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16.06.2019 | Schilddrüsenkarzinome | Leitthema | Ausgabe 7/2019

Der Onkologe 7/2019

Risikoadaptiertes chirurgisches Vorgehen beim differenzierten Schilddrüsenkarzinom – ist weniger mehr?

Zeitschrift:
Der Onkologe > Ausgabe 7/2019
Autoren:
Dr. Julia Isabelle Staubitz, Univ.-Prof. Dr. Thomas Johannes Musholt

Zusammenfassung

Hintergrund

Die Änderung der WHO Klassifikation von Schilddrüsentumoren sowie kürzlich publizierte Studienergebnisse zur Active Surveillance bei – durch FNP (Feinnadelpunktion) identifizierten – papillären Mikrokarzinomen der Schilddrüse legen nahe, dass das Malignitätspotenzial von bestimmten Subgruppen der Schilddrüsenneoplasien bislang möglicherweise überschätzt wurde.

Fragestellung

Vor dem Hintergrund aktueller Studien und Leitlinien ergibt sich die Frage, ob ein weniger aggressives chirurgisches Vorgehen bei differenzierten Schilddrüsenkarzinomen gerechtfertigt sein könnte.

Material und Methoden

Auf Basis der Leitlinien der Chirurgischen Arbeitsgemeinschaft Endokrinologie (CAEK) und der kürzlich aktualisierten American Thyroid Association (ATA) wird eine kritische Diskussion zur Beantwortung der Frage geführt, ob eine Anpassung der aktuellen Empfehlungen zum chirurgischen Management des Schilddrüsenkarzinoms erforderlich ist.

Ergebnisse und Schlussfolgerung

Die Empfehlungen der ATA ermöglichen eine Active Surveillance bei papillären Mikrokarzinomen. Weiterhin wird bei differenzierten Schilddrüsenkarzinomen >1 cm und <4 cm ohne Risikofaktoren die Option der Hemithyreoidektomie als Alternative zur Thyreoidektomie propagiert. Die CAEK empfiehlt dagegen die Durchführung einer Thyreoidektomie als Regeleingriff beim Schilddrüsenkarzinom – mit den Ausnahmen des papillären Mikrokarzinoms und des minimal-invasiven follikulären Schilddrüsenkarzinom ohne Angioinvasion, welche durch eine Hemithyreoidektomie versorgt werden können. Änderungen der WHO Klassifikation machen eine Adaptation des chirurgischen Managements an die präoperative Risikostratifikation des Tumors notwendig. Daher ist eine umfassende präoperative Diagnostik (einschließlich Molekularbiologie) für das zeitgemäße, risikoadaptierte chirurgische Vorgehen essenziell.

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Literatur
Über diesen Artikel

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