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01.09.2009 | Originalien | Ausgabe 9/2009

Monatsschrift Kinderheilkunde 9/2009

Pulsoxymetriescreening kann die diagnostische Lücke bei kritischen angeborenen Herzfehlern verkleinern

Erste Ergebnisse einer prospektiven multizentrischen Feldstudie in Sachsen

Zeitschrift:
Monatsschrift Kinderheilkunde > Ausgabe 9/2009
Autoren:
Dr. F.T. Riede, I. Dähnert, C. Woerner, A. Möckel, N. Lorenz, M. Kabus, M. Kostelka, P. Schneider
Wichtige Hinweise
Zusatzmaterial online: Zu diesem Beitrag sind unter 10.​1007/​s00112-009-1994-x für autorisierte Leser zusätzliche Dateien abrufbar.

Zusammenfassung

Hintergrund

Neugeborene (NG) mit kritischen angeborenen Herzfehlern (kAHF) können postnatal für eine kurze Zeit klinisch unauffällig sein, so dass eine diagnostische Lücke entsteht. In einigen Studien an einzelnen Zentren wurde das Pulsoxymetriescreening (POS) als effektives, nichtinvasives, kostengünstiges Verfahren vorgeschlagen, das eine frühere Diagnose von kAHF ermöglicht.

Ziel der Studie

Die Hypothese zu überprüfen, dass das POS die diagnostische Lücke bei kAHF auch bei Anwendung in der täglichen klinischen Routine in Einrichtungen der Tertiär-, Sekundär- und Primärversorgung verkleinern kann.

Methodik

Prospektive multizentrische Studie in Sachsen. Das POS wurde bei gesunden NG im Alter von 24 bis 72 h durchgeführt. NG mit pränataler Diagnose oder postnatalen klinischen Zeichen eines kAHF wurden ausgeschlossen. Eine Sauerstoffsättigung (SpO2) von ≥96% am Fuß wurde als normal definiert. Bei einer SpO2 von ≤95%, die nach einer Stunde bestätigt wurde, erfolgten eine eingehende klinische Untersuchung und eine Echokardiographie.

Ergebnisse

Im Zeitraum von Juli 2006 bis Juni 2007 wurden 21.830 NG aus 31 Einrichtungen in die Studie eingeschlossen. Insgesamt 33 Kinder wurden wegen pränataler Diagnose (n=22) oder klinischer Zeichen eines kAHF (n=11) vor dem POS ausgeschlossen und 506 NG erhielten kein Screening, meist aufgrund einer ambulanten Geburt (n=438; 87%). Das POS wurde bei 21.324 NG durchgeführt. Es war richtig-positiv bei 7, falsch-positiv bei 18 (gesund n=6, Sepsis n=2, PPHN n=10), richtig-negativ bei 21.296 und falsch-negativ bei 3 Kindern. Hieraus errechnen sich eine Sensitivität von 70%, eine Spezifität von 99,92%, ein positiver prädiktiver Wert von 28,0% und ein negativer prädiktiver Wert von 99,99%.

Schlussfolgerung

Das POS kann die postnatale diagnostische Lücke bei Neugeborenen mit kAHF verkleinern. Auch Kinder mit Sepsis oder persistierender pulmonaler Hypertension (PPHN) können durch das POS auffallen. Falsch-positive Ergebnisse, die zu unnötigen Untersuchungen bei gesunden NG führen, sind ausgesprochen selten. Das POS sollte, wie dies in der Schweiz bereits geschehen ist, in die Routineversorgung von NG integriert werden.

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Zusatzmaterial
Liste der an der Studie beteiligten geburtshilflichen und neonatologischen Einrichtungen (PDF 30 KB)
112_2009_1994_MO1_ESM.pdf
Literatur
Über diesen Artikel

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