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12.03.2020 | Schnittverletzung | Originalien | Ausgabe 5/2020 Open Access

Zentralblatt für Arbeitsmedizin, Arbeitsschutz und Ergonomie 5/2020

Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten bei Beschäftigten in Küchenbetrieben in Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege

Zeitschrift:
Zentralblatt für Arbeitsmedizin, Arbeitsschutz und Ergonomie > Ausgabe 5/2020
Autoren:
MPH Dr. Madeleine Dulon, Dana Wendeler, Claudia Westermann, Prof Dr. Albert Nienhaus

Zusammenfassung

Hintergrund

Für Beschäftigte in Küchenbetrieben liegen nur wenige Daten zum Arbeitsunfall- und Berufskrankheitengeschehen für Deutschland vor. Für eine differenzierte Analyse wurden Routinedaten der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst- und Wohlfahrtspflege (BGW) genutzt.

Methoden

Eingeschlossen wurden Versicherte, die als Küchenhilfe oder Koch tätig waren und für die ein Arbeitsunfall oder eine Verdachtsanzeige auf eine Berufskrankheit (BK) bei der BGW zwischen 2008 und 2017 gemeldet wurde. Die Ergebnisse wurden für die Berufsgruppen deskriptiv beschrieben und Gruppenunterschiede mittels Chi-Quadrat-Test überprüft.

Ergebnisse

Rund 70 % der Unfälle und BK-Anzeigen stammten von Küchenhilfen, 30 % von Köchen. Küchenhilfen verletzten sich häufiger bei Stolperunfällen und beim manuellen Transport von Gegenständen als Köche. Fast die Hälfte der Unfälle von Köchen wurde durch die Handhabung von Messern verursacht und knapp 17 % durch Verbrennungen. BK-Verdachtsanzeigen auf eine Hauterkrankung machten in beiden Gruppen jeweils über 80 % aus. Bandscheibenbedingte Erkrankungen der Lendenwirbelsäule hatten einen Anteil von 5 % und obstruktive Atemwegserkrankungen von 3 %. Der BK-Verdacht wurde in 78 % bestätigt, in den meisten Fällen handelte es sich um Hauterkrankungen, ausgelöst durch Feuchtarbeit, Desinfektions- oder Reinigungsmittel.

Diskussion

Schnittverletzungen und Stolperunfälle werden auch von anderen Autoren als Unfallschwerpunkte in Küchenbetrieben beschrieben. Das BK-Geschehen wurde überwiegend durch Hauterkrankungen bestimmt, das in diesem Ausmaß von anderen Autoren nicht berichtet wird. Berichtet werden vielmehr hohe Prävalenzen für muskuloskeletale Beschwerden im Bereich von Schulter und Hand, für die sich in den hier vorliegenden Daten keine Belege fanden.

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