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21.01.2019 | Salben und Cremes | Nachrichten

Ödeme vermehrt bei älteren Patienten

Hautreaktionen auf Kosmetikprodukte je nach Alter unterschiedlich

Autor:
Dr. Miriam Sonnet

Nebenwirkungen wie trockene Haut oder Ödeme treten bei Hautpflegeprodukten nicht selten auf. Dass die Art und Häufigkeit der Reaktionen mit dem Alter korrelieren, zeigt eine aktuelle Studie.

Nicht immer reagiert die Haut auf Kosmetikprodukte positiv, häufig kommt es zu Nebenwirkungen wie Erythemen oder einem Brennen. Eine Langzeitnutzung von Anti-Aging-Produkten kann die Haut austrocknen [1,2]. Bleichcremes wiederum verursachen bei manchen Anwendern Akne-ähnliche Läsionen, Ekzeme oder eine Kontaktdermatitis [2-5]. Die klinischen Eigenschaften solcher Nebenwirkungen, die nach der Anwendung von Hautpflegeprodukten entstehen, wurden allerdings noch nicht systematisch charakterisiert. Unklar ist auch, inwiefern die Reaktionen von Alter und Geschlecht abhängen.

In einer neuen Studie wurde dies nun untersucht [2]. 223 chinesische Probanden, die sich aufgrund von Hautreaktionen im Gesicht nach der Nutzung von Kosmetikprodukten in einer Klinik vorstellten, wurden in die Studie eingeschlossen. Bei den meisten Patienten juckte die Haut (82%), bei anderen wiederum spannte sie sehr stark (50%). Die Autoren fanden dabei keinen Zusammenhang zwischen solchen Hautreaktionen und dem Alter oder dem Geschlecht der Probanden.

Akne-ähnliche Läsionen bei jüngeren Patienten häufiger

Anders sah es bei den klinischen Symptomen aus. 179 Patienten litten unter Erythemen (80%), bei 48% waren Ödeme aufgetreten. Eine trockene Haut und das Auftreten von Ödemen waren dabei mit dem Alter der Probanden assoziiert (p = 0,0001) und traten häufiger bei älteren als bei jüngeren Probanden auf. Jüngere Patienten hingegen litten häufiger unter Akne-ähnlichen Läsionen als ältere Teilnehmer (p = 0,028). Papeln waren tendenziell mit einem höheren Alter assoziiert (p = 0,087). Das Geschlecht der Teilnehmer hatte keinen Einfluss auf die Häufigkeit der Nebenwirkungen.

95 Teilnehmer (ca 40%) zeigten drei oder mehr unterschiedliche Symptome und 45 Probanden (20%) entwickelten drei oder mehr verschiedene Hautläsionen. Das Alter spielte bei der Anzahl der Symptome/Läsionen keine Rolle. Allerdings gab es eine Korrelation zwischen Symptomen und Läsionen: Patienten, die unter mehreren Hautläsionen litten, hatten auch mehr Symptome.

Bessere Tests nötig?

Obwohl eigentlich alle Hautpflegeprodukte getestet werden müssen, bevor sie auf den Markt kommen, leiden Patienten scheinbar immer häufiger unter Nebenwirkungen. In der Studie wurden zwar die Substanzen, welche die Hautreaktionen bei den Probanden auslösten, nicht untersucht – laut Autoren können aber z. B. Stearinsäure oder Ceteareth-20 Entzündungen auslösen. Auch Konservierungsstoffe stehen immer wieder im Verdacht, schädlich für die Haut zu sein und zur Entwicklung einer Kontaktdermatitis beizutragen.

Dass vermehrt ältere Probanden eine trockene Haut entwickeln, ist laut Autoren nicht überraschend, da ab einem Alter von 40 Jahren der Sebumgehalt, der die Feuchtigkeitslevel des Stratum corneum reguliert, abnimmt. Auch eine verringerte Schweißdrüsenaktivität könnte zur trockenen Haut beitragen. Wird die ältere Haut dann noch durch topische Produkte „gereizt“, entsteht eine Xerose schneller als bei jüngeren Menschen.

Die Autoren fordern, Hautpflegeprodukte besser zu testen und die Tests sowohl für normale als auch für bereits vorgeschädigte oder erkrankte Haut auszuweiten.

Das Wichtigste in Kürze

Frage: Gibt es einen Zusammenhang zwischen Nebenwirkungen, die nach Anwendung von Kosmetikprodukten auftreten, und dem Alter oder dem Geschlecht der Nutzer?

Antwort: Ja, klinische Symptome wie Ödeme, trockene Haut oder Akne-ähnliche Läsionen waren in der Studie mit dem Alter korreliert. Bei jüngeren Probanden traten vermehrt Akne-ähnliche Läsionen auf, ältere Probanden litten häufiger unter trockener Haut und Ödemen.

Bedeutung: Die Autoren fordern, Hautpflegeprodukte besser zu testen und die Tests sowohl für normale als auch für bereits vorgeschädigte oder erkrankte Haut auszuweiten.

Einschränkungen unter anderem: Es wurde nicht getestet, welche Inhaltsstoffe die Reaktionen auslösen.

Literatur

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