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25.10.2019 | Onlineartikel

Ab in den Urlaub

Reisen mit Multipler Sklerose: Wie sind die Patienten zu beraten?

Menschen mit Multipler Sklerose sollten ihre Urlaubsreise besonders sorgfältig planen. Worauf bei der Beratung der Patienten in puncto Reisen in der Praxis zu achten ist, erläutert Professor Dr. Stefan Bittner vom Universitätsklinikum Mainz.

Reisen mit Multipler Sklerose

Unsere moderne Gesellschaft ist sehr mobil, Reisen gehört für sehr viele Menschen zu ihrem Leben dazu. Daran sollte sich im Idealfall auch nichts ändern, wenn die Diagnose „Multiple Sklerose“ gestellt wurde. Dank der enormen Fortschritte bei der Therapie der MS in den vergangenen Jahren kann die Mehrzahl der Patienten weitgehend uneingeschränkt ihrer Reiselust nachkommen.

Allerdings sollten Abenteuerurlaube wie etwa Klettertouren im Himalaya oder das Trekking durch einsame Regionen für MS-Patienten tabu sein, erklärt Professor Bittner. „Auch wenn die MS über lange Zeit stabil ist, kann es doch unerwartet zur Entwicklung eines akuten Krankheitsschubs kommen“, betont der Neurologe. Egal ob Städtetrip, Naturerlebnis oder Badeurlaub – Menschen mit MS sollten größere Reisen nach seiner Darstellung entsprechend ihrem Gesundheitszustand frühzeitig und umfassend planen. Das beginnt schon mit dem Reiseziel und setzt sich fort über den Reiseverlauf bis hin zu Informationen über die medizinischen Versorgungsmöglichkeiten am Urlaubsort.

Wohin geht die Reise?

Schon bei der Planung des Reiseziels sind nach Bittner einige Punkte zu berücksichtigen, wenn eine MS bekannt ist. Wie sind die klimatischen Verhältnisse vor Ort? Ist mit großer Hitze zu rechnen? Dann könnte bei entsprechend empfindlichen Menschen ein Uhthoff-Phänomen und somit eine Verstärkung der MS-Symptome drohen.

Besteht ein ausreichender Versicherungsschutz?

Vor Antritt der Reise ist unbedingt zu klären, ob ein ausreichender Versicherungsschutz besteht und gegebenenfalls ist eine Auslandskrankenversicherung abzuschließen. Dabei ist die MS laut Bittner als chronisch Erkrankung anzugeben, da anderenfalls entstehende Krankheitskosten im Zusammenhang mit der MS unter Umständen nicht übernommen werden.

Ratsam ist aus Sicht des Mediziners ferner eine Reiserücktrittsversicherung, die auf jeden Fall medizinische Gründe für den Rücktritt von der Reise umfassen sollte.

Wie gut ist die medizinische Versorgung vor Ort?

Eine zentrale Frage in der Urlaubsvorbereitung sollte nach Bittner die Möglichkeit der medizinischen Versorgung am Urlaubsort sein. Gibt es einen dort ansässigen Neurologen oder ein Neurologisches Zentrum? Ist eine Klinik in der Nähe des Urlaubsorts? Wird dort deutsch gesprochen? Besteht die Möglichkeit, eventuell erforderliche Kontrolluntersuchungen im Zusammenhang mit einer MS-Therapie zuverlässig zu realisieren?

Für den Fall der Fälle ist es ratsam, eine Bescheinigung des Arztes in deutscher und auch in englischer Sprache mitzuführen. Sie sollte Auskunft geben über die konkrete Diagnose und die aktuelle Behandlung. 

Was ist im Hinblick auf Medikamente zu beachten?

Besonderes Augenmerk ist vor dem Reiseantritt auf die Versorgung mit den notwendigen Medikamenten zu legen. So ist nicht sicher, dass die gewohnte Medikation vor Ort problemlos zu erhalten ist. Deshalb sollten die zur Behandlung der MS eingesetzten Wirkstoffe in ausreichender Menge für die gesamte Reisedauer mitgeführt werden. Die Medikamente gehören laut Bittner unbedingt ins Handgepäck und nicht in den Koffer, der möglicherweise verloren gehen könnte.

Oral einzunehmende Wirkstoffe können weitgehend problemlos mitgeführt werden. Anders sieht das aus bei einer Injektionstherapie und das insbesondere, wenn die Medikamente gekühlt werden müssen. Vorsorglich sollte dann auch eine entsprechende Bescheinigung ausgestellt werden, damit es nicht zu Problemen bei der Sicherheitskontrolle und/oder beim Zoll kommt. Je nach Reiseziel ist nach Bittner im individuellen Fall auch zu überlegen, ob dem Patienten ein orales Kortikoid quasi als Stand by-Medikation verordnet wird, damit er sich bei der Entwicklung eines akuten Schubs im Notfall sogar autark versorgen kann.

Mehr zum Thema Reisen und MS, z. B. zu Reiseimpfungen, finden Sie auf www.fokus-ms.de

Impressum

GZDE.MS.19.08.0578

Sanofi-Aventis Deutschland GmbH
www.sanofi.de

Herausgeber:
Sanofi-Aventis Deutschland GmbH
Industriepark Hoechst, K703
Brüningstr. 50
65926 Frankfurt am Main

Sitz der Gesellschaft: Frankfurt am Main 
Handelsregister: Frankfurt am Main, Abt. B Nr. 40661 
Umsatzsteuer-ID: DE 812134551
Vorsitzender des Aufsichtsrates: Philippe Luscan 
Geschäftsführer: Dr. Fabrizio Guidi (Vorsitzender), Dr. Matthias Braun, Oliver Coenenberg, Evelyne Freitag, Dr. Malte Greune, Prof. Dr. Jochen Maas, Martina Ochel

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