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29. Seltene Lungeninfekte

  • 2022
  • OriginalPaper
  • Buchkapitel
Erschienen in:

Zusammenfassung

Seltene Infektionen der Lunge stellen eine diagnostische und therapeutische Herausforderung dar. Die auslösenden Erreger sind nicht selten langsam wachsend, schwer nachweisbar und/oder nur unter bestimmten Bedingungen anzüchtbar. Dennoch kann ein Nachweis in Atemwegsmaterialien auch lediglich durch eine Kolonisation bedingt sein. Des Weiteren treten bei seltenen Lungeninfektionen oft ungewöhnliche radiologische Veränderungen auf, welche zu Fehldiagnosen wie z. B. Malignomen oder Tuberkulose führen können. Mischinfektionen komplexer Erreger wie z. B. Tuberkulose und pulmonale Nokardiose erschweren zudem die Diagnostik. Bei seltenen Infektionen, welche mit Milchglasinfiltraten einhergehen (z. B. Pneumocystus-jirovecii-Pneumonie), ist insbesondere in Notfallsituationen COVID-19 (Corona Virus Disease 2019) eine mögliche Differenzial- und Fehldiagnose. All diese Faktoren führen mitunter zum verzögerten Beginn einer adäquaten Behandlung. Seltene Lungeninfektionen müssen oft langwierig (z. B. über mehrere Monate) und/oder sehr spezifisch antiinfektiv behandelt werden. Fehlbehandlungen können den Zustand des Patienten negativ beeinflussen und zur Entwicklung von Resistenzen führen. Bei bestimmten Infektionen muss zum korrekten Zeitpunkt entschieden werden, ob eine zusätzliche operative Therapie nötig ist. Hauptrisikofaktoren für seltene Lungeninfekte sind Immunsuppression und pulmonale Vorerkrankungen. Doch auch Patienten mit weniger ausgeprägten Risikofaktoren oder ohne relevante Vorerkrankungen können an seltenen Lungeninfektionen erkranken.
Titel
Seltene Lungeninfekte
Verfasst von
Teresa J. Euler
Gernot G. U. Rohde
Copyright-Jahr
2022
Verlag
Springer Berlin Heidelberg
DOI
https://doi.org/10.1007/978-3-662-63651-0_29
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