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Störungsspezifische Psychotherapie der Depression

  • 18.10.2025
  • Psychotherapie
  • Schwerpunkt: Störungsspezifische Psychotherapie – Übersichten
Erschienen in:

Zusammenfassung

Depressive Störungen zählen weltweit zu den häufigsten und schwerwiegendsten psychischen Erkrankungen. Trotz unveränderter Prävalenz nimmt die Inanspruchnahme therapeutischer Leistungen, insbesondere bei jungen Erwachsenen und sozioökonomisch Benachteiligten, kontinuierlich zu. Dies ist positiv zu bewerten, stellt aber das Gesundheitssystem vor erhebliche Herausforderungen. Die Nationale VersorgungsLeitlinie (NVL) Unipolare Depression empfiehlt Psychotherapie als zentrale Behandlungsmaßnahme. Bei leichten Depressionen werden niedrigintensive Interventionen wie Psychoedukation oder Online-Programme empfohlen. Bei mittelgradigen Episoden gelten Psychotherapie und Pharmakotherapie als gleichwertig; bei schweren Episoden wird zu einer Kombination beider geraten. Bei der chronischen Depression wird ebenfalls eine Kombination aus Psychotherapie und Antidepressiva wirksamer als eine Monotherapie angesehen. Die Interpersonelle Therapie (IPT) für akute sowie das Cognitive Behavioral Analysis System of Psychotherapy (CBASP) für chronische Depressionen sind störungsspezifische Methoden mit moderater Wirksamkeit, insbesondere in Kombination mit medikamentöser Behandlung. Im Folgenden werden zusätzlich modulare Psychotherapieansätze, die flexibel und individuell auf Symptome sowie zugrunde liegende Prozesse abgestimmt sind, vorgestellt. Zentral sind jedoch Versorgungslücken und lange Wartezeiten, die die praktische Umsetzung erschweren, weshalb innovative Modelle an Bedeutung gewinnen. Digitale Anwendungen und künstliche Intelligenz (KI) bieten vielversprechendes Potenzial für eine personalisierte Therapieunterstützung. Die Entwicklung kontrollierter digitaler Angebote ist essenziell, um die Qualität und Wirksamkeit sicherzustellen sowie eine verlässliche Orientierung zu bieten.
Titel
Störungsspezifische Psychotherapie der Depression
Verfasst von
Prof. Dr. Stephan Köhler, MBA
PD Dr. rer. nat. Anne Guhn
Publikationsdatum
18.10.2025
Verlag
Springer Medizin
Erschienen in
Die Psychotherapie / Ausgabe 1/2026
Print ISSN: 2731-7161
Elektronische ISSN: 2731-717X
DOI
https://doi.org/10.1007/s00278-025-00809-x
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