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01.03.2012 | Leitthema | Ausgabe 3/2012

Der Urologe 3/2012

Roboterassistierte radikale Zystektomie

Brauchen wir den Roboter tatsächlich?

Zeitschrift:
Der Urologe > Ausgabe 3/2012
Autoren:
Dr. G. Niegisch, P. Albers, R. Rabenalt

Zusammenfassung

Im Gegensatz zur radikalen Prostatektomie sind roboterassistierte Verfahren bei der radikalen Zystektomie weit davon entfernt sich als Standard zu etablieren. Eine wesentliche Ursache dafür sind Vorbehalte bezüglich der operativen und onkologischen Sicherheit sowie des tatsächlichen Nutzens des Verfahrens für den Patienten.
In den bislang publizierten Untersuchungen allerdings entsprechen die peri- und postoperativen Morbiditäts- und Mortalitätsraten denen der offenen radikalen Zystektomie. Zudem gibt es Hinweise auf einen möglichen Vorteil der Methode für ältere und kränkere Patienten. Bei noch fehlenden Langzeitdaten sind auch die bisherigen onkologischen Ergebnisse zufriedenstellend. Entgegen vieler Vorbehalte ist auch bei einer roboterassistierten Zystektomie eine ausgedehnte Lymphadenektomie möglich und die R1-Rate ist nicht erhöht. Zu funktionellen Ergebnissen (Kontinenz, Potenz) finden sich bislang noch zu wenig Daten.
Zusammenfassend scheinen roboterassistierte Verfahren die operative und die onkologische Qualität der radikalen Zystektomie nicht zu beeinträchtigen. Ob ein tatsächlicher Nutzen für alle oder für Subgruppen von Patienten besteht, bleibt jedoch weiterhin abzuwarten.

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