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Ultraschall in der Sekundärprävention von Schilddrüsenknoten – Evidenz, Nutzen und Limitationen

Erschienen in:

Zusammenfassung

Hintergrund

Schilddrüsenknoten sind häufige Zufallsbefunde in der Sonographie. Die sonographische Früherkennung in der Sekundärprävention in Form eines Screenings scheint dabei keinen patientenrelevanten Nutzen zu haben.

Ziel

Darstellung der internationalen Evidenz zum Nutzen und Schaden von Sonographie in der Sekundärprävention von Schilddrüsenknoten.

Methodik

Narrative Übersicht (PubMed-Recherche, 2010–2025) zu Leitlinien (American Thyroid Association, ATA; American Association of Clinical Endocrinology, AACE/American College of Endocrinology, ACE; European Thyroid Association, ETA; United States Preventive Services Task Force, USPSTF; National Institute for Health and Care Excellence, NICE; deutschsprachige S3-Leitlinien), bevölkerungsbasierten Studien (SHIP, KORA, SEER) sowie systematischen Reviews und Metaanalysen.

Ergebnisse

Die Prävalenz von Schilddrüsenknoten ist hoch, der Anteil klinisch relevanter oder maligner Befunde gering. Die Mortalität des Schilddrüsenkarzinoms ist niedrig. Ein generelles Sonographie-Screening asymptomatischer Erwachsener erhöht die Inzidenz – überwiegend indolenter papillären Karzinome – ohne Mortalitätsreduktion. Das Risiko der Überdiagnostik und nachfolgenden Übertherapie ist substanziell. Internationale und nationale Leitlinien raten daher vom Screening zur Früherkennung des Schilddrüsenkarzinoms ab. Für die gezielte Abklärung bei klinischem Verdacht sind standardisierte Ultraschall-Risikoklassifikationen (z. B. European Thyroid Imaging Reporting and Data System, EU-TIRADS/American College of Radiology TIRADS, ACR TIRADS) essenziell.

Schlussfolgerung

Ein generelles Screening asymptomatischer Personen mittels Sonographie wird nicht empfohlen. Die Rate an Überdiagnostik ist hoch, der Nutzen hinsichtlich Morbiditäts- oder Mortalitätsreduktion nicht belegt.
Titel
Ultraschall in der Sekundärprävention von Schilddrüsenknoten – Evidenz, Nutzen und Limitationen
Verfasst von
Felix Werner
Susann Hueber
Sarina Katrin Müller
PD Dr. med. Matti Sievert
Publikationsdatum
30.12.2025
Verlag
Springer Medizin
Erschienen in
HNO / Ausgabe 4/2026
Print ISSN: 0017-6192
Elektronische ISSN: 1433-0458
DOI
https://doi.org/10.1007/s00106-025-01709-x
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Bildnachweise
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