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Reaktive Arthritis

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Zusammenfassung

Die reaktive Arthritis (ReA) ist eine durch extraartikuläre Infektion ausgelöste Erkrankung, die sich als sterile Gelenkentzündung manifestiert. Im Gegensatz zur bakteriell-septischen Arthritis können bei der ReA keine Erreger aus dem Gelenk angezüchtet werden. Erregerbestandteile, wie z. B. Antigene oder Desoxyribonukleinsäure (DNA), sind hingegen häufiger im Gelenk nachweisbar, sodass eine intraartikuläre, kulturell negative, persistierende Infektion oder zumindest eine intraartikuläre Interaktion zwischen Wirt und Erregerbestandteilen naheliegt. Die extraartikuläre Primärinfektion ist bei der klassischen reaktiven Arthritis bakteriell und befällt zumeist entweder den Urogenital-, den Gastrointestinal- oder seltener den Respirationstrakt. Zu den häufigsten ReA-auslösenden Erregern gehören Chlamydien (Chlamydia [C.] trachomatis, seltener C. pneumoniae) sowie Enterobakterien. Die Prävalenz der ReA wird mit 40/100.000, die Inzidenz mit 5/100.000 angegeben. Typische klinische Manifestationen sind eine zumeist selbstlimitierende, periphere Arthritis (mono- oder oligoartikulär), eine Daktylitis, seltener auch ein axialer Befall; in der Hälfte der Fälle findet sich eine Assoziation mit HLA(„human leukocyte antigen“)-B27. Aufgrund dieser Gemeinsamkeiten wird die klassische ReA zur Gruppe der Spondyloarthritiden (SpA) gezählt. Die Diagnose wird gestellt bei typischer Klinik, dem Nachweis einer vorausgehenden oder persistierenden Infektion und dem Ausschluss anderer Arthritisursachen. Die Therapie umfasst physikalische Maßnahmen, den Einsatz antiinflammatorischer Präparate wie nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) oder Glukokortikoide, bei persistierenden Arthritiden werden immunmodulierende Substanzen wie Sulfasalazin, Methotrexat, im Einzelfall Biologika und Januskinasehemmer eingesetzt. Eine antibiotische Behandlung der ReA wirkt im Allgemeinen nicht krankheitsverkürzend.
Titel
Reaktive Arthritis
Verfasst von
PD Dr. med. Markus Rihl
Prof. Dr. med. Jens G. Kuipers
Publikationsdatum
02.12.2024
Verlag
Springer Medizin
Erschienen in
Zeitschrift für Rheumatologie / Ausgabe 4/2025
Print ISSN: 0340-1855
Elektronische ISSN: 1435-1250
DOI
https://doi.org/10.1007/s00393-024-01594-9
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