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Über dieses Buch

In diesem Buch erfahren Betroffene alles Wissenswerte über Krampfadern, Beinschwellung und Beinvenenthrombose: Ursachen der Erkrankung, Krankheitserscheinungen, Unterschiede zu anderen Erkrankungen der Beine, Diagnose- und Therapiemöglichkeiten. Die Wahl des richtigen Arztes und die Vorbereitung auf das Gespräch mit dem Arzt werden detailliert beschrieben, ebenso die Untersuchungen, die der Arzt durchführt. Ausführlich und ausgewogen sind die zahlreichen Behandlungsmöglichkeiten dargestellt und wird erläutert, welche der Verfahren in welcher Situation hilfreich sind; Medikamente und Kompressionsbehandlung sind ebenso berücksichtigt wie Venenverödung, chirurgische Eingriffe und naturheilkundliche Verfahren. In einem eigenen Kapitel werden Tipps zum Leben mit Krampfadern und Empfehlungen zu Sport und Freizeitgestaltung gegeben.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

1. Beingefäße verstehen

Unsere Beine dienen der Fortbewegung. Dazu benötigen wir Knochen, Gelenke und Muskeln. Die Nerven lenken dabei die Bewegungsfunktion im Bein und leiten die Empfindungen zum Gehirn. Wie im gesamten Körper finden wir auch im Bein Schlagadern (Arterien) und Venen sowie Lymphbahnen. Die Arterien des Beines haben die Aufgabe, das sauerstoffreiche Blut zu verteilen. Die Beinvenen transportieren das verbrauchte Blut gegen die Schwerkraft zurück zum Herzen. Um ein Zurückfließen in die Füße zu verhindern, sind alle größeren Venen des Beines – oberflächliche, tiefe und Verbindungsvenen – mit Klappen ausgestattet, die als Rückschlagventile wirken. Für den Abtransport der Gewebeflüssigkeit zwischen den Zellen, der sogenannten Lymphe, sind die Lymphgefäße zuständig. Sie sind so dünn, dass man sie kaum sieht. Außerdem gibt es an den Beinen noch die Haut, die uns von der Umwelt schützt, sowie das Fettgewebe, das als Polster und als Isoliermaterial dient.

Erika Mendoza

2. Krampfadern

Krampfadern sind mehr oder weniger gedehnte, geschlängelte Venen an den Beinen. Sie können sehr fein sein (Besenreiser, Netzkrampfadern) oder ausgeprägte, dicke Venen bilden. Bei einigen Patienten verursachen sie keine Beschwerden, bei anderen Schwellung, Schmerzen oder Juckreiz. Die gefährlichsten Folgen sind Hautverfärbungen und das offene Bein sowie Blutungen; dies sind jedoch späte Folgen, die erst dann auftreten, wenn die Krankheit über Jahre nicht behandelt wird. Die Ursachen der Krampfadern sind nicht bekannt. Sicher gibt es mehrere begünstigende Faktoren, insbesondere aber unser aufrechter Gang, unsere moderne Lebensführung ohne Bewegung und unsere Ernährung spielen gewiss eine Rolle bei der besonderen Ausprägung der Erkrankung in unserer Gesellschaft. Unbehandelt entwickeln sich die Krampfadern über viele Jahre immer weiter. Mit Kompressionsstrümpfen kann dieser Prozess aufgehalten werden. Die Kunst des ärztlichen Handelns im Zusammenspiel mit dem Patienten liegt darin, den besten Zeitpunkt für eine Behandlung zu finden. Denn leider kommen die Krampfadern nach der Behandlung gerne wieder …

Erika Mendoza

3. Thrombose der tiefen und oberflächlichen Beinvenen

Unser Gerinnungssystem dient dazu, dass wir bei Verletzungen nicht verbluten: Das Blut bildet aus verschiedenen Zellen und Fibrin einen Verschluss für das Leck. Wenn diese Reaktion in einer geschlossenen Vene auftritt, verschließt sich die Vene und das Blut kann nicht mehr fließen. Das nennt man Thrombose. Eine Thrombose kann in einer tiefen oder einer oberflächlichen Vene am Bein auftreten. Zunächst verursacht dies Schmerzen und Schwellung, kurzfristig kann dadurch eine Lungenembolie ausgelöst werden. Auf lange Sicht bleiben Folgeschäden, die zum offenen Bein führen können. Eine Thrombose muss daher umgehend mit Medikamenten behandelt werden, die die Gerinnung eindämmen (Heparin, Marcoumar, neue orale Antikoagulanzien) und mit Kompression, um das Wachstum des Gerinnsels zu vermeiden und die Schmerzen zu lindern. Die Ursachen der Thrombosen sind vielfältig: Veranlagung, Verletzung, eingeschränkte Beweglichkeit, schwere Krankheit; aber auch ganz ohne ersichtlichen Grund treten Thrombosen auf.

Erika Mendoza

4. Beinschwellungen

Die Schwellung der Beine zeigt viele Erscheinungsbilder und hat sehr unterschiedliche Ursachen. Klassisch betrifft sie eher die Knöchel und die Wadenpartie, beim Lymphödem ist auch der Fuß betroffen, beim Lipödem hingegen niemals, hier kann ausschließlich eine Schwellung am Oberschenkel auftreten. Eine Schwellung kann angeboren sein, wie im Fall des Lipödems oder mancher Lymphödeme, oder sie wird durch andere Krankheiten verursacht wie Krampfadern, Infektionen, Abflussstörungen der Lymphbahnen, Verletzungen, Nieren-, Leber- oder Herzinsuffizienz. Sie kann aber auch ganz banal durch mangelnde Bewegung, Übergewicht oder Wärme ausgelöst sein, daher treten Schwellungen oft nach Flugreisen oder im Sommer auf. Die Behandlung der Schwellung ist immer die Kompression: als Bandage in der Anfangsphase und später als Kompressionsstrumpf – sei es als Rund- oder Flachstrickstrumpf. In einigen Fällen ist vorübergehend oder dauerhaft eine manuelle Lymphmassage nötig, zusätzlich oder alternativ zur apparativen Entstauung.

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5. Weitere Erkrankungen an den Beinen

Äußerlich sichtbar sind unsere Krampfadern und Besenreiser – und viele Menschen sind davon betroffen! Aber bei weitem nicht alle Beinbeschwerden werden durch sie verursacht. Der komplexe Nerven–Knochen–Muskelapparat, der die Bewegung der Beine bedingt und alles leitet, was wir fühlen, ist für die meisten Schmerzen in den Beinen verantwortlich, besonders für die, die körperhaltungs- und belastungsabhängig sind und auch im Liegen auftreten. Längs ausstrahlende Schmerzen mit Kribbeln oder Taubheitsgefühl sprechen für einen eingeklemmten Nerv im Becken- oder Wirkbelsäulenbere ich. Erkrankungen der Schlagadern, wie die Verengung oder der Verschluss der Arterien, bedingen Schmerzen beim Laufen, die sofort nachlassen, wenn wir wieder ruhen. Die Erklärungen und Tabellen in diesem Kapitel möchten Ihnen bei einer ersten Einschätzung Ihrer Beschwerden helfen.

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6. Das offene Bein

Nicht heilende Wunden – meist am Knöchel – sind Folge eines fortgeschrittenen Krampfaderleidens oder treten nach Thrombosen auf. In der Regel geht dem sogenannten „offenen Bein“ lange Zeit eine Verdunkelung der Hautfarbe und eine Verhärtung der Haut voraus. Deutlich seltener sind der sogenannte diabetische Fuß oder die Nekrosen bei Arterienverkalkung, die vom Diabetologen oder Gefäßchirurgen behandelt werden. Die „offenen Beine“ werden oft über viele Jahre „gepflegt“, ohne dass sie heilen, denn es kursieren noch viele Fehlinformationen darüber. Heute haben wir deutlich mehr Möglichkeiten: Die Ursache muss erkannt und, falls möglich, behandelt werden. Eventuell vorhandene Infekte des Wundgrundes sollen genau untersucht und antibiotisch behandelt werden. Dank der Entstauung des Beins mit Bandagen oder Kompressionsstrümpfen und manchmal Lymphmassage, dank der Verbesserung der Ernährung und modernen Wundauflagen gelingt es in den meisten Fällen, diese Wunden zu verschließen. Die Vorbeugung neuer offener Beine geschieht dann meist lebenslang mit Kompression.

Erika Mendoza

7. Beinsymptome und was sie erzählen

An den Beinen können verschieden Symptome wie Schmerzen, Juckreiz, Schwellung oder Verfärbung auftreten. In den vorangegangenen Kapiteln wurde von der Krankheit ausgehend alle Erscheinungsformen und Beschwerden, die diese Krankheit verursachen kann, beschrieben. In diesem Kapitel wird nun von den Beinsymptomen ausgehend erklärt, welche Ursachen vorhanden sein könnten. Eingeteilt sind die Beschwerdebilder nach der Optik („was kann ich sehen?“), nach dem eigenen Gefühl („was kann ich fühlen, was für Beschwerden habe ich?“), nach dem Tastgefühl („wie fühlt sich das Bein an, wenn ich es mit den Fingern berühre?“). Außerdem wird unterschieden, ob die Beschwerden kurzfristig auftreten oder sich schleichend einstellen, ob sie einseitig oder an beiden Beinen vorhanden sind. Zum Schluss wird auf die Maßnahmen eingegangen, die gewisse Beschwerden lindern, was uns wiederum auch Hinweise auf die Ursachen geben kann. Natürlich ersetzt dieses Kapitel nicht den Besuch beim Arzt!

Erika Mendoza

8. Der Arztbesuch

Krampfadern und Beinschwellungen sollten vom Arzt zur besseren Einschätzung des Schweregerades und der Dringlichkeit einer Behandlung untersucht werden. Da Ärzte meistens wenig Zeit haben, ist es sinnvoll, sich gut vorzubereiten. Dringend sollten alle Vorbefunde mitgenommen werden, selbst wenn sie nicht offensichtlich zur Krankheit dazugehören. Auch alle Namen von Medikamenten, die Sie aktuell nehmen oder in den letzten Jahren erhielten, müssen Sie dem Arzt mitteilen, damit er ihre Wirkungen mit in Betracht ziehen kann. Wenn der Arzt Fragen stellt, sind Patienten oft aufgeregt, es fällt ihnen nur die Hälfte ein. Auch daher ist es besser, die Informationen schriftlich mitzubringen oder zumindest im Vorfeld schon einmal überlegt zu haben. Die Fragebögen in diesem Kapitel helfen dabei. Die Begriffe, die der Arzt verwendet, um Untersuchungen und Ergebnisse zu erläutern, werden hier erklärt, ebenso wie der Ablauf der gängigen Untersuchungen, besonders der Ultraschall mit Bestimmung der Flussrichtung (Duplex).

Erika Mendoza

9. Behandlungsmöglichkeiten bei Krampfadern und Ödemen

Ödeme und Krampfadern sind chronische Krankheiten, ihre Behandlung wird Sie länger begleiten und soll daher gut verstanden werden. Die Grundtherapie beider Erkrankungsbilder ist die Kompression. In diesem Kapitel werden die unterschiedlichen Kompressionsmöglichkeiten erklärt: die Gewebesorten, die Qualitäten, die Kompressionsklassen und -längen. Zudem werden Anziehhilfen zum leichteren Anlegen vorgestellt. Anschließend werden die verschiedenen Optionen einer operativen Behandlung von Krampfadern mit Wirkweise, Nachsorge und Komplikationen erläutert und miteinander verglichen. Eine grundsätzliche Herausforderung ist es, den richtigen Zeitpunkt für die chirurgische Behandlung von Krampfadern zu finden. Oft treten danach neue Krampfadern auf, daher ist es nicht sinnvoll, jeden Patienten sofort zu operieren, nur weil er eine Krampfader hat. Lange Zeit kann der Zustand mit Kompressionsstrümpfen erhalten werden. Liegen hingegen schon Komplikationen vor – etwa Schwellung oder Hautveränderungen bis hin zum offenen Bein – so ist ein operativer Eingriff klar indiziert.

Erika Mendoza

10. Leben mit der Erkrankung

Beinschwellungen, Krampfadern und die Folgen von Thrombosen begleiten uns über viele, viele Jahre und können gelegentlich unser Leben nachhaltig beeinflussen. Im Buch haben wir dargelegt, dass es viele Hilfen gibt – vorausgesetzt, der Patient ist gut informiert. In diesem Kapitel soll auf eine Reihe von Möglichkeiten hingewiesen werden, wie das alltägliche Leben mit der Krankheit bewältigt werden kann. Es werden verschiedene Aspekte beleuchtet: die persönliche Einstellung zur Krankheit, die Anerkennung der Krankheit an sich, der Beruf, die hormonelle Empfängnisverhütung, die Umstellungen während einer Schwangerschaft sowie die Familienplanung. Darüber hinaus wird auf Freizeitaktivitäten und Sportarten sowie auf Maßnahmen zur Körperpflege eingegangen.

Erika Mendoza

Backmatter

In b.Flat Patientenratgeber für Hausärzte enthaltene Bücher

In b.Flat SpringerMedizin.de Gesamt enthaltene Bücher

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