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10.02.2020 | Sonderbericht | Onlineartikel | Bionorica SE

Rezidivierende Atemwegsinfektionen

Reduktion der Infektionsanfälligkeit* mit 7-Pflanzen-Kombination

Fast jeder Zwölfte weist eine physiologische Infektionsanfälligkeit* auf und ist besonders häufig von Atemwegsinfektionen betroffen [1]. Da mehr als 90 % der Atemwegsinfektionen viral bedingt sind, ist eine Antibiotikagabe meist nicht indiziert. Stattdessen empfiehlt sich eine symptomorientierte Therapie, beispielsweise mit Phytotherapeutika. Eine Pflanzenkombination aus sieben heimischen Heilpflanzen kann helfen, dem Krankheitsausbruch entgegenzuwirken und die Häufigkeit rezidivierender Atemwegsinfektionen zu reduzieren.

Resistenzen gegen Antibiotika sind ein weltweit wachsendes Problem, das sich durch einen oftmals nicht indizierten Einsatz weiter verschärft. So werden vor allem im ambulanten Bereich Antibiotika häufig bei Infektionen der Atemwege eingesetzt, obwohl diese zu mehr als 90 % viral bedingt sind [2]. Der Einsatz von Antibiotika kann auch durch die Reduktion häufig wiederkehrender Atemwegsinfektionen gesenkt werden, denn immerhin weisen 8,3 % der Bevölkerung eine erhöhte physiologische Infektionsanfälligkeit* auf, welche sich z. B. im erneuten Auftreten erkältungsassoziierter Symptome wie Halsschmerzen äußern kann [1].

Breiten Behandlungsfächer nutzen

Generell sei ein breit aufgestelltes, nachhaltiges und patientenorientiertes Therapiekonzept zur Behandlung von Atemwegsinfektionen essenziell, sagte Dr. Wolfgang Christl, praktizierender HNO-Facharzt im Ärztehaus Altdorf, und erläuterte dies am Beispiel einer 29-jährigen Patientin aus seiner Praxis, die an einer akuten Infektion der oberen Atemwege litt. Therapieziel sei es vorerst gewesen, das Gesamtsystem der Nasenmukosa bzw. die endonasale Funktion wiederherzustellen und die Patientin von Symptomen zu befreien. „Dies gelang mit einer multimodalen, individuell adaptierten Therapie“, so der HNO-Facharzt (s. Kasuistik).

Kasuistik: Akute Rhinosinusitis

Anamnese: 29-jährige Patientin, seit sechs Wochen bestehende massive, akute Rhinosinusitis.

Befunde: massiv rahmig-eitriges Sekret in der NaseNasengänge beidseits verschwollenKopfschmerzenHalsschmerzen durch Post-nasal-dripMittelohrbeteiligungHörminderungstarkes Krankheitsgefühl

Therapie: nasales Absaugen, Kieferhöhlenspülung, Trommelfellschnitt/Parazentese beidseits, Anwendung des Politzer-VerfahrensBNO 1016, begleitend abschwellendes Nasenspray und Mometason-SprayInhalation und Nasenspülungen als flankierende Maßnahmen

Verlauf: Nach vier Wochen ergibt der Röntgenbefund, dass die Nasennebenhöhlen der Patientin wieder frei sind.

Kasuistik zur Verfügung gestellt von Dr. Wolfgang Christl, praktizierender HNO-Facharzt im Ärztehaus Altdorf

Neben antiinflammatorischen und sekretolytischen Ansätzen, z. B. mit dem evidenzbasierten und leitliniengerechten BNO 1016 (Sinupret® extract, zur Fachinformation) [3], hätten dazu Begleitmaßnahmen wie das nasale Absaugen und die Inhalation beigetragen. Meist lasse sich kein starrer Behandlungsalgorithmus abarbeiten, dafür seien Infektionen der oberen Atemwege zu individuell, so Christl. Es sei vielmehr wichtig, den breiten Fächer an Behandlungsoptionen zu nutzen, der dem HNO-Facharzt zur Verfügung steht. Dieses Repertoire sollte die Phytotherapie mit beinhalten.

Mit Phytotherapeutika Infektionsanfälligkeit* reduzieren

Nach vier Wochen war die junge Mutter von zwei kleinen Kindern, die kurz zuvor in ihren Beruf als Medizinische Fachangestellte zurückgekehrt war, schließlich wieder symptomfrei. Stress sowie körperliche und psychische Belastungen durch Hausbau und Pflege der Mutter hätten zu der Schwere der anfänglichen Infektion geführt, erklärte Christl. Es empfehle sich immer, die Gesamtsituation des Patienten zu betrachten und eine individuell angepasste Therapie auszuwählen, so der HNO-Facharzt.

Um bei Patienten die Rezidivrate zu senken, kann bereits bei den ersten Anzeichen einer erneuten Atemwegsinfektion wie Erkältungen z. B. Imupret® N (zur Fachinformation) - eine Kombination aus sieben heimischen Heilpflanzen - angewendet werden. Nicht zuletzt kann eine Reduktion der Infektionsanfälligkeit* somit auch dazu beitragen, den oftmals unnötigen Antibiotikaeinsatz weiter zu verringern.

Dass die Pflanzenkombination die Häufigkeit wiederkehrender Atemwegsinfektionen reduzieren kann, wurde in einer explorativen Studie gezeigt [4]. In der Untersuchung erhielten Patienten in der akuten Phase einer rezidivierenden akuten Atemwegsinfektion zusätzlich zu einer Basistherapie (Inhalation) entweder die 7-Pflanzen-Kombination (zunächst 5-6× täglich zwei Dragees, anschließend 3× täglich zwei Dragees) oder Lokalantiseptika (Kontrollgruppe). Vier Monate nach Behandlungsende wurde die Häufigkeit wiederkehrender Atemwegsinfektionen anhand von Symptomen wie Husten, Kribbeln im Rachen und Halsschmerzen in den beiden Gruppen verglichen.

Im Kontrollarm wurde bei 25 % der Patienten ein Rezidiv beobachtet, bei den Patienten im phytotherapeutischen Behandlungsarm betrug die Rezidivrate hingegen nur 5 % (Abb. 1) [4]. Unter der Therapie mit der Pflanzenkombination konnte demzufolge die Häufigkeit wiederkehrender Atemwegsinfektionen um 80 % reduziert werden.

Pharmakologische Wirkungen

Die Kombination aus sieben heimischen Heilpflanzen greift auf unterschiedlichen Wegen in die Pathogenese einer Atemwegsinfektion ein. Zum einen unterstützt sie die körpereigene Erkältungsabwehr, indem die Aktivität der natürlichen Killerzellen (NK-Zellen) erhöht wird.

NK-Zellen sind frühe Effektoren der unspezifischen Immunabwehr und dienen u. a. der Erkennung und Inaktivierung virusinfizierter Zellen. Anhand von In-vitro-Daten konnte durch das Phytopharmakon eine Aktivitätssteigerung der NK-Zellen um bis zu 140 % gezeigt werden [5]. Durch eine gesteigerte NK-Zellaktivität kann eine massive Vermehrung von Erkältungsviren gehemmt und so der Ausbruch der Erkältung verhindert werden.

Die durch die Aktivität der NK-Zellen entstandenen zellulären und viralen Partikel werden anschließend von Phagozyten entfernt und über intrazelluläre Prozesse zersetzt. Hierbei werden durch die Bildung und Freisetzung reaktiver Sauerstoffspezies - dem sogenannten oxidativen Burst - die aufgenommenen Partikel innerhalb der Phagozyten verdaut. In-vitro-Untersuchungen zeigen, dass die 7-Pflanzen-Kombination in der Lage ist, die Phagozytoseleistung auf diesem Weg um bis zu 180 % zu steigern (Abb. 2) [6]. Die eingeschlossenen Partikel können dadurch effektiver eliminiert werden und die Erkältungsabwehr so unterstützt werden. Dadurch kann die Erkältung auch deutlich milder verlaufen.Gezeigt werden konnte darüber hinaus, dass die Kombination aus sieben heimischen Heilpflanzen die Vermehrung des respiratorischen Syncytial-Virus (RSV), eines humanpathogenen Atemwegsvirus, effektiv hemmt [5]. Die Kombination aus sieben heimischen Heilpflanzen kann also nicht nur die Häufigkeit wiederkehrender Atemwegsinfektionen, z. B. mit dem Symptom Halsschmerz reduzieren. Frühzeitig eingenommen, lässt sich durch dieses Phytotherapeutikum auch die Infektion eindämmen und so dem Krankheitsausbruch entgegenwirken.

Fazit

Die pharmakologischen Wirkungen der 7-Pflanzen-Kombination tragen dazu bei, den Organismus bei der Abwehr von Erkältungserregern zu unterstützen. Die Pflanzenkombination wirkt in jeder Phase der Erkältung und kann - frühzeitig eingenommen - nicht nur die Infektion eindämmen und den Krankheitsverlauf mildern, sondern auch die Rezidivrate wiederkehrender Atemwegsinfektionen mit Symptomen wie Halsschmerzen reduzieren. Nicht zuletzt kann eine Reduktion der Infektionsanfälligkeit* auch dazu beitragen, den oftmals unnötigen Antibiotikaeinsatz weiter zu verringern.

* Gemeint ist eine physiologische Infektionsanfälligkeit, welche sich im Auftreten häufiger Atemwegsinfektionen z. B. mit dem Symptom Halsschmerzen äußert.


Impressum

Springer Medizin Expertenworkshop „Einsatz von Antibiotika bei Atemwegsinfektionen? Zeit für einen Paradigmenwechsel!“, München, 15. Mai 2019
Medizin Report aktuell Nr. 468047 in: HNO Nachrichten 6/2019
Berichterstattung: Dr. Silke Wedekind, Frankfurt am Main
Leitung Corporate Publishing: Ulrike Hafner (verantwortl. i. S. v. § 55 Abs. 2 RStV) 
Redaktion: Dr. Andreas Strehl
Springer Medizin Verlag GmbH
Heidelberger Platz 3
14197 Berlin
Geschäftsführer: Joachim Krieger, Fabian Kaufmann
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Mit freundlicher Unterstützung der Bionorica SE, Neumarkt

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Literatur

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