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14.11.2018 | Originalien | Ausgabe 6/2018

Rechtsmedizin 6/2018

Retinale Blutungen beim Schütteltrauma

Differenzialdiagnostische Aspekte

Zeitschrift:
Rechtsmedizin > Ausgabe 6/2018
Autoren:
Dr. A. Homa, Prof. Dr. M. Nentwich

Zusammenfassung

Hintergrund

Die Beurteilung retinaler Blutungen spielt eine wichtige Rolle, wenn der Verdacht auf Kindesmisshandlung besteht.

Fragestellung

Darstellung der Charakteristika retinaler Blutungen beim Schütteltrauma („shaken baby syndrome“, SBS) sowie von Unterscheidungsmerkmalen zwischen retinalen Blutungen beim SBS und bei Purtscher-Retinopathie, Terson-Syndrom, geburts- und durch Unfälle bedingten retinalen Blutungen.

Material und Methoden

Literaturrecherche, Gegenüberstellung der Charakteristika retinaler Blutungen von SBS und den oben genannten Differenzialdiagnosen.

Ergebnisse

Retinale Blutungen beim SBS sind häufig bilateral und in großer Zahl vorhanden, reichen typischerweise bis in die Peripherie und können in allen Netzhautschichten liegen. Dahingegen sind bei der Purtscher-Retinopathie Cotton-wool-Herde typisch. Das Terson-Syndrom kommt im Kindesalter selten vor, und die Blutungen sind häufiger präretinal lokalisiert. Geburtsbedingte retinale Blutungen liegen vorwiegend am hinteren Pol und werden zumeist innerhalb eines Monats resorbiert. Durch einen Unfall bedingte retinale Blutungen setzen ein schweres Schädel-Hirn-Trauma voraus und sind in der Regel weniger ausgeprägt als beim SBS.

Schlussfolgerung

Verschiedene Unterscheidungsmerkmale können die Abgrenzung eines SBS zu anderen Differenzialdiagnosen retinaler Blutungen erleichtern. Ein für das SBS pathognomonisches Zeichen gibt es nicht. Jedoch lässt die Kombination von Subduralblutung, retinalen Blutungen mit typischen Charakteristika und fehlenden Zeichen einer äußeren Kopfverletzung eine Kindesmisshandlung als sehr wahrscheinlich erscheinen.

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