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01.06.2014 | Übersichten | Ausgabe 3/2014

coloproctology 3/2014

Reizdarmsyndrom – Epidemiologie und Pathophysiologie

Zeitschrift:
coloproctology > Ausgabe 3/2014
Autoren:
Prof. Dr. T. Frieling, Prof. Dr. M. Schemann
Wichtige Hinweise
Dieser Beitrag wurde erstpubliziert in Der Gastroenterologe 8:405–416.

Zusammenfassung

Das Reizdarmsyndrom (RDS) ist einer der häufigsten Gründe, warum Patienten den Arzt aufsuchen, und stellt hierdurch eine erhebliche sozioökonomische Belastung dar. Das RDS wurde aufgrund der geschichtlichen Entwicklung bisher symptomenbasiert definiert. Diese symptomenbasierte Definition durch Symptomencluster als Krankheit ist problematisch, da sich das hierdurch definierte Patientenkollektiv bezüglich des Krankheitsverlaufs nicht grundsätzlich von anderen Erkrankungen unterscheidet. Neuere Untersuchungen zeigen, dass das RDS mit verschiedenen strukturellen, molekularen, genetischen, immunologischen, nervalen und psychosozialen Veränderungen assoziiert ist. Die vielen heute diskutierten Pathomechanismen spiegeln zum einen den multifaktoriellen Charakter des RDS wider, sind zum anderen aber auch Hinweise auf pathophysiologisch unterschiedliche Erkrankungen. Es ist zu erwarten, dass in Zukunft die weitere Aufklärung pathophysiologisch relevanter Faktoren und insbesondere deren Korrelation mit den klinischen Symptomen die Diagnostik und Therapie des Reizdarmsyndroms verbessert. Es wird ein wesentliches Ziel sein, Biomarker zur Charakterisierung der zahlreichen RDS-Untergruppen zu finden, damit eine spezifische Therapieentscheidung möglich ist.

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