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Über dieses Buch

DIE Rechtsmedizin - einzigartig im deutschsprachigen Raum

Umfassend

· Alle aktuellen Erkenntnisse und Standards der Rechtsmedizin

· Fundort für spezielle Detailfragen

· Gültig im gesamten deutschsprachigen Raum (Deutschland, Österreich, Schweiz)

· Die Basis für jedes Gutachten

· Sicherheit für die Facharztprüfung Rechtsmedizin

Praxisrelevant

· Leitlinienbasierte praktische Anleitungen zu Vorgehensweisen und Methoden für die tägliche Arbeit

· Fundierte Übersichten und Checklisten

· Kommentierte Gesetzestexte und Falldarstellungen

NEU u.a.

Bildgebende Diagnostik

z.B. 2D und 3D Bildgebung und VirtopsyHaaranalytikNeueste molekularbiologische und toxikologische Analytik

z.B. AlkoholkonsummarkerNeueste gesetzliche Regelungen

z.B. zu Kindesmisshandlung, Zusammenarbeit Sachverständiger-ErmittlungsbehördeKooperation und Schnittstellenmanagement zwischen Sachverständigen, Behörden und Institutionen

Nach den Leitlinien und Vorgaben

DGRM Deutsche Gesellschaft für RechtsmedizinGTFCh Gesellschaft für Toxikologische und Forensische ChemieEU RecommendationIALM International Academy of Legal MedicineISFG International Society for Forensic Genetics

„Rechtsmedizin“ bietet für jede Fragestellung der Rechtsmedizin eine Antwort – als verlässliche Informationsquelle und Nachschlagewerk.

Für Rechtsmediziner, Pathologen, Toxikologen, Biologen, Kriminologen, Kriminalisten und Juristen in Klinik, Labor, Sektionssaal und Gericht.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

1. Aufgaben und Struktur des Faches

Die Rechtsmedizin stellt sich heute als typisches Querschnittsfach dar, das medizinisches und naturwissenschaftliches Spezialwissen zur Beantwortung von Rechtsfragen beinhaltet. Im ärztlichen Bereich hat sich in den letzten Jahren neben den klassischen Aufgaben (Obduktion zur Klärung von Grundleiden und Todesursache, Traumatologie als Basis der Rekonstruktion von Verletzungsbefunden) die klinische Rechtsmedizin (Beweismittelsicherung an Lebenden) entwickelt. In den Laborbereichen stehen Fragen der Individualisierung (Paternitätsdiagnostik, Familienzusammenführung, Zuordnung biologischer Spuren zu möglichen Verursachern) und des Einflusses psychotroper Substanzen auf Fahrsicherheit und Schuldfähigkeit im Vordergrund. Sämtliche Funktionsbereiche eines rechtsmedizinischen Institutes unterliegen heute im Rahmen der Akkreditierung einem formalen Qualitätsprüfungsverfahren, bei dem definierte und international kompatible Standards von einer unabhängigen Stelle überprüft werden.
Burkhard Madea, Peter Wiegand, Frank Mußhoff

2. Stellung und Aufgaben des rechtsmedizinischen Sachverständigen

Kenntnisse und Erfahrungen des rechtsmedizinischen Sachverständigen sind auf vielen Gebieten von Bedeutung, z. B. für Behörden, Versicherungsträger, Staatsanwaltschaften und Gerichte und zwar in allen Rechtsgebieten (Strafrecht, Zivilrecht, Verwaltungsrecht). Die Beauftragung des Sachverständigen und Einführung des Gutachtens in das Verfahren unterliegen prozessualen Regeln. Über das Ergebnis der Beweisaufnahme entscheidet nach § 261 StPO allerdings das Gericht aus seiner freien, aus dem Inbegriff der Verhandlung geschöpften Überzeugung. Ebenso wie der Richter kann ein Sachverständiger aus denselben Gründen, die zur Ablehnung des Richters berechtigen, abgelehnt werden (§ 74 StPO, § 406 ZPO). Die vorsätzliche uneidliche Abgabe eines falschen Gutachtens ist strafbar gem. § 153 StGB. Zivilrechtlich haftet der Sachverständige für ein vorsätzlich oder grob fahrlässig unrichtiges Gutachten (§ 839a BGB).
Brigitte Tag

3. Thanatologie

Unter Thanatologie versteht man die Lehre vom Tod und den Leichenerscheinungen. Im Rahmen der Leichenschau ist zunächst der Tod sicher festzustellen, daran schließen sich die Feststellung der Todesursache, der Todeszeit, Qualifikation der Todesart etc. an. Weiterhin sind seuchenhygienische Aspekte (Infektionsschutzgesetz) zu beachten. Die Obduktion zur Klärung von Grundleiden und Todesursache wird in Deutschland nur noch in erschreckend geringem Ausmaß (ca. 3–4 % der Todesfälle) durchgeführt, gerichtliche Obduktionen nach § 87 ff. StPO in 2 % der Todesfälle. Zur Schätzung der Todeszeit werden Ausprägungsgrad und Fortschreiten von Leichenerscheinungen und supravitaler Reaktionen genutzt. Leichenschau und Obduktionen sind an gesetzliche Grundlagen gebunden, die teilweise nicht bundesgesetzlich, sondern landesgesetzlich geregelt sind. Tauchen erst einige Zeit nach Todeseintritt Verdachtsmomente auf, muss eine objektive Todesursachenklärung nach Exhumierung erfolgen.
Burkhard Madea, Katja Jachau, Saskia Reibe, Peter Schmidt, Gerhard Kernbach-Wighton, Oliver Peschel, Véronique Henn, Christoph Meissner, Manfred Oehmichen, Michael Thali, Rüdiger Lessig, Stefan Pollak, Ulrich Zollinger

4. Traumatologie und gewaltsamer Tod

Forensisch-traumatologische Untersuchungen sind in vielfältigen rechtlichen Zusammenhängen von Bedeutung; sie dienen der Befunderhebung, Dokumentation und Asservierung. Bei der Beurteilung von Verletzungen sind Suizide, Suizidversuche, Selbstbeschädigungen einerseits, Unfälle und Unglücksfälle sowie Körperverletzungs- und Tötungsdelikte andererseits zu differenzieren. Unter Traumatomechanik versteht man eine schädigende Krafteinwirkung, die über eine Deformation eine Kontinuitätsunterbrechung, also eine Gefügetrennung des Gewebes nach sich zieht. Gewalteinwirkungen werden hinsichtlich ihrer Verursachung eingeteilt in mechanische Insulte (stumpfe und scharfe Gewalt), Schussverletzungen, Erstickungen, Tod im Wasser, thermische Energie (Hitze, Kälte), Elektrizität, Blitzschlag, Strahlen, Verhungern, Vernachlässigung, Kindstötung, Abtreibung, Tod in abnormer Körperposition etc.
Rudolf Wegener, Michael Tsokos, Hansjürgen Bratzke, Manfred Oehmichen, Stefan Pollak, Helmut Maxeiner, Wolfgang Keil, Mattias Kettner, Peter Schmidt, Eberhard Lignitz, Annette Thierauf-Emberger, Sibylle Banaschak, Thomas Bajanowski, Gunther Geserick, Rüdiger Lessig, Véronique Henn, Claas T. Buschmann, Christian Kleber, Heinz-Dieter Wehner, Burkhard Madea

5. Plötzliche und unerwartete Todesfälle aus innerer Ursache

Unter plötzlichen Todesfällen versteht man den Tod innerhalb von 24 h nach Auftreten von Krankheitssymptomen. Spezielle Fallgruppen sind Todesfälle am Arbeitsplatz, im öffentlichen Gewahrsam, im Straßenverkehr, beim Sport, während der Schwangerschaft, im Krankenhaus und in der ärztlichen Praxis. Plötzliche Todesfälle bei kardiovaskulären Grundleiden stehen dabei im Vordergrund. Neben der klassischen Morphologie spielen heute auch molekularbiologische Techniken für die Klärung der Todesursache eine Rolle („molekulare Autopsie“). Postmortal-biochemische Untersuchungen) sind von Bedeutung bei funktionellen Todesursachen. Der plötzliche Kindstod ist definiert als plötzlicher Tod im Säuglingsalter, der nach Überprüfung der Vorgeschichte, Untersuchung der Todesumstände und den Ergebnissen der Obduktion ungeklärt bleibt. Er ist eine wichtige Differenzialdiagnose zu spurenarmen gewaltsamen Todesfällen.
Klaus Püschel, Thomas Bajanowski, Mechthild Vennemann, Gerhard Kernbach-Wighton, Burkhard Madea

6. Klinische Rechtsmedizin und forensisch-klinische Untersuchungen

Aufgrund des Erfahrungsschatzes in der Erhebung, Protokollierung und Dokumentation von Verletzungsbefunden sind Rechtsmediziner seit altersher auch mit der Untersuchung Lebender nach rechtserheblichen Körperverletzungen befasst (Beweismittelsicherung am Lebenden), damit sich entsprechend erhobene Befunde und ihre Beurteilung im weiteren Verfahrensablauf als tragfähig erweisen. Das rechtsmedizinische Untersuchungsspektrum inkl. Asservation nach Sexualdelikten ist weitgehend normiert. Bei Kindesmisshandlung steht die Abgrenzung von häufig behaupteten akzidentellen Verletzungen im Vordergrund. Selbstbeschädigungen weisen typische Verletzungscharakteristika auf. In den letzten Jahren spielt die forensische Altersdiagnostik bei Lebenden eine zunehmende Rolle. Aufgabe eines Altersgutachtens ist eine Aussage zum chronologischen Alter aufgrund des physischen Entwicklungszustandes eines Individuums, welcher als biologisches Alter bezeichnet wird.
Gerhard Kernbach-Wighton, Sibylle Banaschak, Burkhard Madea, Stefan Pollak, Annette Thierauf-Emberger, Michael Tsokos, Gunther Geserick, Andreas Schmeling, Klaus-Steffen Saternus

7. Forensische Psychopathologie

Personen unter 14 Jahren sind strafunmündig. Wer 14 Jahre alt wird, wird strafmündig und unterliegt dem Jugendstrafrecht. Ab dem 18., spätestens dem 21. Lebensjahr gilt das Erwachsenenstrafrecht. Da unser Strafrecht ein Schuldstrafrecht ist, ist häufig die Schuldunfähigkeit oder verminderte Schuldfähigkeit nach §§ 20, 21 StGB zu prüfen. Voraussetzungen einer Schuldunfähigkeit oder verminderten Schuldfähigkeit sind eine krankhafte seelische Störung, tiefgreifende Bewusstseinsstörung, Schwachsinn oder schwere andere seelische Abartigkeit. Im Vordergrund der rechtsmedizinischen Prüfung der Schuldunfähigkeit bzw. der verminderten Schuldfähigkeit steht die Begehung von Straftaten unter dem Einfluss psychotroper Substanzen, v. a. Alkohol und Drogen. Forensische Psychiater sind demgegenüber mit der Prüfung der Voraussetzungen einer „Maßregel der Besserung und Sicherung“ bzw. der Beurteilung organisch bedingter Psychosen, Persönlichkeitsstörungen und sexuellen Deviationen befasst.
Hans-Ludwig Kröber

8. Toxikologie

Toxikologie ist die Lehre von den Giften und Vergiftungen. Vergiftungen spielen unter verschiedensten rechtlichen Fragestellungen eine Rolle. Vergiftungsursachen aus kriminalistischer Sicht sind: Vorsätzliche Fremdbeibringung, absichtliche Selbstbeibringung und unabsichtliche Vergiftung durch fremde oder eigene Hand. Vergiftungen sind mit charakteristischen Symptomen verbunden. Die forensisch-toxikologische Untersuchung hat mittels verschiedener Methoden ein breites Spektrum von Giften zu erfassen. Soll eine Intoxikation oder Aufnahme von Fremdstoffen ausgeschlossen werden, so ist von einer kaum überschaubaren Zahl möglicher relevanter Verbindungen im Rahmen einer General-unknown-Analyse auszugehen.
Burkhard Madea, Cornelius Heß, Frank Mußhoff

9. Verkehrsmedizin

Verkehrsmedizin fördert die Sicherheit des Menschen im Verkehr und versucht verkehrsbedingte Gesundheitsstörungen abzuwenden. Im Vordergrund stehen die Begutachtung der Fahreignung und Fahrtüchtigkeit (Fahrsicherheit). Die Ungeeignetheit kann durch körperliche oder geistige Mängel oder Mängel in charakterlicher Hinsicht gegeben sein. Fahreignung und Fahrsicherheit können durch Alkohol und andere psychotrope Substanzen eingeschränkt sein, was sich i. d. R. aus dem analytischen Nachweis der entsprechenden Substanz, Fahrauffälligkeiten sowie substanzspezifischen psychophysischen Leistungsdefiziten ergibt. Die Aufarbeitung von Verkehrsunfällen bedarf immer der Rekonstruktion, um Fragen der Geschwindigkeitsermittlung, des Reaktionsverhaltens und der Vermeidbarkeit des Unfalls bzw. der Verletzungsschwere zu lösen. Wegen der Mustertypizität der Verletzungstopographie ist es praktisch, zwischen Pkw-Fußgänger-, Pkw-Pkw- und Pkw-Zweirad-Unfall zu unterscheiden.
Frank Mußhoff, Cornelius Heß, Burkhard Madea, Heinz-Dieter Wehner, Wolfgang Huckenbeck, Peter Gabriel, Stefan Pollak

10. Forensische Molekulargenetik

Die Aufgaben der Hämogenetik innerhalb der Rechtsmedizin lassen sich untergliedern in Spurenkunde und Identifizierung sowie Abstammungsbegutachtung. Hämogenetische Untersuchungen zur Bearbeitung beider Fragestellungen bedienen sich des gleichen Methodenrepertoires. Rechtliche Grundlagen finden sich in den §§ 81 ff. StPO, insbesondere §§ 81e ff. (körperliche Untersuchung von Beschuldigten, DNA-Analysen etc.) sowie § 1592 und 1600 d BGB (Vaterschaft, gerichtliche Feststellung der Vaterschaft). Heute finden individualisierende Untersuchungen ausschließlich auf DNA-Ebene statt, Methode der Wahl ist dabei der Nachweis von STRs in der nicht-kodierenden sog. Mikrosatelliten-DNA.
Peter M. Schneider

11. Rechtsmedizinische Aspekte des Arztrechtes

Rechtsmedizinisch relevante Aspekte des Arztrechts umfassen das Leichenwesen, die Obduktion sowie die Transplantation. Das Leichenwesen ist überwiegend landesgesetzlich in den Bestattungsgesetzen der Länder geregelt. Die rechtsmedizinische Sektion ist bundesgesetzlich geregelt in §§ 159, 87 StPO. Andere Sektionstypen (klinische, anatomische Obduktion etc.) sind wiederum landesgesetzlich geregelt. Das Transplantationsgesetz regelt u. a. die Bedingungen der Spende und Entnahme von menschlichen Organen, Organellen und Geweben sowie ihre Übertragung auf andere Menschen. Der Organ- und Gewebehandel unterliegt einem Verbot.
Brigitte Tag

12. Versicherungsmedizin, Begutachtungskunde

Versicherungsmedizin als Teilgebiet der Sozialmedizin befasst sich mit den Beziehungen zwischen Versicherungsnehmer, medizinischen Leistungserbringern und Versicherungsunternehmen. Rechtsmedizinisch bedeutsam sind Obduktionen für gesetzliche und private Versicherungen. Hierbei ist in der Regel nachzuweisen, dass zwischen der beruflichen Belastung und dem eingetretenen Gesundheitsschaden ein kausaler Zusammenhang besteht (haftungsausfüllende Kausalität). Im Rahmen der privaten Unfallversicherung sind häufig vermutete Selbstbeschädigungen zu begutachten. Gemäß Versicherungsvertragsgesetz (VVG) gilt die sog. Unfreiwilligkeitsvermutung.
Klaus Püschel

13. Besondere Rechtsvorschriften in der Schweiz und in Österreich

In diesem Kapitel werden die medizinisch relevanten Rechtsvorschriften in der Schweiz und in Österreich dargestellt.
Munira Haag-Dawoud, Stefan Pollak, Ulrich Zollinger

Backmatter

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