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Über dieses Buch

Diese S3-Leitlinie gibt Ärzten und Therapeuten detaillierte Handlungsanweisungen und Therapieempfehlungen für alle alkoholbezogenen Erkrankungen.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

1. Einleitung

Zusammenfassung
Alkoholkonsum zählt zu den wichtigsten vermeidbaren Gesundheitsrisiken. Er ist verantwortlich für zahlreiche körperliche, psychische und soziale Folgeschäden, die das Leben eines Betroffenen erheblich beeinträchtigen und zu enormen sozioökonomischen Kosten führen können. In der Bevölkerung werden alkoholbezogene Störungen oft noch nicht als behandlungsbedürftig betrachtet. In der medizinischen Versorgung werden sie häufig nicht erkannt, falsch diagnostiziert und folglich nicht adäquat behandelt. Um diese Situation zu verbessern, wurde die vorliegende S3-Leitlinie „Alkohol“ im Rahmen der Arbeitsgemeinschaft Wissenschaftlich Medizinischer Fachgesellschaften (AWMF) entwickelt. Es wurde eine systematische Recherche der internationalen Literatur durchgeführt. Über 50 Expertinnen und Experten formulierten daraus klinische Empfehlungen zu Diagnose, Screening und Behandlung von alkoholbezogenen Störungen. Die Empfehlungen wurden mit Vertretern von Fachgesellschaften, Berufs-, Betroffenen- und Angehörigenverbänden im Rahmen eines formalen Konsensverfahrens diskutiert, abgestimmt und beschlossen.
Karl Mann

2. Screening und Diagnostik von Intoxikation, schädlichem und abhängigem Alkoholgebrauch

Zusammenfassung
Alkoholbezogene Störungen sind häufig und werden oft nicht zutreffend diagnostiziert. Aus diesem Grund gibt das Kapitel einen Überblick über die aktuelle, wissenschaftliche Literatur im Bereich des Screenings und der Diagnostik von Intoxikation, schädlichem und abhängigem Alkoholgebrauch. Als Screeningfragebogen für riskanten, schädlichen und abhängigen Alkoholgebrauch wird der Alcohol Use Disorders Identification Test (AUDIT) zur Anwendung in allen Settings empfohlen. Als Biomarker zur Evaluation des akuten Alkoholkonsums werden direkte Zustandsmarker (z. B. Ethanol, Ethylglukuronid (EtG), Ethylsulfat) empfohlen. Zum Nachweis von chronischem Alkoholkonsum sollte ein geeigneter direkter Zustandsmarker (EtG in Haaren und Phosphatidylethanol im Blut) eingesetzt werden. Bei indirekten Zustandsmarkern (Gamma-Glutamyl-Transferase, kohlenhydratdefizientes Transferrin, mittleres korpuskuläres Volumen der Erythrozyten) kann nur eine Kombination wie der Antilla Index oder der Alc Index empfohlen werden. Diese Empfehlung gilt für unterschiedliche Settings wie Hausarztpraxen, stationäre Aufnahme, Notaufnahme, präoperatives Screening, Intensivstation. Zur Erhebung von Alkoholkonsum sollen Verfahren zur Ermittlung eines Menge-Frequenz-Indexes sowie der Häufigkeit und Menge höheren Alkoholkonsums oder tageweise rückblickende Anamnesen (Timeline-Followback) eingesetzt werden. Zur Diagnosestellung von schädlichem und abhängigem Alkoholgebrauch sollen validierte Instrumente eingesetzt werden, welche die Kriterien der aktuellen Klassifikationsschemata der International Classification of Diseases (ICD) abbilden.
Friedrich M. Wurst

3. Behandlung von schädlichem und abhängigem Alkoholgebrauch

Zusammenfassung
Kapitel 3 berichtet Ergebnisse einer umfassenden Literaturrecherche zur Behandlung von alkoholbezogenen Störungen. Es werden klinische Empfehlungen zu folgenden Versorgungsbereichen gegeben: Kurzinterventionen, körperliche Entgiftung, qualifizierte Entzugsbehandlung, Pharmakotherapie, Entwöhnung und andere Formen der Postakutbehandlung sowie Versorgungsorganisation. Darüber hinaus werden spezifische Behandlungsempfehlungen für Kinder und Jugendliche, Menschen höheren Alters, Frauen und Schwangere sowie Menschen mit komorbiden körperlichen und psychischen Erkrankungen formuliert.
Karl Mann

4. Versorgungsorganisation

Zusammenfassung
Das Versorgungssystem für Menschen mit alkoholbezogenen Störungen ist in Deutschland sehr differenziert. Es umfasst eine Vielzahl von Angeboten, Strukturen, Prozessen und Akteuren. Damit Betroffene möglichst frühzeitig erkannt, beraten und adäquat behandelt werden können, ist eine frühzeitige Erkennung alkoholbezogener Störungen sowie die Steuerung und Koordination von Versorgungsleistungen erforderlich. Dieses Kapitel integriert alle Empfehlungen der Leitlinie zur Versorgungsorganisation und gibt Anregungen für ein optimiertes „Schnittstellenmanagement“, damit künftig Betroffene nahtlos die im Einzelfall angemessenen Hilfen erhalten können.
Arthur Günthner

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Herausgeber:
Prof. Dr. Dr. Frank Schneider
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