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Psychoanalytische Beiträge zur Psychotherapie im höheren Lebensalter

  • 24.09.2024
  • Psychotherapie
  • Schwerpunkt: Psychotherapie mit älteren Menschen – Übersichten
Erschienen in:

Zusammenfassung

Im vorliegenden Beitrag werden zentrale psychoanalytische Beiträge zur Psychotherapie im höheren Lebensalter zusammengefasst. Dem psychoanalytischen Entwicklungsmodell der zweiten Hälfte des Erwachsenenlebens zufolge stellen körperliche Alterungsprozesse den Organisator psychischer Entwicklung dar. Über den Körper als Konfliktpartner werden unbewusste Konflikte und abgewehrte Affekte ausgedrückt. Es wird dargelegt, inwiefern unbewusste Konflikte durch altersbedingte Veränderungen wiederbelebt werden. Aus der Theorie der sekundären Strukturdefizite, die von einer erhöhten strukturellen Vulnerabilität im höheren Lebensalter ausgeht, resultiert eine besondere Eignung der strukturbezogenen und mentalisierungsbasierten Psychotherapie. Es wird auf die Herausforderungen im Umgang mit der umgekehrten Übertragung eingegangen, in der die Rolle des (Enkel‑)Kindes auf den*die Psychotherapeut*in übertragen wird. Da ältere Patient*innen häufiger von Einsamkeit betroffen sind, müssen Therapeut*innen sich stärker auf die Bindungsbedürfnisse einlassen und aktiv den Aufbau von Beziehungen und Aktivitäten unterstützen. Abschließend wird auf Dynamiken im Zuge der Beendigung der Therapie eingegangen.
Titel
Psychoanalytische Beiträge zur Psychotherapie im höheren Lebensalter
Verfasst von
Prof. Dr. Nils F. Töpfer
Publikationsdatum
24.09.2024
Verlag
Springer Medizin
Erschienen in
Die Psychotherapie / Ausgabe 6/2024
Print ISSN: 2731-7161
Elektronische ISSN: 2731-717X
DOI
https://doi.org/10.1007/s00278-024-00748-z
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