Retrospektive, monozentrische Analyse des Managements schwerer Arzneimittelreaktionen
- 15.03.2018
- Pustulöse Erkrankungen
- Original
- Verfasst von
- Jonas Ali
- Bernadette Schoch
- Gwendolyn Glatthaar
- Jörg Fischer
- PD Dr. Amir S. Yazdi
- Erschienen in
- Allergo Journal | Ausgabe 2/2018
Zusammenfassung
Hintergrund
Neben den klassischen, häufig vorkommenden Arzneimittelexanthemen gehen die seltenen, schweren Arzneireaktionen wie die AGEP (akute generalisierte exanthematische Pustulose), das EEM (Erythema exsudativum multiforme), das SJS (Stevens-Johnson-Syndrom), die TEN (Lyell-Syndrom, toxisch epidermaler Nekrolyse) oder das DRESS-Syndrom („drug reaction with eosinophilia and systemic symptoms syndrome“) mit einer erhöhten Mortalität einher. Weder die Akuttherapie noch die weiterführende allergologische Diagnostik zur Vermeidung einer Re-Exposition und Einschränkung der aufgrund des Ereignisses gesperrten Substanzen sind standardisiert.
Material und Methoden
In einer monozentrischen, retrospektiven Studie über einen Zeitraum von zehn Jahren wurde das Management schwerer Arzneimittelreaktionen untersucht.
Ergebnisse
Die TEN (43,5 %) und das EEM (29,0 %) waren die beiden häufigsten Subtypen schwerer Arzneimittelreaktionen, während die AGEP (3,2 %), das SJS (6,5 %) und das DRESS-Syndrom (17,7 %) seltener auftraten. Die Akuttherapie der 62 Patienten mit schwerer Arzneimittelreaktion erfolgte meist durch systemische Glukokortikoide (58,1 %) oder als Kombinationstherapie aus Glukokortikoiden und intravenösen Immunglobulinen, kurz IVIG, (41,9 %), die meist den schweren klinischen Verläufen zugeordnet werden konnte. Die häufigsten vermuteten Auslöser waren Betalaktamantibiotika (28,8 %), gefolgt von Metamizol (19,4 %) und Sulfonamid-Antibiotika (17,7 %).
Schlussfolgerung
Zur Systemtherapie des SJS/TEN gibt es aufgrund der Seltenheit und der Heterogenität des Patientenkollektivs wenig aussagekräftige Daten. Ein eindeutiger Nutzen bleibt damit weiterhin unklar. Die allergologische Diagnostik schwerer Arzneimittelreaktionen ist komplex, kann aber in vielen Fällen zu entscheidenden Erkenntnisgewinnen führen und sollte durchgeführt werden.
Anzeige
- Titel
- Retrospektive, monozentrische Analyse des Managements schwerer Arzneimittelreaktionen
- Verfasst von
-
Jonas Ali
Bernadette Schoch
Gwendolyn Glatthaar
Jörg Fischer
PD Dr. Amir S. Yazdi
- Publikationsdatum
- 15.03.2018
- Verlag
- Springer Medizin
- Schlagwörter
-
Pustulöse Erkrankungen
Eosinophilie
Stevens-Johnson-Syndrom
Toxische epidermale Nekrolyse
Erythema exsudativum multiforme
Erythema exsudativum multiforme
Glucocorticoide
Innere Medizin
Allergologie in der HNO-Heilkunde
Allergien und Intoleranzreaktionen
Allergische Erkrankungen in der Hausarztpraxis - Erschienen in
-
Allergo Journal / Ausgabe 2/2018
Print ISSN: 0941-8849
Elektronische ISSN: 2195-6405 - DOI
- https://doi.org/10.1007/s15007-018-1555-5
Dieser Inhalt ist nur sichtbar, wenn du eingeloggt bist und die entsprechende Berechtigung hast.