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23.04.2019 | Rosazea | Nachrichten

Lasertherapie bei Erythemen & Co.

Rötungen verschwinden bei 577 Nanometern

Autor:
Dr. Miriam Sonnet

Ein Laser mit 577 nm Wellenlänge kann effizient zur Therapie von Gesichtsrötungen, beispielsweise Erythemen oder Teleangiektasien, eingesetzt werden. Ein weiterer Vorteil: Das Risiko für Nebenwirkungen ist gering.

Für zahlreiche Betroffene bedeuten auffällige Gesichtsrötungen, z.B. eine Rosazea, eine deutliche Einschränkung der Lebensqualität. Gerade Teleangiektasien, kleine dilatierte Gefäße, sind nur schwer durch Make-up zu verbergen. Daher entscheiden sich viele Patienten für eine Therapie, beispielsweise mit Lasern. Manche davon rufen jedoch Nebenwirkungen hervor. So wurde die Verwendung eines Argon-Lasers mit Hypopigmentierungen oder Narben in Verbindung gebracht. Der Krypton-Laser wiederum kann u.a. zu Erythemen, Ödemen und Hyperpigmentierungen führen [1].

Eine Lasertherapie mit einer Wellenlänge von 577 Nanometern scheint bei Gesichtsrötungen besonders effektiv zu sein und verursacht fast keine unerwünschten Reaktionen. Das geht aus einer neuen Studie hervor, in der die Autoren 40 Patienten mit Rötungen im Gesicht, die sich einer Laserbehandlung unterzogen hatten, retrospektiv untersuchten [1]. 13 Probanden litten unter Erythemen im Gesicht, 11 unter Gesichts-Teleangiektasien und 7 unter einer Rosacea erythematosa-teleangiectatica. 9 Teilnehmer hatten sowohl Erytheme als auch Teleankgiektasien im Gesicht. Jeder Patient erhielt eine bis vier Laserbehandlungen im Abstand von je vier Wochen. Vor und nach der Therapie wurden die entsprechenden Hautstellen fotografiert und durch zwei unabhängige Experten bewertet.

Erytheme lassen sich am besten entfernen

Insgesamt entfernte der 577 nm-Laser („pro-yellow-Laser“) die Rötungen im Gesicht sehr gut. Die Behandlung war bei Patienten mit Erythemen im Gesicht am effizientesten (Erfolgsrate: 95,38%) und nur etwas weniger erfolgreich bei Teleangiektasien (Erfolgsrate: 83,63%), bei einer Rosacea erythematosa-teleangiectatica (91,42%) und bei der Kombination aus Erythemen und Teleangiektasien (85,5%).

Gleichzeitig benötigten die Ärzte für die Behandlung von Erythemen weniger Lasersessions als bei den anderen Rötungen. Erytheme im Gesicht wurden im Schnitt 1,53 Mal gelasert, Teleangiektasien 3,36 mal, eine Rosacea erythematosa-teleangiectatica 3,14 mal und die Kombination aus Erythemen und Teleangiektasien 2,22 mal. Bei Patienten mit Fitzpatrick Hauttyp 2 war der Laser etwas erfolgreicher als bei Hauttyp 3 (Erfolgsrate 92% vs. 87%).

Komplikationen wie atrophische Narbenbildungen, postinflammatorische Hyperpigmentierungen oder Hypopigmentierungen traten nicht auf. In einem Fall entstand nach dem Lasern ein Erythem, das aber 60 Minuten danach wieder verschwand.

Anwendung auch auf dunkler Haut?

Die Verwendung des „pro-yellow-Lasers“, der ausschließlich Lichtenergie im gelben Wellenlängenbereich emittiert, hat laut Autoren einige Vorteile: So kann er bei Patienten mit dunkler Haut angewendet werden. Außerdem ist das Risiko für Hyperpigmentierungen oder Narbenbildungen äußerst gering. Die Ergebnisse müssen allerdings noch in Studien mit mehr Patienten verifiziert werden.

Das Wichtigste in Kürze

Frage: Ist ein Laser mit 577 nm Wellenlänge für die Behandlung von Rosacea erythematosa-teleangiectatica, Gesichtserythemen oder Teleangiektasien geeignet?

Antwort: Ja, der Laser kann die meisten Rötungen effizient entfernen. Erytheme konnten am effizientesten behandelt werden.

Bedeutung: Der Laser mit einer Wellenlänge von 577 nm ist laut Autoren eine effiziente Alternative zur Behandlung von diversen Rötungen im Gesicht.  

Einschränkungen: Geringe Patientenanzahl

Literatur

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