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Die Urologie

Operative Techniken zur Verbesserung der Kontinenz nach laparoskopischer roboterassistierter Prostatektomie anhand von videoanatomischen Strukturen – eine Übersichtsarbeit

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Zusammenfassung

Hintergrund

Nachdem sich die roboterassistierte laparoskopische radikale Prostatektomie (RALP) im deutschsprachigen Raum weitgehend durchgesetzt hat, gilt es nun unter den vielfältig publizierten technischen Modifikationen, die wesentlichen Aspekte herauszuarbeiten und diese basierend auf der Videoanatomie der Prostata entsprechend darzustellen.

Material und Methoden

Basierend auf umfangreichem Videomaterial unterschiedlicher operationstechnischer Ansätze und entsprechendem Literaturstudium untersucht die Arbeit den aktuellen Stand chirurgischer Techniken der RALP, wobei Kontinenzerhalt und eine Minimierung positiver Operationsränder im Vordergrund stehen. Dies erfolgt auf der Basis anatomischer Grundlagen der Anatomie des männlichen Beckens unter Einhaltung einer allgemeingültigen Nomenklatur. Die Literaturrecherche in PubMed umfasste 3825 Publikationen, die entsprechend der Einschlusskriterien (randomisierte kontrollierte Studien, Metaanalysen, Übersichtsarbeiten und klinischen Studien) auf 604 reduziert werden konnten. Nach Eingrenzung auf die einzelnen Operationstechniken ergaben sich 27 relevante Artikel.

Ergebnisse

Entscheidende operationstechnische Details beinhalten den Erhalt der Levatorfaszie, des puboprostatischen Kragens, eines langen Harnröhrenstumpfs mit Schonung des urethralen Lissosphinkters sowie die posteriore Rekonstruktion des M. rectourethralis mit dem M. vesicoprostaticus. Beim Erhalt der Faszie des M. levator ani liegt die Kontinenzrate nach einem Jahr zwischen 78,0 und 98,3 %, nach Schonung des puboprostatischen Kragens und der Detrusorschürze (Apron) bei 95,6–100 %, bei maximalem Erhalt des Sphincter urethrae bei 90,5–97,5 %. Die posteriore Rekonstruktion führt nach 3 Monaten zu einer Kontinenz zwischen 92,3 und 96,9 %. Beim Erhalt des Retzius-Raums mit Schonung des anterioren Sphinkterapparats liegt die Kontinenzrate nach 1 Jahr bei 95,8 % bei allerdings einer höheren Rate positiver Ränder (14–42 % vs. 10–29 %).

Schlussfolgerungen

Die Kontinenzraten konnten basierend auf einem Erkenntnisgewinn und dessen entsprechender Umsetzung deutlich gesteigert werden. Hierbei erwiesen sich gewebeschonende Techniken, wie Erhalt der Levatorfaszie, des puboprostatischen Kragens, des urethralen Lissosphinkters, aber auch rekonstruktive Ansätze, wie die posteriore Rekonstruktion zwischen dem M. vesicoprostaticus und dem M. rectourethralis als bedeutsam. Andere anspruchsvolle Modifikationen, wie die Retzius-sparende Technik, weisen zwar eine geringere Inkontinenzrate auf, scheinen in Hinsicht auf die Tumorfreiheit aber weniger sicher zu sein.
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Hinweis des Verlags

Der Verlag bleibt in Hinblick auf geografische Zuordnungen und Gebietsbezeichnungen in veröffentlichten Karten und Institutsadressen neutral.

Einleitung

Als häufigster Tumor des Mannes ist die Relevanz des Prostatakarzinoms unbestreitbar. Heutzutage wird der Großteil der Tumoren aufgrund von Früherkennungskampagnen noch im lokal begrenzten Stadium entdeckt [1]. Die Therapieoptionen beruhen auf Stadium und Risikoprofil des Tumors. Bei lokal begrenztem Prostatakarzinom zählen zu diesen die aktive Überwachung, Strahlentherapie und radikale Prostatektomie [2, 3]. Entscheidend für die Therapiewahl sind jedoch auch die Nebenwirkungen der Therapie, wobei v. a. Inkontinenz und Impotenz im Vordergrund stehen [1, 2]. Durch Weiterentwicklung des operativen Vorgehens und Einführung minimalinvasiver Techniken, insbesondere der Roboterchirurgie, konnte die Nebenwirkungsrate deutlich gesenkt werden [4]. Erst kürzlich konnte die Überlegenheit der robotischen gegenüber der konventionell laparoskopischen radikalen Prostatektomie im Rahmen des LAP-01-Trials bezüglich der Kontinenz auch schon in der frühen Phase der Lernkurve belegt werden [5]. Außerdem führte der Einsatz der Videotechnik zu einem anatomischen Kenntnisgewinn, welcher für den Erfolg der Operation entscheidend ist [6, 7]. Hinzu kommen auch individuelle patientenspezifische Faktoren, wie Alter, Body Mass Index, Länge der membranösen Harnröhre oder auch die Lage des Tumors [8].
Da zahlreiche Modifikationen der Operationstechniken in der Literatur vorgestellt wurden, müssen diese basierend auf Langzeitergebnissen bewertet werden. Es gilt zu analysieren, welche Operationsschritte wirklich zu einer signifikanten Verbesserung des Operationsergebnis führen können.

Material und Methode

Literaturrecherche

Im Rahmen einer systematischen Suchstrategie in PubMed wurden mittels MeSH (medical subject headings) terms/ (continence) AND ((prostatectomy)) OR ((potency) AND ((prostatectomy)) 3825 Publikationen gefunden. Nach Anwendung der Einschlusskriterien (randomisierte kontrollierte Studien, Metaanalysen, Übersichtsarbeiten und klinische Studien) ergaben sich 604 Artikel. Die weitere Selektion mit folgenden Begriffen „muscle sparing“, „puboperinealis“, „rectourethralis“, „puborectalis“; „urethral support“, „detrusorraphy“; „Denonvillier’s fascia“, „Retizus-sparing“, „apical dissection“; „urethral sphincter“, „posterior reconstruction“, „puboprostatic ligament“ ergab 27 geeignete Artikel (Abb. 1). Bei der Analyse haben wir uns auf Kontinenz und positive Ränder konzentriert, da die Ursachen für die Impotenz multifaktoriell sein können. Allerdings müssen auch hinsichtlich der Kontinenz patientenspezifische Faktoren berücksichtigt werden [8].
Abb. 1
Flowchart der Literaturrecherche
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Beschreibung der Videoanatomie des kleinen Beckens

Zur Beschreibung der Videoanatomie wurden zu den selektierten Videos 3 Artikel inkludiert, welche zu verschiedenen Zeitpunkten die „Heilbronner Technik“ und deren Ergebnisse beschrieben [911]. Die Terminologie basierte auf der klassisch-anatomischen und der unter Operateuren gebräuchlichen Nomenklatur [9, 1228, Tab. 1].
Tab. 1
Zusammenfassung der unterschiedlichen Beschreibungen der im Rahmen der radikalen Prostatektomie relevanten anatomischen Strukturen
Anatomische Struktur (chirurgische Nomenklatur)
Anatomische Beschreibung (anatomische Nomenklatur; [13])
Eponymische Beschreibung
Andere Beschreibungen
Autoren
Pelvine Faszie [14]
Fascia pelvis parietalis [13]
Endopelvine Faszie [16]
Walsh [14]
Myers [15]
Stolzenburg [16]
Levatorfaszie [14]
Fascia levatoris [13]
Äußere Schicht der „Walsh’s lateral pelvic fascia“ [15]
Periprostatische Faszie [16]
Parapelvic fascia [17]
Walsh [14]
Myers [15]
Stolzenburg [16]
Graefen [17]
Prostatafaszie [14]
Fascia prostatica [13]
Innere Schicht der „Walsh’s lateral pelvic fascia“ [15]
Walsh [14]
Myers [15]
Posteriore viszerale Faszie [16]
Septum rectovesicale [13]
Denonvillers’sche Faszie [19]
Prostatoseminal vesicular fascia [18]
Walz [18]
Walsh [14]
Myers [15]
Denonvillers [19]
Gil-Vernet [20]
Puboprostatic Ligaments [14]
Ligamenta puboprostatica [13]
Pubovesical ligaments [15]
Walsh [14]
Myers [15]
Dorsal vein plexus [14, 15]
Plexus venosus dorsalis penis [13]
Santorini’s plexus [21]
Dorsal vascular complex
Walsh [14]
Myers [15]
Santorini [21]
Faszialer pelviner Sehnenbogen [18]
Arcus tendineus fasciae pelvis [13]
Puboprostatic collar [20]
Walz [18]
Takenada [22]
Anteriore viszerale fascia [18]
Fascia pelvis visceralis [13]
Anteriore periprostatische Faszie (über dem Detrusor Apron und McNeal’s anteriorem fibromuskulärem Stroma; [14])
Walz [18]
Walsh [14]
Myers [15]
McNeal [23]
Blasensphinkter [18]
M. sphincter vesicalis [13]
Glattmuskuläre Blasensphinkter [18]
Walz [18]
Rhabdosphinkter der Harnröhre [14, 15]
M. sphincter urethrae externus [13]
Quergestreifter hufeisenförmiger äußerer Harnröhrensphinkter
Walsh [14]
Myers [15]
Walz [18]
Lissosphinkter der Harnröhre [14, 15]
M. sphincter urethrae internus [13]
Glattmuskulärer innerer Harnröhrensphinkter
Walsh [14]
Myers [15]
Walz [18]
Mm. puboperineales [24]
M. levator urethrae (Hiatus urogenitalis) [13]
Quick-Stop-Muskel von Gosling [25]
Puboperinealis muscle [21]
Walz [18]
Dorschner [24]
Takenada [22]
Gosling [25]
Vesikoprostatischer Muskel [18, 24]
M. vesicoprostaticus [13]
Innere Schicht der Denonvillers’ Faszie [20]
Posterior longitudinal fascia
Walz [18]
Gil-Vernet [20]
Dorschner [24]
Takenada [22]
Posteriore Raphe [14, 15]
M. anoperinealis
Rectourethralis muscle [18, 24]
Walsh [14]
Myers [15]
Walz [18]
Dorschner [24]

Ergebnisse

Nomenklatur der Anatomie des Beckens

Eine exakte Nomenklatur der anatomischen Strukturen ist wichtig: Sie ermöglicht dem Chirurgen, seine Technik und die spezifische Operationssituation zu beschreiben und stellt die Basis für eine Reproduzierbarkeit der Technik unter Kollegen dar. Grundsätzlich kann eine chirurgische, anatomische und eponymische Terminologie unterschieden werden (Tab. 1). Die anatomischen Beschreibungen basieren auf dem Federative Committee on Anatomical Terminology aus dem Jahr 1998 [13]. Im Allgemeinen beschreiben Chirurgen ihre Technik mit einer „chirurgischen Terminologie“, wobei sie die lateinische klassisch-anatomische Nomenklatur übersetzen (z. B. endopelvine Faszie anstatt „fascia pelvis parietalis“). Eponymische Beschreibungen basieren meist auf dem Namen des Erstbeschreibers (z. B. Plexus Santorini). Häufig werden auch unterschiedliche Terminologen für die gleiche anatomische Struktur verwendet. Bestes Beispiel ist die „paraprostatische oder periprostatische Faszie“ anstatt der „Levatorfaszie“ oder „Fascia levatoris ani“ [16, 17].

Zusammenfassung der im Rahmen der radikalen Prostatektomie relevanten anatomischen Strukturen (Tab. 1; Abb. 2, 3 und 4)

Die Prostata ist zunächst von der Fascia pelvis parietalis („endopelvine Faszie“) nach ventral bedeckt [1416]. Lateral kann zwischen der Fascia levatoris („periprostatische Faszie“) und der Fascia prostatica (Prostatafaszie) unterschieden werden. Nach posterior bedeckt das Septum rectovesicale („Denonvilliers’sche Faszie“) Prostata und Samenblasen [18, 19]. Ventral ist die Prostata durch die Ligg. puboprostatica (puboprostatische Ligamente) aufgehängt [14, 15]. Zwischen diesen verläuft der dorsale Venenplexus („Plexus Santorini“; [14, 15, 21]). Nach lateral beidseits bildet der Arcus tendineus fasciae pelvis (puboprostatischer Kragen) die weitere ventrale Aufhängung der Harnröhre [13, 18, 22]. Ventral unterhalb des dorsalen Venenplexus existiert keine echte Prostatafaszie, sondern es verläuft dort das anteriore fibromuskuläre Stroma und die Detrusorschürze („Detrusor-Apron“) bedeckt von der Fascia pelvis visceralis [1315, 18, 23].
Abb. 2
Anatomie des Blasenhalses mit schematischer Darstellung des wichtigsten für die Kontinenz relevanten Strukturen. (Mod. nach Dorschner et al. 1994 [21])
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Abb. 3
Anatomische Details des Harnröhrensphinkterapparats und dessen neurovaskuläre Versorgung. (Mod. nach Katsimperis et al. 2023 [30])
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Abb. 4
Schonung der Levatorfaszie im Rahmen der interfaszialen Schonung des neurovaskulären Bündels: a Endoskopische Darstellung der Prostatakapsel und lateral die erhaltene Faszie des M. levator ani. b Schematische Darstellung der interfaszialen Präparation nach Eröffnen der endopelvinen Faszie. (Mod. nach Rassweiler et al. 2017 [12])
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Bezüglich des Sphinkterapparats muss primär zwischen dem glattmuskulären Blasensphinkter (M. sphincter vesicae) und dem Harnröhrensphinkter (M. sphincter urethrae) unterschieden werden [18]. Der Harnröhrensphinkter besteht aus einer inneren glattmuskulären Schicht (urethraler Lissosphinkter) und dem quergestreiften äußeren hufeisenförmigen urethraler Rhabdosphinkter [14, 15, 18]. Weitere wesentliche Bestandteile des Sphinkterapparats sind der dorsal des Blasenhalses gelegene glattmuskuläre M. vesicoprostaticus [18], die ventralen Ausläufer des M. levator ani in Form des quergestreiften M. puboperinealis [18, 21, 24] und der zwischen der membranösen Harnröhre und dem Rektum gelegene glattmuskuläre M. rectourethralis [18, 21].

Physiologie der Miktion und Kontinenz

Kontinenz und Miktion sind komplexe Prozesse, welche durch Interaktionen des sympathischen und parasympathischen Nervensystems gesteuert werden. Zu den am Blasenverschluss beteiligten Strukturen gehören der M. sphincter vesicalis, auch Blasensphinkter genannt [18], und der M. sphincter urethrae (Abb. 2 und 3), welche aus der glattmuskulären inneren Zone (Lissosphinkter) und dem quergestreiften äußeren hufeisenförmigen Rhabdosphinkter besteht. Der glattmuskuläre Blasensphinkter wird sympathisch innerviert und somit unwillkürlich kontrahiert, während der quergestreifte äußere Harnröhrensphinkter primär unter bewusster Kontrolle kontrahiert wird [18, 20, 23]. Der M. detrusor vesicae, welcher die dreischichtige Harnblasenmuskulatur darstellt, befindet sich während der Füllung der Blase im relaxierten Zustand und führt durch seine parasympathisch innervierte Kontraktion zur Miktion (Abb. 2).

Sind muskulofasziale Strukturen relevant für die Kontinenz?

Muskuläre aber auch bindegewebige Anteile des Beckenbodens spielen für die Kontinenz eine essentielle Rolle. Zum ventralen Suspensionsapparat zählen die Mm. pubovesicales, der Arcus tendineus fasciae pelvis und die Ligg. puboprostatica und pubovesicale (Abb. 2 und 3). Dorsal agieren die Mm. puboperineales und der M. rectourethralis als Teil des M. levator ani im Sinne eines urethralen Schlingenmechanismus [18, 21, 2432]. Unter der Detrusorschürze (Detrusor-Apron) versteht man die glattmuskuläre Extension der anterioren Blasenwand, die in direkter Verbindung mit dem Schambein steht und sich schürzenförmig um die Vorderfläche der Prostata windet [15, 3335].

Sind nervale Strukturen relevant für die Kontinenz?

Der Plexus hypogastricus inferior mit sympathischen Fasern aus Th11-L2 und parasympathischen Fasern aus S2–S4 zieht posterolateral entlang der Prostata und deszendiert in Richtung Urethra, bis er das Diaphragma urogenitale durchtritt und dorsal der A. dorsalis penis verläuft (Abb. 3). Operativ ist es von Bedeutung, dass diese Nerven unterhalb der endopelvinen Faszie und dann zwischen prostatischer und Denonvilliers’scher Faszie verlaufen, bevor sie die Prostata perforieren. [29, 30].
Der Erhalt der neurovaskulären Bündel wirkt sich postoperativ sowohl auf die erektile Funktion als auch die Kontinenz aus, welche auf die motorische Innervation des Sphincter urethrae durch Nervenabzweigungen vom N. dorsalis penis zurückzuführen ist [36]. Für die Schonung der Nn. erigentes eignen sich inter- bzw. intrafasziale chirurgische Techniken. Beim intrafaszialen Ansatz versucht man, unterhalb der inneren der zwei bisher beschriebenen nerventragenden Faszien und somit direkt über der Prostatakapsel zu operieren [35]. Der interfasziale Ansatz bezieht sich auf einen Zugang zwischen Prostata- und Levatorfaszie [10, 11].

Urethra mit Sphinkterapparat

Nach radikaler Prostatektomie retrahiert sich der pseudomembranöse Teil der Urethra, wodurch sowohl die Funktion des urethralen Sphinkters als auch der urethrale Verschlussdruck beeinträchtigt werden. Wichtig ist, dass der urethrale Sphinkterkomplex nicht nur aus dem inneren Blasensphinkter und dem äußeren Sphincter urethrae besteht, sondern dazu auch der pseudomembranöse Teil der Urethra und deren umgebende Strukturen (Diaphragma pelvicum) zählen (Abb. 3). Studien unter Einsatz der multiparametrischen Magnetresonanztomographie zeigen, dass die Länge des pelvinen Diaphragmas in Relation zur funktionellen Länge der Urethra steht, welche wiederum einen Einfluss auf die Sphinkterfunktion hat [3639].

Modifikationen der Operationstechniken

Die Daten zur Kontinenz sind in Tab. 2 zusammengefasst und werden entsprechend der spezifischen Technik dargestellt. Prinzipiell können ein extra- und transperitonaler Zugang zur Prostata unterschieden werden. Die Art des Zugangs hat allerdings keinen Einfluss auf die in der Literatur beschriebenen technischen Modifikationen. Hinzu kommt die Retzius-sparende Technik, die gesondert abgehandelt wird.
Tab. 2
Zusammenstellung der Kontinenzraten der unterschiedlichen Operationstechniken
Operationstechnik
Autoren
Kontinenzraten nach Zeitraum (%)
Kommentar
DK ex
1 Monat
3 Monate
1 Jahr
Erhalt der Faszie des M. levator ani
Kataoka et al. (2023) [31]
n.b.
44,6
75,5
78,0
Kontinenz ≤ 2g/h im Pad-Test
Laucirica et al. (2020) [40]
70,8
83,3
83,3
n.b.
Kontinenz = keine Vorlagen
Erhalt des Detrusor-Aprons
Kucuk et al. (2023) [44]
25,4
88,9
91,5
95,7
Kontinenz = keine Vorlagen
Shin et al. (2019) [54]
68,0
86,0
n.b.
100
Kontinenz = keine Vorlagen
Erhalt des puboprostatischen Kragens
Kang et al. (2022) [43]
49,2
73,3
86,8
100
Kontinenz = 1 Sicherheitsvorlage/d
20,6
33,3
67,2
83,0
Kontrolle mit vorderer Suspension
Schonung des Lissosphinkters der Harnröhre
Almeras et al. (2020) [34]
75,6
82,9
n.b.
97,5
Kontinenz = keine Vorlagen
Hoeh et al. (2023) [39]
n.b.
n.b.
n.b.
90,5
Kontinenz = 1 Sicherheitsvorlage/d
n.b.
n.b.
n.b.
63,2
Kontrolle
Schonung des Blasenhalses
Tunc et al. (2014) [48]
100
100
n.b.
n.b.
Kontinenz = 1 Sicherheitsvorlage/d
Kim et al. (2019) [49]
n.b.
n.b.
57,9
83,5
Metaanalyse (N = 1880)
n.b.
n.b.
31,8
71,2
Kontrollen (N = 727)
Retzius-sparende Technik
Yee et al. (2022) [54]
33,3
n.b.
79,2
95,8
Kontinenz = keine Vorlagen
0,0
n.b.
66,7
87,5
Kontrolle
Posteriore Rekonstruktion
Passos et al. (2021) [52]
n.b.
n.b.
96,9
n.b.
Kontinenz = 1 Sicherheitsvorlage/d
n.b.
n.b.
33,3
n.b.
Kontrolle
Anteriore und posteriore Rekonstruktion
Rinaldi et al. (2023) [51]
n.b.
33,8
81,0
86,3
Kontinenz = 1 Sicherheitsvorlage/d
19,4
54,3
64,7
Kontrolle (keine Rekonstruktion)
Puliatti et al. (2019) [52]
25,0
31,3
56,3
79,2
Kontinenz = 1 Sicherheitsvorlage/d
6,4
25,2
42,6
66,0
Kontrolle (nur posteriore Rekonstruktion)
n.b. nicht berichtet

Methodik zur Bestimmung der postoperativen Kontinenz

Entscheidend für die Beurteilung der unterschiedlichen Operationstechniken ist die jeweilige Methodik zu Bestimmung der postoperativen Kontinenz. Hierbei unterscheiden sich die jeweiligen Studien. Überwiegend wird die Kontinenz basierend auf Fragebögen evaluiert, wobei die Verwendung von keiner Vorlage (= 0 Pad) und die Verwendung einer Sicherheitsvorlage (= 0–1 Pad) häufig gleichgesetzt werden. Wir haben dies in der Tab. 2 entsprechend vermerkt. Eine weitere, etwas differenzierter Evaluierung stellt die Quantifizierung des Urinverlusts dar (Verlust in g/h). Bei der von Ates et al. [42] vorgeschlagenen Anwendung der ULR („urine loss ratio“), d. h. dem Gewicht des Urinverlusts im Pad geteilt durch das tägliche Miktionsvolumen, wird dies noch während des stationären Aufenthalts nach DK-Entfernung bestimmt. Hier zeigte sich bei einem ULR von < 0,05 eine Wahrscheinlichkeit von 89 %, dass dieser Patient in 3 Monaten kontinent (= 0–1 Sicherheitsvorlage) sein wird [42].

Erhalt des M. levator ani und dessen Faszie

Der M. puborectalis bildet zusammen mit dem M. pubococcygeus und dem M. iliococcygeus den M. levator ani (Abb. 3). Als M. puboperinealis bezeichnet man den anteromedialen Teil des M. pubococcygeus. Sowohl Kataoka et al. [31] als auch Laucirica et al. [40] beschreiben eine Technik, bei welcher der Erhalt des Levator ani essentiell ist. Kataoka et al. [31] erzielten Kontinenzraten von 78,0 % nach 12 Monaten, Laucirica et al. [40] sogar 98,3 % nach 12 Monaten. 8,3 % der Patienten zeigten positive chirurgische Ränder im Präparat.
Entscheidend für die Funktionalität des Sphinkterkomplexes ist der N. pudendus, welcher den Rhabdosphinkter innerviert [26], während der innere Sphinkter durch sympathische Fasern aus dem Plexus hypogastricus inferior versorgt wird. Hinzu kommen die cavernösen Nerven, welche klassischerweise aus dem neurovaskulären Bündel entspringen und als direkte Innervation der membranösen Urethra dienen [41]. Letztere repräsentieren die afferente bzw. sensible Versorgung der Urethra und spielen ebenso wie die motorische Versorgung eine wichtige Rolle bei der Kontinenz. Zur Schonung der intrapelvinen Äste des N. pudendus eignet sich v. a. die interfasziale Präparation der Prostata, da hierbei die Levatorfaszie erhalten wird und somit die darunterliegenden Äste unberührt bleiben (Abb. 4). Der Erhalt der Levatorfaszie wird auch unter der Schonung der endopelvinen Faszie subsummiert [38].
Nach interfaszialer Technik mit Erhalt der Levatorfaszie und des puboprostatischen Kragens und Schonung der Nn. erigentes erhielt man eine minimale URL von < 0,02 bei 92,3 % der Patienten mit einer Rate positiver Ränder bei Stadium < pT3 von 7 % (Abb. 5; Tab. 3), im Gegensatz zu nur 52,3 % mit alleiniger posteriorer Rekonstruktion [42].
Abb. 5
Vergleich der Kontinenzentwicklung nach roboterassistierter laparoskopischer radikaler Prostatektomie (RALP) mit Schonung der Levatorfaszie, Erhalt des puboprostatischen Kragens und urethralen Lissosphinkters sowie posteriorer Rekonstruktion (neue Technik) im Vergleich zur alten Technik
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Tab. 3
Einfluss von Erhalt der Levatorfaszie, des puboprostatischen Kragens und der posterioren Rekonstruktion (Rocco-Naht) auf die Frühkontinenz (gleicher Chirurg (J. R.), < 70 Jahre, pT2/3, bilaterales „nerve-sparing“)
Urine Loss-Ratio (ULR)
Ohne posteriore Rekonstruktion und Erhalt des puboprostatischen Kragens und Levatorfaszie (in %)
Mit posteriorer Rekonstruktion, ohne Erhalt des puboprostatischen Kragens und Levatorfaszie (in %)
Mit posteriorer Rekonstruktion und Erhalt des puboprostatischen Kragens und Levatorfaszie (in %)
< 0,02
55,2
52,3
92,3
< 0,05
22,7
18,2
7,7
< 0,11
9,4
18,2
< 0,16
6,4
9,1
Kontinent (0–1 Sicherheitsvorlage nach 3 Monaten)
77,9
70,5
100,0
ULR Urinverlust in Pads/tägliches Miktionsvolumen gemessen nach Entfernung des Dauerkatheters (nach Ates et al. [42])

Erhaltung des dorsalen Venenkomplexes (DVC) und des puboprostatischen Kragens

Der Santorini-Plexus oder dorsaler Venenkomplex (DVC) ist unterhalb der Symphyse verankert. Durch eine proximale Umstechung und Durchtrennung des DVC am basalen Ende der Prostata mit Präparation in Richtung des Apex kann man die puboprostatischen Ligamente mit dem umgebenden fibromuskulären Gewebe weitgehend schonen (Abb. 6). Da dies einem Hemdkragen ähnelt, wird es auch als puboprostatischer Kragen bezeichnet [22].
Abb. 6
Erhalt des puboprostatischen Kragens mit proximaler Durchtrennung des dorsalen Venenplexus und nur partieller Inzision der Ligg. puboprostatica: a Endoskopisches Bild nach proximaler Umstechung des dorsalen Venenplexus nahe des Blasenhalses. b Schematische Darstellung des Erhalts der Anteile des ventralen Sphinkterapparats. (Mod. nach Rassweiler et al. 2017 [12])
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Auch im Zuge einer modifizierten apikalen Dissektion versucht man, die puboprostatischen Ligamente ebenso wie den apikalen Anteil der endopelvinen Faszie zu erhalten. Kang et al. [43] zeigten, dass diese apikale Dissektionstechnik im Vergleich zur vorderen Suspensionsnaht zwischen DVC und Symphyse zu einer signifikant besseren Frühkontinenz nach 3 Monaten (73 % vs. 33 %) führte, während nach 9 Monaten kein signifikanter Unterschied (96,6 % vs. 81 %) mehr bestand. Die Rate positiver Ränder beim Stadium < pT3 war in beiden Gruppen gleich (9 % vs. 8 %).

Erhalt der Detrusorschürze (Detrusor-Apron)

Bei der „Ultradissektionstechnik“ handelt es sich um ein komplett antegrades Vorgehen [44]: Nach Inzision des Peritoneums und der Dissektion der Samenblasen wird die Denonvilliers’sche Faszie von posterior inzidiert. Erst dann erfolgt der Zugang zum Spatium Retzii und dem Blasenhals. Nach Inzision des Blasenhalses mit Zugang zum bereits präparierten Spatium urogenitale werden die prostatischen Gefäßpfeiler kontrolliert und danach die endopelvine Faszie geschont. Sobald man am medialen Teil der Prostatakapsel angelangt ist, wird der DVC ligiert. Durch stumpfe Dissektion unterhalb der Detrusorschürze (Apron) versucht man nun, diese zu erhalten, bevor man die Urethra durchtrennt (Abb. 7). Kucuk et al. [44] erzielten hiermit nach 12 Monaten eine Kontinenzrate von 95,7 %, wobei sich bei 6,5 % der Patienten mit < pT3 Stadien eine R1-situation fand.
Abb. 7
Schonung der Detrusorschürze (Detrusor-Apron) nach Durchtrennung des dorsalen Venenplexus: a Endoskopisches Bild mit scharfer Präparation auf der Prostatavorderfläche. b Schematische Darstellung der Dissektionstechnik
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Erhalt der distalen glattmuskulären Urethra (Lissosphinkter)

Arroyo et al. [34] empfehlen eine von posterior nach anterior gerichtete Durchtrennung der Harnröhre, wobei der Colliculus seminalis als anatomischer Orientierungspunkt dient, um einerseits den Lissosphinkter sowie dessen autonome Innervation zu erhalten und andererseits einen ausreichenden Abstand zwischen dem Apex der Prostata und dem Rhabdosphinkter zu erzielen. Im Zuge dessen achtet man auf die Identifizierung der Mukosa, um daraufhin posterior den M. rectourethralis zu lokalisieren und diesen zu erhalten (Abb. 8). Dies dient später der posterioren Rekonstruktion, welche aus einer Anastomose zwischen dem vesikoprostatischen Muskel und dem rektourethralen Muskel besteht [45]. Hoeh et al. [39] verglichen die maximale Schonung (FFLU, „full functional length of urethra“) mit einer historischen Vergleichsgruppe ohne FFLU. Hierbei waren nach 450 Tagen 90,5 % der ersten Gruppe im Vergleich von nur 63,2 % in der Kontrollgruppe kontinent.
Abb. 8
Maximale Schonung der funktionellen Harnröhre und Erhalt des M. rectourethralis: a Endoskopische Darstellung des urethralen Rhabdosphinkters, Lissosphinkters und der Mukosa unmittelbar am Rand („nodge“) der Prostata. b Endoskopisches Bild nach Durchtrennung der Urethra mit langem Harnröhrenstumpf und Erhalt des M. rectourethralis
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Erhalt des Blasenhalses

Dem Erhalt des Blasenhalses wird von einigen Autoren ein positiver Effekt auf die Kontinenz nachgesagt [4649]. Nach Koagulation oberflächlicher Blasengefäße identifiziert man die Zone zwischen Blasenhals und Prostata, welches aus Fett-bindegewebe besteht [46, 47]. Diese kann durch stumpfe Dissektion eine direkte Sicht auf die Urethra sowie die Muskelfasern des internen Sphinkters bieten, was das Absetzen der Urethra begünstigt. Durch die Erhaltung des Blasenhalses erzielten Tunc et al. [48] eine absolute Kontinenz bei 100 % ihrer Patienten. In der Metaanalyse von Kim et al. [49] zeigt sich eine 1‑Jahres-Kontinenz von 83,5 % gegenüber 71,2 % in der Kontrollgruppe.

Eröffnung des Blasenhalses und Zugang zu den Samenblasen

Nach Identifikation der Ostien wird die Prostata vom M. detrusor vesicae abgesetzt. Danach wird der M vesicoprostaticus durchtrennt und ein Zugang zum Spatium urogenitale (retrovesicale) mit Samenblasen und Ductus deferentes kreiert (Abb. 9). Bei der Kontrolle der Prostatapfeiler ist entscheidend darauf zu achten, dass dies nicht zu proximal erfolgt, da dies zu Verletzungen der Ausläufer des Plexus hypogastricus führen kann. Wir bevorzugen hier den Einsatz von Hem-o-lock-Clips, um das operative thermische Trauma zu minimieren.
Abb. 9
Durchtrennung des dorsalen Blasenhalses und des M. vesicoprostaticus mit Zugang zum Spatium urogenitale (retrovesicale) mit den Vasa deferentia und der Samenblasen: a Durchtrennung des querverlaufenden Detrusors distal der Ostien mittels HF-Elektroinzision. b Darstellung und Inzision des M. vesicoprostaticus
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Posteriore Rekonstruktion

Bei der posterioren Rekonstruktion nach Rocco [43] vernäht man den kranialen Stumpf des M. vesicoprostaticus mit dem Stumpf des M. rectourethralis, um damit den posterioren Sphinkterapparat zu verstärken (Abb. 10). Hierfür kann man auch paraurethrale Reste der Denonvilliers’schen Faszie nehmen [34, 46]. Rocco et al. [45] erzielten damit eine 3‑Monate-Kontinenz von 92,3 % gegenüber 76,9 % in der Kontrollgruppe. Passos et al. [50] bestätigten dies Ergebnisse (96,9 vs. 33,3 %).
Abb. 10
Posteriore Rekonstruktion nach Rocco 2009 [44]: a Endoskopisches Bild der Naht zwischen M. vesicoprostaticus und M. rectourethralis. b Schematische Darstellung. 1 Urethraler Lissosphinkter. 2 Urethraler Rhabdosphinkter. (Mod. nach Rocco 2009 [44])
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Vollständige Rekonstruktion

Die Kombination des eben beschriebenen Verfahrens mit der vorderen Verankerung der vesikourethralen Anastomose am puboprostatischen Band soll einen engeren vorderen und hinteren vesikourethralen Winkel gewährleisten und somit zur Kontinenzerhaltung beitragen. Dafür rekonstruiert man den vorderen Teil des Detrusor-Aprons bzw. das puboprostatische Band [51, 52]. Rinaldi et al. [51] beobachteten nach einem Jahr eine Kontinenzrate von 86,3 % gegenüber 64,7 % in der Kontrollgruppe (nur posteriore Rekonstruktion). In der Studie von Puliatti et al. [52] zeigte sich ein deutlicher Vorteil nach 6 Monaten (72,9 % vs. 51,1 %), während nach 1 Jahr kein signifikanter Unterschied mehr bestand (79,2 vs. 66 %).

Erhalt des retropubischen Raums (Spatium Retzii)

Bocciardi et al. stellten 2010 die Retzius-erhaltende Methode [53] vor. Diese Technik erhält praktisch alle anterioren faszialen Strukturen des kleinen Beckens: endopelvine Faszie, Levatorfaszie, Detrusorschürze (Apron), dorsaler Venenkomplex und die Ligg. puboprostatica. Man beginnt mit der Inzision des parietalen Peritoneums auf Höhe der vesikorektalen Aussackung und reseziert hierüber Prostata und Samenblasen unterhalb der endopelvinen Faszie. Laut Yee et al. [54] zeigten Patienten, bei denen der Retzius-Raum erhalten wurde, eine 3‑Monate-Kontinenzrate von 79,2 % gegenüber 66,7 % in der Vergleichsgruppe. Auch nach einem Jahr war die Kontinenzrate höher (95,8 % vs. 87,5 %). Entsprechend fanden Ferretti et al. [55] in ihrer Literaturrecherche, dass der Retzius-Raum erhaltende Ansatz zu einer besseren Frühkontinenz führt, aber auch mit vermehrten positiven Operationsrändern (PSM) assoziiert ist. Diese Ergebnisse wurden auch in der MASTER-Studie bestätigt [56]: Die PSM sind für ≤ pT2-Tumoren signifikant höher („risk ratio“ [RR] = 1,39; 95 %-Konfidenzintervall [KI] = 1,01–1,91). Auch für ≥ pT3 Tumoren waren sie höher (RR = 1,36; 95 %-KI = 0,74–2,50), erreichten aber keine statistische Signifikanz.

Diskussion

Die Inkontinenz ist eine der belastendsten Komplikationen der radikalen Prostatektomie, da man entscheidende funktionelle Strukturen des Sphinkterapparats reseziert. Dies betrifft einerseits die Prostata selbst, aber auch die glattmuskuläre Einheit und neurale Versorgung des Harnröhrensphinkters, auf dem die postoperative Kontinenz im Wesentlichen beruht [57]. Insofern konnte urodynamisch in 40–80 % eine intrinsische Sphinkterinsuffizienz nach offener radikaler Prostatektomie nachgewiesen werden [58].
Seit Einführung der roboterassistierten laparoskopischen radikalen Prostatektomie ist ein Hauptaugenmerk auf die Verbesserung der postoperativen Kontinenz gelegt worden, wobei zum einen die Anatomie weiter untersucht wurde, aber auch zahlreiche technische Modifikationen vorgestellt wurden (Tab. 2). Zweifelsfrei sind auf diesem Gebiet wesentliche Fortschritte erzielt worden, wobei sich eine aktuelle Technik der RALP nicht auf ein einziges Detail fokussieren, sondern eine konsekutive Anwendung der vorgeschlagenen Operationsschritte darstellen sollte. Folgende Techniken erscheinen dabei von besonderer Bedeutung.

Erhalt des M. levator ani mit der Levatorfaszie

Der Erhalt der Levatorfaszie erfolgt quasi automatisch bei einer intra- und interfaszialen Schonung der neurovaskulären Bündel: Man bleibt in einer Schicht, die abgesehen von apikal perforierenden Fasern des M. levator ani keine muskulären Strukturen enthält. Zudem verläuft unterhalb der Levatorfaszie der intrapelvine Ast des N. pudendus, welcher zur Innervation des Sphincter urethrae externus (urethraler Rhabdosphinkter) gehört und entscheidend für die postoperative Kontinenz ist [26]. Problematisch für einen Erhalt der Levatorfaszie sind daher nur lokalfortgeschrittene Tumoren, die v. a. apikal die Prostatafaszie schon perforiert haben. Diese lassen sich dann nur extrafaszial, also unter Mitnahme der Levatorfaszie, resezieren. Dennoch sollte man versuchen, möglichst alle Anteile des M. levator ani weitmöglichst zu schonen.

Erhalt des puboprostatischen Kragens

Im Zuge einer modifizierten apikalen Dissektion versucht man, die puboprostatischen Ligamente ebenso wie den apikalen Anteil der endopelvinen Faszie mit der Detrusorschürze (Detrusor-Apron) zu erhalten [6]. Zuletzt wird in dieser Technik die apikale Befestigung des M. pubococcygeus durchtrennt, um dadurch den Apex der Prostata sowie den DVC von lateral zu visualisieren, wodurch es möglich ist, den DVC statt proximal distal zu resezieren (Abb. 6 und 7). Kang et al. [43] konnten zeigen, dass damit die Notwendigkeit einer Suspensionsnaht entfällt.

Schonung des glattmuskulären Sphincter urethrae (urethraler Lissosphinkter)

Zahlreiche Autoren betonen, dass die Schonung des urethralen Lissosphinkters entsprechend einem maximalen Erhalt des funktionsfähigen glattmuskulären Sphinkters und simultaner Schonung des Rhabdosphinkters entscheidend für eine gute postoperative Kontinenz sind [3739]. Hierbei stellt der Colliculus seminalis die distale Begrenzung dar (Abb. 8).

Erhalt des neurovaskulären Bündels

Eine Schonung des neurovaskulären Bündels wirkt sich ebenfalls positiv auf die postoperative Kontinenz aus. Das muss aber immer im Zusammenhang des anderen Operationsschritte gesehen werden, da sich die Kollektive mit und Nervenschonung deutlich unterscheiden [36]. Allerdings konnten Reeves et al. [59] in einer Metaanalyse an 13.749 Patienten in 27 Studien zeigen, dass dies nur für die Frühkontinenz innerhalb der ersten 6 Monate gilt. Danach bestand kein signifikanter Vorteil mehr.

Erhalt des Blasenhalses

Tunc et al. [48] demonstrierten ihre blasenhalserhaltende Technik, bei der alle 54 Patienten nach Entfernung des Katheters kontinent waren. Auch nach 1 Monat änderte sich nichts in der Kontinenz. Bei 82,6 % der Patienten konnten die NVB ein- oder beidseits erhalten werden. Allerdings erscheinen fehlen hier die Angaben über die exakte Definition der Kontinenz. Die Metaanalyse von Kim et al. [49] zeigte einen Vorteil der 1‑Jahres-Kontinenz von 83,5 % gegenüber 71,2 %. Durch den Erhalt des Blasenhalses verhindert man die unnötige Schädigung des Detrusormuskels [49]. Allerdings sind dem Erhalt des Blasenhalses v. a. bei ausgeprägtem Mittellappen technische Grenzen gesetzt.

Posteriore Rekonstruktion

Rocco et al. [45] machten schon 2007 mit ihrer prospektiven Studie auf den positiven Einfluss der posterioren Rekonstruktion auf die Kontinenz aufmerksam (Abb. 10). Kataoka et al. [31] akzentuierten in ihrer Studie die Bedeutung des M. puboperinealis und des M. rectourethralis, da diese die Urethra stabilisierten. Der M. puboperinealis wurde als verantwortlich für das Quick-Stop-Phänomen des Urinierens bei Männern beschrieben [25], während der M. rectourethralis einen Teil des Mittelraums zwischen rechtem und linkem M. puboperinealis ausfüllt, wodurch auch dieser zur Stabilität des kleinen Beckens und zur Kontinenz beiträgt.

Anteriore und posteriore Rekonstruktion

Die Studien von Rinaldi et al. [51] und Puliatti et al. [52] belegen, dass sich die zusätzlich anteriore Rekonstruktion hauptsächlich positiv auf die Frühkontinenz auswirkt. Bei transperitonealem Vorgehen kann man dies mit der Pexie des Blasenperitoneums zur Verhinderung von Lymphozelen kombinieren [60].

Erhalt des Retzius-Raums

Sicherlich handelt es sich hierbei um eine anspruchsvolle Technik, die darauf abzielt, anteriore Strukturen des Sphinkterapparats zu schonen [5355]. Zwei Metaanalysen belegen, dass dies zu einer verbesserten Frühkontinenzrate führt, aber auch mit einer höheren Rate positiver Ränder assoziiert ist [55, 56]. Hier spielt sicherlich auch die Lernkurve eine entscheidende Rolle. Interessanterweise erreichte der Unterschied bei ≥ T3-Tumoren keine Signifikanz [56]. Wir sehen dennoch nur eine selektive Indikation für den Erhalt des Spatium Retzius, da die Tumorfreiheit mit negativen Tumorrändern als primäres Ziel beibehalten werden sollte. Zuletzt wurde auch versucht, im Rahmen des klassischen deszendieren Vorgehens, möglichst alle anterioren Strukturen im Rahmen der „Hood-Technik“ zu schonen, wobei auch hier eine sehr gute Frühkontinenz (83 % nach 1 Monat) beobachtet wurde [61].

Fazit für die Praxis

  • Trotz der großen Vielfalt verschiedener Techniken verfolgen diese allesamt das gemeinsame Ziel der Resektion der Prostata mit tumorfeien Rändern, wobei sie möglichst wenige Kollateralschäden (z. B. Inkontinenz) verursachen wollen.
  • Hierbei erwiesen sich folgende operationstechnische Details als bedeutsam: Erhalt der Levatorfaszie und des M. levator ani, Erhalt des puboprostatischen Kragens, langer Harnröhrenstumpf mit Erhalt des Lissosphinkters, Erhalt des Blasenhalses, wenn möglich, posteriore Rekonstruktion zwischen dem M. vesicoprostaticus und dem M. rectourethralis.
  • Einzelne Techniken, wie z. B. die Retzius-sparende Technik, wiesen in den Studien zwar eine geringere Inkontinenzrate auf, scheinen in Hinsicht auf die Tumorfreiheit aber weniger sicher zu sein. Allerdings spielt hier auch die Lernkurve eine Rolle.
  • Abschließend müssen natürlich auch die individuellen patientenspezifischen Faktoren (Alter, Body Mass Index, Lokalisation des Tumors, funktionelle Harnröhrenlänge) eine adäquate Umsetzung der genannten Operationstechniken ermöglichen.

Einhaltung ethischer Richtlinien

Interessenkonflikt

J. Rassweiler und S. Sander geben an, dass kein Interessenkonflikt besteht.
Für diesen Beitrag wurden von den Autor/-innen keine Studien an Menschen oder Tieren durchgeführt. Für die aufgeführten Studien gelten die jeweils dort angegebenen ethischen Richtlinien.
Open Access Dieser Artikel wird unter der Creative Commons Namensnennung - Nicht kommerziell - Keine Bearbeitung 4.0 International Lizenz veröffentlicht, welche die nicht-kommerzielle Nutzung, Vervielfältigung, Verbreitung und Wiedergabe in jeglichem Medium und Format erlaubt, sofern Sie den/die ursprünglichen Autor(en) und die Quelle ordnungsgemäß nennen, einen Link zur Creative Commons Lizenz beifügen und angeben, ob Änderungen vorgenommen wurden. Die Lizenz gibt Ihnen nicht das Recht, bearbeitete oder sonst wie umgestaltete Fassungen dieses Werkes zu verbreiten oder öffentlich wiederzugeben. Die in diesem Artikel enthaltenen Bilder und sonstiges Drittmaterial unterliegen ebenfalls der genannten Creative Commons Lizenz, sofern sich aus der Abbildungslegende nichts anderes ergibt. Sofern das betreffende Material nicht unter der genannten Creative Commons Lizenz steht und die betreffende Handlung nicht nach gesetzlichen Vorschriften erlaubt ist, ist für die oben aufgeführten Weiterverwendungen des Materials die Einwilligung des jeweiligen Rechteinhabers einzuholen. Weitere Details zur Lizenz entnehmen Sie bitte der Lizenzinformation http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/4.0/.

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Operative Techniken zur Verbesserung der Kontinenz nach laparoskopischer roboterassistierter Prostatektomie anhand von videoanatomischen Strukturen – eine Übersichtsarbeit
Verfasst von
Prof. Dr. med. Dr. h.c. mult. Jens Rassweiler
Sara Sander
Publikationsdatum
16.06.2025
Verlag
Springer Medizin
Erschienen in
Die Urologie / Ausgabe 11/2025
Print ISSN: 2731-7064
Elektronische ISSN: 2731-7072
DOI
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Roboterassistierte radikale Prostatektomie mit Schonung der Detrusor-Schürze (Apron)/© Rassweiler J, Sander S. doi.org/10.1007/s00120-025-02627-0 unter CC-BY 4.0, Teaserbild Blutungsrisko managen bei Antikoagulation - Waage/© Leo Pharma GmbH, Vortrag Frankfurter Gerinnungssymposium/© LEO Pharma GmbH (Screenshot aus Vortrag), 3 Empfehlungen für niereninsuffiziente Patienten/© LEO Pharma GmbH, Thrombus und Patientin im Gespräch/© crevis / adobe.stock.com (Symbolbild mit Fotomodell)