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17.05.2019 | Originalien

Sechs Jahre „offene Türen“ an den Universitären Psychiatrischen Kliniken Basel

Zeitschrift:
Der Nervenarzt
Autoren:
Dr. Eva Kowalinski, Lisa Hochstrasser, Andres R. Schneeberger, Stefan Borgwardt, Undine E. Lang, Christian G. Huber

Zusammenfassung

Hintergrund

Zwangsmaßnahmen haben negative Auswirkungen auf den Patienten und seine Behandlung. Ihre Anwendung stellt ein ethisches Dilemma dar, und sie sollten nur genutzt werden, wenn keine weniger einschneidenden Maßnahmen zur Verfügung stehen. Geschlossene Türen in der Psychiatrie können ein Stationsklima fördern, das die Wahrscheinlichkeit für Aggressionen und konsekutive Zwangsmaßnahmen erhöht. Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, die Häufigkeit von Zwangsmaßnahmen während der Implementation einer klinikweiten „open door policy“ zu untersuchen.

Material und Methoden

In dieser Beobachtungsstudie über sechs Jahre (2010–2015) untersuchten wir die Häufigkeit von Isolation und Zwangsmedikation anhand von 17.359 Fällen, die in der Klinik für Erwachsene der Universitären Psychiatrischen Kliniken Basel behandelt wurden. In diesem Zeitraum wurden sechs vormals dauerhaft geschlossen geführte Stationen geöffnet.

Ergebnisse

Die Häufigkeiten für Isolation (von 8,2 % auf 3,5 %) und Zwangsmedikation (von 2,4 % auf 1,2 %) gingen innerhalb des Beobachtungszeitraums kontinuierlich und klinisch relevant zurück.

Diskussion

Unsere Ergebnisse unterstreichen das Potenzial, mithilfe einer offeneren Psychiatrie die Häufigkeit von Zwangsmaßnahmen zu senken.

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