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23.10.2019 | Leitthema | Ausgabe 11/2019

Bundesgesundheitsblatt - Gesundheitsforschung - Gesundheitsschutz 11/2019

Risiko Pflanze – Ein neuer Ansatz zur Einschätzung des Vergiftungsrisikos für Kleinkinder

Zeitschrift:
Bundesgesundheitsblatt - Gesundheitsforschung - Gesundheitsschutz > Ausgabe 11/2019
Autoren:
Dr. med. Maren Hermanns-Clausen, Hilke Andresen-Streichert, Jörg Pietsch, Daniela Acquarone, Joan Fuchs, Kathrin Begemann
Wichtige Hinweise

Zusatzmaterial online

Zusätzliche Informationen sind in der Online-Version dieses Artikels (https://​doi.​org/​10.​1007/​s00103-019-03034-5) enthalten.

Zusammenfassung

Hintergrund

Vergiftungen durch Pflanzen bei Kleinkindern (0,5 bis <6 Jahre) sind der dritthäufigste Grund zur telefonischen Konsultation eines Giftinformationszentrums (GIZ). Zur Vermeidung von Vergiftungen wurde im Jahr 2000 im Bundesanzeiger eine Liste giftiger Pflanzen veröffentlicht, deren Anpflanzung an Aufenthalts- und Spielorten von Kindern vermieden werden sollte. Diese Liste wurde nun durch den Ausschuss „Giftigkeit von Pflanzen“ der Kommission zur Bewertung von Vergiftungen am Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) überarbeitet und aktualisiert.

Material und Methoden

Relevante Pflanzen wurden einer aktuellen Publikation entnommen. In PubMed erfolgte eine Literaturrecherche zu kindlichen Vergiftungsfällen und Pflanzeninhaltsstoffen. Ergänzend fanden Monografien und die Datenbank POISINDEX Berücksichtigung. Die Klassifizierung erfolgte für Pflanzen, die bei oraler, dermaler und okulärer Aufnahme von geringen Mengen bei Kleinkindern schwere, mittelschwere, leichte oder keine Vergiftungen auslösen können.

Ergebnisse

Die auf Basis von Expositionsdaten und Pflanzeninhaltsstoffen vorgenommene Risikobewertung unterscheidet sich von bisherigen Publikationen, in denen das grundsätzliche Gefährdungspotenzial eingeschätzt wurde. Insgesamt 251 Pflanzen wurden neu bewertet. Für 11 Pflanzen wurde ein hohes, für 32 ein mittleres, für 115 ein leichtes und für 93 Pflanzen kein Vergiftungsrisiko ermittelt.

Schlussfolgerung

Der neue Bewertungsansatz, das Vergiftungsrisiko für Kleinkinder auf der Basis von Expositionsdaten unter Berücksichtigung der Toxizität der Inhaltsstoffe zu bewerten, ermöglicht eine realistischere Abschätzung der Gefährdung durch Gartenpflanzen und Pflanzen in der freien Natur. Es können die kindlichen Expositionen identifiziert werden, die mit einem hohen Vergiftungsrisiko einhergehen.

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103_2019_3034_MOESM1_ESM.pdf
Literatur
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