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12.05.2017 | Sepsis | Intensivmedizin | Ausgabe 8/2017

Der Anaesthesist 8/2017

Erkenntnistheorie auf der Intensivstation – Welchen Zweck erfüllt eine Definition?

Paradigmenwechsel in der Sepsisforschung

Zeitschrift:
Der Anaesthesist > Ausgabe 8/2017
Autoren:
P. Dickmann, A. Scherag, S. M. Coldewey, C. Sponholz, F. M. Brunkhorst, Prof. Dr. M. Bauer
Wichtige Hinweise
Zu diesem Thema gibt es einen ergänzenden Artikel von Schmoch et al. [ 13] Sie finden diesen Beitrag unter doi: 10.​1007/​s00101-017-0316-2.

Zusammenfassung

Die Einführung der neuen Sepsisdefinition im Frühjahr 2016 stellt ein neues Erklärungsmuster für das klinische Bild der Sepsis vor. Sepsis wurde bisher als systemische Entzündungsantwort („systemic inflammatory response syndrom“, SIRS) infolge einer Infektion definiert. Aufgrund eines besseren Verständnisses der molekularen Mechanismen ist der Fokus bei der neuen Sepsisdefinition nicht mehr die Entzündungsantwort, sondern der Gewebeschaden und die dadurch induzierte Einschränkung der Organfunktion. Das Paradigma rückt also von der Infektion und der systemischen Entzündungsantwort zu dem, was eine Sepsis sowohl in der Erkrankungsdynamik als auch im Outcome so gefährlich macht: dem Organversagen aufgrund einer fehlregulierten Wirtsantwort auf eine Infektion. Dieser Perspektiven- oder Paradigmenwechsel ermöglicht es, – im klinischen Alltag auch außerhalb von Intensivstationen Patienten früher zu erkennen und schneller zu behandeln, die ein höheres Risiko haben, eine Sepsis zu entwickeln; und – neue Behandlungsstrategien zu entwickeln, die die Entstehung einer Sepsis besser kausal therapieren können.

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