)
  • Frau | Mann | Inter* | Nichtbinär | Trans* | Bevorzugte Selbstbezeichnung: … | Ich möchte keine Angabe machen
 
2.
Welches Geschlecht wurde bei Ihrer Geburt in Ihre Geburtsurkunde eingetragen?
  • Weiblich | Männlich | Divers (Intersex) | Kein Eintrag | Ich möchte keine Angabe machen
 
3.
Haben Sie einen natürlichen Menstruationszyklus? (Filterfrage, nur für Personen, die NICHT männlich bei Frage 2 angegeben haben)
  • Ja | Nein, weil ich hormonelle Verhütungsmittel nutze | Nein, weil ich schwanger bin, vor kurzem war, stille | Nein, weil ich in den Wechseljahren/der Menopause bin/war | Nein, weil: … | Ich möchte keine Angabe machen
 
Titel
Geschlechtersensitivität in Psychiatrie und Psychotherapie
Verfasst von
Prof. Dr. Birgit Derntl
Prof. Dr. Ute Habel
Publikationsdatum
01.01.2026
Verlag
Springer Medizin
Erschienen in
Der Nervenarzt / Ausgabe 1/2026
Print ISSN: 0028-2804
Elektronische ISSN: 1433-0407
DOI
https://doi.org/10.1007/s00115-025-01935-2
Dieser Inhalt ist nur sichtbar, wenn du eingeloggt bist und die entsprechende Berechtigung hast.

Neu in den Fachgebieten Neurologie und Psychiatrie

DOAK-Spiegel bei Elektiveingriffen nur selten erhöht

8% der Personen mit DOAK-Therapie haben noch erhöhte Blutwerte der Substanzen, wenn sie sich einer elektiven Operation unterziehen. Besonders häufig sind Ausreißer unter Apixaban. Auf den intraoperativen Blutverlust hatten sie in einer Analyse jedoch keinen Einfluss.

Warum suizidgefährdete Ärztinnen und Ärzte keine Hilfe suchen

Gedanken an eine Selbsttötung gehen Ärztinnen und Ärzten vergleichsweise häufig durch den Kopf. Hilfe wäre möglich, wird aber selten gesucht. Warum eigentlich?

Elektronische Heilberufsausweise: Kartenaustausch jetzt beauftragen

Ärzte und Psychotherapeuten mit einem neuen Heilberufsausweis der Generation 2.1 müssen diesen jetzt mitunter nochmals tauschen. Die KBV appelliert an die Betroffenen, der Aufforderung ihres Anbieters nachzukommen und umgehend eine Austauschkarte zu beantragen.

Symptompersistenz bei CED als Folge komplexer Darm-Hirn-Interaktionen

Viele von chronisch entzündlichen Darmerkrankungen (CED) Betroffene leiden auch noch im Zustand der Remission unter persistierenden Symptomen. Diese zeigen oft große Ähnlichkeit zu funktionellen Syndromen wie dem Reizdarmsyndrom oder chronischen Schmerzsyndromen und scheinen weitgehend unabhängig von der inflammatorischen Aktivität zu entstehen.

Bildnachweise
Blutabnahme /© Chutipon / Stock.adobe.com (Symbolbild mit Fotomodell), Junge Frau in Krankenhaus-Kleidung/© gpointstudio / Getty Images / iStock (Symbolbild mit Fotomodell), Frau mit Bauchschmerzen/© AndreyPopov / Getty Images / iStock (Symbolbild mit Fotomodell)