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Rechtsmedizin

Methanolkonzentrationen im Serum nach dem Verzehr von Birnen

Pektininduzierte gesteigerte endogene Methanolbildung – Werden begutachtungsrelevante Konzentrationen erreicht?

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Zusammenfassung

Hintergrund

Methanol hat als Begleitalkohol eine besondere Bedeutung bei der Beurteilung von Nachtrunkbehauptungen hinsichtlich der Dauer der Trinkphase und der Einschätzung einer Alkoholgewöhnung. Serummethanolkonzentrationen ab 10 mg/l werden grundsätzlich als Indiz für einen chronischen Alkoholabusus angesehen. Der Verzehr pektinhaltiger Früchte soll zu einem erheblichen Anstieg der Methanolkonzentration im Blutserum führen können. Ziel dieser Studie war daher die Untersuchung der aus einem Verzehr von Birnen resultierenden Serummethanolkonzentrationen hinsichtlich des zeitlichen Verlaufs und der maximalen Werte.

Methodik

Durch zwei Versuchspersonen wurde innerhalb von 15 min jeweils 1 kg Birnen verzehrt. Die Methanolkonzentrationen im Serum wurden über einen Zeitraum von etwa 8 h mittels Gaschromatographie-Flammenionisationsdetektor (GC-FID) bestimmt.

Ergebnisse

Physiologische Methanolserumkonzentrationen lagen bei beiden Probanden unterhalb von 1 mg/l. Nach Zeitintervallen von 95 min bzw. 160 min wurden Maxima von 2,5 mg/l bzw. 3,0 mg/l erreicht. Über den gesamten Versuchszeitraum lagen die Serumkonzentrationen oberhalb des Ausgangswertes (Nullprobe).

Diskussion

Der Verzehr von 1 kg Birnen resultierte in einer deutlichen Erhöhung der Serummethanolkonzentrationen. Die Konzentrationen zeigten einen ähnlichen zeitlichen Verlauf bei beiden Probanden. Die Maxima liegen deutlich unterhalb der Werte, welche für eine chronische Alkoholaufnahme sprechen. Die Resultate dieser Studie können die gutachterliche Beurteilung einer Alkoholgewöhnung sowie von Nachtrunkbehauptungen bei Angabe eines Verzehrs von Früchten unterstützen.
Titel
Methanolkonzentrationen im Serum nach dem Verzehr von Birnen
Pektininduzierte gesteigerte endogene Methanolbildung – Werden begutachtungsrelevante Konzentrationen erreicht?
Verfasst von
Dr. rer. nat. Martin Jübner
Lina Lucuta
Maximilian Neis
Hilke Andresen-Streichert
Publikationsdatum
20.12.2023
Verlag
Springer Medizin
Schlagwort
Rechtsmedizin
Erschienen in
Rechtsmedizin / Ausgabe 2/2024
Print ISSN: 0937-9819
Elektronische ISSN: 1434-5196
DOI
https://doi.org/10.1007/s00194-023-00670-9
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