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Erschienen in: German Journal of Exercise and Sport Research 4/2022

Open Access 28.10.2021 | Hauptbeitrag

Sexualität von Schüler*innen im Sportunterricht

Ergebnisse einer Diskursanalyse in Onlineforen

verfasst von: Dr. Nicola Böhlke, Dr. Benjamin Zander

Erschienen in: German Journal of Exercise and Sport Research | Ausgabe 4/2022

Zusammenfassung

Schule ist kein asexueller Sozialraum. Gerade das Fach Sport dürfte aufgrund seiner Körperzentrierung vielfältige Bezüge zur Sexualität bieten, was aber bislang kaum untersucht wurde. Im Beitrag wird der zentralen Frage nachgegangen, wie sich die Sexualität von Schüler*innen im Sportunterricht als ein diskursives Phänomen konstituiert. Hierzu wurde eine qualitative Diskursanalyse durchgeführt, die sich auf Onlineforen stützt und Datenmaterial aus dem Zeitraum 2007–2021 berücksichtigt. Die Befunde, die mit den Analyseverfahren der Grounded Theory herausgearbeitet wurden, zeigen, dass Sexualität im Sportunterricht als ein diskursives Phänomen äußert facettenreich ist, so an Themen wie Kleidung, Körpernähe oder Koedukation gebunden ist und dabei als hierarchisches Geschehen im Zusammenhang der Rollen von Lehrer*innen und Schüler*innen, als emotionales Geschehen in Verbindung mit Scham, Empörung, Ekel, Neugierde oder Lust, aber auch als alltägliches wie omnipräsentes Geschehen kontextualisiert wird. In einer differenzierten Beschreibung des Phänomens werden themenübergreifend die zentralen Ursachen (insbesondere die starke Normierung des Phänomens), Konsequenzen (zum Beispiel soziale Verurteilungen als Folge von Verhaltensweisen, durch die sich andere belästigt fühlen) und Strategien des Umgangs mit Sexualität (zum Beispiel das Verstecken der Erektion bzw. der Brüste) herausgestellt. Auf Basis der Phänomenbeschreibung wird die Sexualität von Schüler*innen als ein Drahtseilakt deutlich, der darin besteht, teils divergierende Normen gekonnt auszutarieren, was zukünftig von der Schulsportforschung tiefergehend zu untersuchen ist.
Der Körper der Schüler*innen steht im Sportunterricht unweigerlich im Fokus, da er – für alle Anwesenden sichtbar in Szene gesetzt – berührt, bewertet und kommentiert wird (Hunger & Böhlke, 2017). Die ausgeprägte Körperlichkeit des Faches lässt auf Zusammenhänge mit dem Themenfeld der Sexualität schließen. Krüger und Ruin (2020, S. 50) nehmen an, dass das Körperempfinden der Schüler*innen im Altersverlauf zunehmend von sexuellen Aspekten überlagert wird. Auch wenn Studien bislang fehlen, die sich explizit dieser Thematik widmen, weisen erste Ergebnisse der Schulsportforschung darauf hin, dass der Sportunterricht kein asexueller Sozialraum ist und z. B. die Gefahr der Entstehung von sexualisierten Grenzüberschreitungen und sexualisierter Gewalt in sich birgt (z. B. Schicklinski & Hofmann, 2018). Insbesondere diese und andere vermeintlich problematischen Seiten der Sexualität von Schüler*innen (z. B. ungeschützter Sex, Beteiligung an ungewollten Schwangerschaften) werden in nationalen wie internationalen Studien untersucht (u. a. Wei & Xuenqin, 2020). Weiterhin wird Sexualität als zentrale Entwicklungsaufgabe von Heranwachsenden verstanden, zu deren Bewältigung schulische Lehr-Lernkonzepte entwickelt und erforscht werden (u. a. Sielert, 2015). Jenseits problematisierender und normativer Sichtweisen auf die Sexualität von Heranwachsenden sind z. B. Begehren, Eifersucht oder Verliebtheit gerade für Schüler*innen wichtige Themen des Schulalltags (u. a. Allen, 2017), die aber bislang kaum mit Blick auf den Sportunterricht untersucht wurden.
Ausgehend von diesem Desiderat ist das Ziel der vorliegenden Studie, die Sexualität von Schüler*innen im Sportunterricht auf Basis eines weit gefassten Begriffsverständnisses explorativ in ihrer Vielschichtigkeit zu erforschen und als Phänomen in seinen sozialen Konstruktionsweisen auf diskursiver Ebene zu beschreiben.
Diskurse sind dabei nicht als sprachliche Abbilder vorgängiger Handlungen zu verstehen, sondern als Produzenten eigenständiger Wirklichkeiten. Sie produzieren die Gegenstände, über die sie sprechen und prägen den Rahmen für das Denken, Fühlen und Wollen der Akteur*innen des Sportunterrichts (Foucault, 1991). Vor dem Hintergrund dieser Annahme bearbeitet der Beitrag die zentrale Frage, wie sich die Sexualität von Schüler*innen im Sportunterricht als ein diskursives Phänomen konstituiert. Hierzu wird eine qualitative Diskursanalyse durchgeführt, die sich auf Kommunikationen in Onlineforen stützt, die mit den Analyseverfahren der Grounded Theory ausgewertet werden. Die Entscheidung für Onlineforen als Datenmaterial begründet sich in der Annahme, dass (heranwachsende) Personen nicht ohne Weiteres in einer Face-to-Face-Situation, z. B. einem Interview, mit (erwachsenen) Forschenden über intime und persönliche Themen, wie eben Sexualität, sprechen möchten bzw. können. Onlineforen hingegen werden von Jugendlichen bei sexuellen Fragen gezielt konsultiert und für den Austausch mit Peers oder Expert*innen genutzt (u. a. Döring, 2013).
Anhand ausgewählter Ergebnisse der Diskursanalyse zeigt der Beitrag, wie sich die Sexualität von Schüler*innen in Onlineforen entlang verschiedener Themen zu einem diskursiven Phänomen mit vielfältigen Facetten formiert. Im Mittelpunkt der Ergebnisdarstellung steht eine differenzierte Beschreibung des Phänomens, die themenübergreifende zentrale Ursachen, Konsequenzen und Strategien des Umgangs mit Sexualität herausstellt. Diskutiert wird folgend, inwieweit die Ergebnisse der Studie zur Sexualität von Schüler*innen der Schulsportforschung (u. a. Balz, Krieger, Miethling, & Wolters, 2020) ein neues Forschungsfeld eröffnen und wie sich aus der Phänomenbeschreibung konkrete Anschlussmöglichkeiten für weiterführende Untersuchungen ergeben.

Theoretischer Hintergrund und Forschungsstand

Sexualität lässt sich als ein biopsychosoziales Forschungsfeld weit fassen. So existiert eine Vielzahl wissenschaftlicher Perspektiven, die weit mehr Aspekte als die der Fortpflanzung von Lebewesen miteinbeziehen und auch Ausdrucksformen des Begehrens, Muster der Beziehungspraxis oder Inszenierungen von Geschlechterkörpern in Abhängigkeit von disziplinären Sichtweisen und ihrer Theorietradition als triebhaftes Bedürfnis, kommunikative Beziehung, als Interaktion von Körpern etc. untersuchen (Flicker, 1998, S. 5ff.). Im Sinne der explorativen Zielstellung wird in der Studie einer weiten Gegenstandsbestimmung von Sexualität gefolgt. Es wird eine sozialkonstruktivistische Perspektive eingenommen, die im Folgenden näher bestimmt wird.

Sexualität als soziale Konstruktion

In den Sozialwissenschaften wird Sexualität seit den 1970er Jahren als eine beschreibungs- und erklärungsbedürftige soziale Tatsache diskutiert, die sich innerhalb von gesellschaftlichen Verhältnissen vollzieht (u. a. Löw, 2008). Der Fokus wird auf spezifische Sexualitäten1 gelenkt, die auf komplexen Konstruktionsleistungen von Akteur*innen basieren. Diese sozialkonstruktivistische Vorstellung widerspricht biologistisch-naturalistischen Auffassungen einer Triebgebundenheit menschlichen Handelns und impliziert eine Infragestellung der ontologischen Qualität von Körper, Geschlecht und Sexualität. Villa (2014) stellt ferner heraus, dass Körper, Geschlecht und Sexualität zwar distinkte soziologische Untersuchungsfelder darstellen, die (im Sinne von Intersektionalität) eng miteinander vernetzt, aber keinesfalls aufeinander zu reduzieren sind. Alltagsweltliche Konstruktionsprozesse sind u. a. dadurch gekennzeichnet (Berger & Luckmann, 1969), dass sich Akteur*innen auf im Sozialisationsprozess verinnerlichte Übereinkünfte beziehen, was in den jeweiligen gesellschaftlichen Kontexten konsensuell als Sexualität definiert wird. In diesem Zusammenhang wird auf diskursiv verbreitetes Wissen zurückgegriffen.
Auf diskursiver Ebene lassen sich insbesondere mit Blick auf die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts die Positionen der Repression von Sexualitäten und der Befreiung ebendieser identifizieren, die konträr aufeinander bezogen sind, da beide von einer Sexualität als einer „triebgesteuerten Naturerscheinung“ ausgehen (König, 2001, S. 573). Die Arbeiten Foucaults (u. a., 2020) zeigen detailliert, wie sich diese Positionen historisch wandeln und sprachliche Diskurse auch außersprachliche Realitäten, wie z. B. Praktiken sexuellen Begehrens, mit hervorbringen. Dabei erscheint die Konstruktion von Sexualität als symbolisches und performatives Produkt (Foucault, 2020). Die Summe diskursiver Aussagen erzeugt soziale Gegenstände, die mit Wahrheit, Vernunft und Wahnsinn assoziiert sind und als richtig oder falsch klassifiziert werden. Diskurse schaffen somit Vorstellungen von Normalität und stecken mit ihren Deutungen den Rahmen für die Einordnung bzw. auch Akzeptanz von Handlungen ab. Dabei verlaufen sie nicht „transparent und neutral“, sondern unterliegen Regeln, was von wem und wo gesagt oder nicht gesagt werden darf (Foucault, 1991, S. 11).
Die Diskursforschung macht deutlich, dass Sexualitäten eng mit Moralvorstellungen verwoben zu denken sind. Vorherrschende normative Vorgaben und Vorstellungen hinsichtlich richtiger bzw. falscher Sexualitäten sind – kulturspezifisch betrachtet – keineswegs eindimensional bzw. eindeutig, sondern komplex und widersprüchlich (Döring, 2013). So kennzeichnet die traditionelle, vor allem religiös geprägte Sexualmoral, die die Fortpflanzungs- und Beziehungsfunktion in den Mittelpunkt stellt, abweichende sexuelle Praxen (z. B. Selbstbefriedigung, Homosexualität). Weiterhin sind Sexualitäten mit Geschlechterkonstruktionen eng verwoben, welche eine stark normierende Wirkung einnehmen. Dies zeigt sich in einer geschlechtsbezogenen sexuellen Doppelmoral, in der sexuelle Aktivität bei Frauen generell kritischer und negativer bewertet wird als bei Männern (Kreager & Staff, 2009). Männer haben gemäß traditioneller Geschlechterstereotype einen stärken Sexualtrieb und betonen durch sexuelle Aktivität ihre Männlichkeit, wobei Frauen in Sexualität in erster Linie Liebe suchen und sexuelle Verfügbarkeit einen Verlust ihres Ansehens zur Folge hat. In diesem Kontext fungiert Sexualität auch als Mittel der Gewaltausübung respektive als Machtmittel.
In der westlichen Welt hat sich die moderne säkulare sexuelle Konsensmoral (Schmidt, 1996) etabliert, die auf starre inhaltliche Vorgaben zur Sexualität verzichtet: Diversität menschlicher Sexualitäten wird auf der Basis sexueller Menschenrechte anerkannt, als legitim gilt jede sexuelle Praxis, die im Einvernehmen der Beteiligten stattfindet. Nichtsdestotrotz sind Vorurteile, Stereotype sowie Diskriminierungen und Gewalt gegen sexuelle Minderheiten weiterhin gesellschaftlich verbreitet (u. a. Döring, 2013).

Sexualität in Sport und Schulsport

Aktuell ist die sportwissenschaftliche Diskussion zur Sexualität insbesondere von den Erkenntnissen über sexualisierte Grenzüberschreitungen und Gewalt im Breiten- und Leistungssport geprägt (Ohlert, Seidler, Rau, Rulofs, & Allroggen, 2018; Rulofs, 2017). Grundlegende Ausführungen zur Sexualität sind rar gesät. Eine Ausnahme stellt die Bearbeitung von Krüger (2009) dar, in der u. a. deutlich wird, dass Sport seit jeher mit Sexualität und Erotik in Verbindung steht: sowohl als Sexualisierung oder Erotisierung des sportlich-athletischen Körpers als auch hinsichtlich Bemühungen dahingehend, durch Sport Sexualität zu unterdrücken oder zu beherrschen. Schaaf und Nieland (2011) sehen eine steigende Tendenz im Hinblick auf sexualisierte Darstellungen von Profisportler*innen in Text und Bild und sprechen diesbezüglich von einer zunehmenden Sexualisierung des Sports – eine Tendenz, die Rulofs und Hartmann-Tews (2017) in jüngeren Analysen zu geschlechtsspezifischen Differenzen in medialer Darstellung überwiegend bestätigen.
Noch seltener wird Sexualität zum Gegenstand der Schulsportforschung, was sicherlich zunächst darauf zurückzuführen ist, dass sie – abseits von Kontexten sexualpädagogischer Arbeit bzw. sexueller Bildung (u. a. Siemoneit, 2021) – nicht in der Schule vorgesehen ist und das Fach Sport (bislang) keinen sexualpädagogischen Auftrag verfolgt. Unabhängig von der normativen Ebene finden sich empirische Studien zu den nach Villa (2014) als mit Sexualität im Zusammenhang stehenden Gegenstandsbereichen Körper und Geschlecht, die erste Hinweise auf das Phänomen liefern. Miethling und Krieger (2004, S. 227ff.) arbeiten u. a. die Kategorie der „Körperlichen Exponiertheit“ heraus und zeigen, wie sich Schüler*innen in dynamischen Unterrichtssituationen zwischen den Polen Geschütztheit/Sicherheit und Bloßstellung/Verunsicherung bewegen. Forschungen zu Geschlechterverhältnissen im (koedukativen) Sportunterricht betonen, dass die Kategorie Geschlecht grundsätzlich von hoher Bedeutung für Schüler*innen und Lehrer*innen ist und stereotyp entlang der Differenz „männlich“ und „weiblich“ aktualisiert wird (Frohn, 2020). Enger gefasst wird Sexualität im Zusammenhang mit spezifischen Themen wie Scham (u. a. Hunger & Böhlke, 2017) oder Berührungen (u. a. Weigelt, 2009) aufgegriffen. Sexualität erscheint hier als ausschließlich negativ bewertetes und zugleich stark tabuisiertes Phänomen. Auch wenn die Debatte um sexualisierte Grenzüberschreitungen im Sportunterricht (u. a. Schicklinski & Hofmann, 2018) das Phänomen verstärkt auf die sportwissenschaftliche Agenda bringt, fehlen grundlegende Untersuchungen, die Sexualität in ihren vielfältigen Facetten Rechnung tragen.

Methodisches Vorgehen

In der dem Beitrag zugrunde liegenden Studie wurde mit der wissenssoziologischen Diskursanalyse (WDA) gearbeitet, da die WDA u. a. darauf spezialisiert ist, Fragen der Konstitution von Phänomenen in Diskursen zu untersuchen (Keller, 2011, S. 69f.). Die WDA bietet als qualitativer Forschungsansatz die Chance, die Existenz weitgehend unbekannter Phänomene herauszuarbeiten und sie in lokale Theorien zu überführen. Das forschungspraktische Vorgehen der WDA verläuft in mehreren Schritten (Keller, 2011, S. 85ff.), die iterativ-zirkulär vollzogen werden, wobei im Folgenden insbesondere die Methoden der Datenerhebung und Datenauswertung erläutert werden.

Methoden der Datenerhebung

Aktuell verbringen Jugendliche im Alter von 12 bis 25 Jahren im Internet 3,7 h pro Tag (Wolfert & Leven, 2019, S. 225). Eine Funktion des Internets besteht darin, Nachrichten zu verschicken und zu empfangen bzw. sich mit anderen Personen über Themen auszutauschen (Nam, 2019, S. 1041). Gerade in Onlineforen besteht die Möglichkeit, auch intime Themen aus dem Sportunterricht in der Anonymität des Internets zur Sprache zu bringen und öffentlich zu verhandeln. Sie eröffnen damit einen vielleicht einzigartigen Zugang zu Fragen des kollektiven Umgangs mit (tabuisierten) sexuellen Erlebnissen und Deutungen. Die Kommunikationen in Onlineforen können als „natürliche“ Daten verstanden werden, die ohne weiteres Zutun der Forschenden entstanden sind und i. d. R. die Anonymität der lesenden und schreibenden Personen gewährleisten (Schmidt-Lux & Wohlrab-Sahr, 2020). Diese Anonymität ist zum Schutz der Persönlichkeitsrechte im Verlauf des Forschungsprozesses aufrechtzuhalten. Die einzelnen Personen mit ihren persönlichen Erfahrungen rücken zudem in den Hintergrund, wenn der Schwerpunkt auf Diskurse gelegt wird.
Onlineforen werden zwar als ein durch Technologie vorstrukturiertes Angebot zur Kommunikation verstanden (siehe zum Unterschied von Foren, Blogs, Chats, Wiki, u. a. Fraas, Meier, & Pentzold, 2012), das sich aber erst in der interaktiven Praxis entfaltet. Trotz ihrer technischen Besonderheiten (u. a. schriftliche Kommunikation, Asynchronität) weisen sie viele Parallelen zu mündlichen Gruppendiskussionen auf. Insbesondere Schmid-Lux (2017) konnte zeigen, dass sich die Merkmale, die dem Gruppendiskussionsverfahren der rekonstruktiven Sozialforschung nach Bohnsack (2014) zugerechnet werden, wie etwa Selbstläufigkeit des Diskurses, interaktive Dichte (= Involviertheit vieler Sprecher*innen/Schreiber*innen) oder auch Fokussierungsmetapher (= bildhafte, bedeutungsvolle Begriffe), als formale Kriterien der Erhebung und Auswertung von Daten aus Onlineforen nutzen lassen.
Über einen digital-ethnographischen Zugang (u. a. Pink et al., 2016) wurde im Zeitraum von Januar 2020 bis April 2021 systematisch das Forschungsfeld erschlossen. Die Orientierung im Feld erfolgte auf Basis sich stetig weiterentwickelnder Schlagwort-Kombinationen (Infobox 1).
Infobox 1: Schlagworte (in alphabetischer Sortierung)
In Kombination mit Sportunterricht/Schulsport/Schule und Schülerin/Schüler und/oder Sportlehrerin/Sportlehrer und Forum/Diskussion/Chat:
Anfassen, Aussehen, Begehren, Belästigung, Beziehung, BH, Brüste, Busen, Duschen, Ekel, Erektion, Erregt, Freude, Geil, Geschlechtertrennung, Heiß, Hintern, Hormone, Jungs, Katastrophe, Koedukation, Kleidung, Leggings, Lesbisch, Liebe, Lust, Mädchen, Nackt, Outfit, Peinlich, Penis, Pervers, Pubertät, Po, Porno, Scham, Schamhaare, Schwanz, Schwul, Sex, Sexualität, Sexuell, Sexy, Slip, Ständer, Steif, Süß, Umkleide, Umziehen, Unterwäsche, Verliebt, Verstecken, Zeigen.
Die Suchergebnisse bzw. die entsprechenden Websites wurden gespeichert und die Beobachtungen im Feld protokolliert. Aufgrund der hohen Dynamik im Internet und der sich ständig verändernden Inhalte, sind die Diskussionen aus Onlineforen, die insbesondere für die Feinanalyse relevant erschienen, in Word-Dateien kopiert worden. Ergänzend wurden Screenshots erstellt, um das Layout der Websites bzw. die grafischen Elemente der Onlinekommunikation festzuhalten.
Der Materialkorpus stützt sich auf Onlinekommunikation aus dem Zeitraum 2006–2021. Aus Onlineforen wurden Threads ausgewählt, in denen Aspekte der Sexualität von Schüler*innen thematisiert werden. Der Schwerpunkt wurde auf Beiträge gelegt, die aus der Sicht von (ehemaligen) Schüler*innen argumentieren. Neben der Thematik waren die interaktive Dichte/Anzahl der Redebeiträge und die Aktualität der Threads weitere Kriterien der Datenauswahl. Der Datenkorpus entstand im Forschungsprozess durch ein theoretisches Sampling2, wobei 15 Threads aus sieben verschiedenen Foren in die Auswertung einbezogen wurden (Tab. 1)3.
Tab. 1
Datenkorpus
Threada
Beiträge
Zeitraum (Jahr)
Forum/Website
Peinlich im Sport
15
2008
Maedchen.de
Hattet ihr sexuelle Freude beim gemischten Schulsport?
54
2009
Planet-liebe.com
Sportunterricht Lehrer m/w
269
2019–2020
Lehrerforen.de
Darf ein Sportlehrer das?
18
2016–2021
Gutefrage.net
Sohn hat im Sportunterricht (Umkleide) die Hose runtergelassen
44
2015
Urbia.de
Kids werden im Sportunterricht gefilmt
22
2006
Chefkoch.de
Nach dem Sportunterricht
7
2014
Boypoint.de
Klassenkameraden haben in Sport meine Brüste gesehen
9
2016
Gutefrage.net
Wie findet ihr es, wenn ihr einen Jungen im Sportunterricht mit Latte seht?
23
2011–2019
Gutefrage.net
Jungs heiß machen im Sportunterricht?
6
2017
Gutefrage.net
Im Sportunterricht enge Leggings und Bauchfrei?
14
2017
Gutefrage.net
Sportlehrerin rumbekommen?
19
2011
Gutefrage.net
Wo darf ein Sportlehrer eine Schülerin anfassen?
14
2018
Gutefrage.net
Sexuelle Belästigung von Lehrerin?
16
2017–2019
Gutefrage.net
Schwul, wenn ich beim Sportunterricht meinen Freunden auf die Unterhose sehe?
10
2017
Gutefrage.net
aEinige Titel der Threads wurden, angepasst an die tabellarische Darstellung, sinnerhaltend gekürzt

Methoden der Datenauswertung

Die in den Onlineforen getätigten Äußerungen wurden nach den Kodierverfahren der Grounded Theory (Strauss & Corbin, 1996) ausgewertet. Wie auch in anderen qualitativen Onlinestudien, wo die Kodierverfahren zum Einsatz kamen (Wohlrab-Sahr & Bischof, 2018), wurden die Threads zu Beginn offen kodiert, wobei im Sinne einer Diskursanalyse der Fokus auf den Aussagen lag, die sich aus mehreren Äußerungen von (zumindest prinzipiell mehreren) Schreiber*innen ergaben. Ergänzt um das Kriterium der interaktiven Dichte wurde damit der überindividuellen Diskursstruktur Rechnung getragen. Anhand der offenen Codes wurde sodann mithilfe axialer und selektiver Kodierungen insbesondere die für den Diskurs über Sexualität zentrale „Phänomenstruktur“ (Keller, 2011, S. 103ff.) analytisch beschrieben. „Der Begriff der Phänomenstruktur bezieht sich darauf, dass Diskurse in der Konstitution ihres referenziellen Bezuges (also ihres „Themas“) unterschiedliche Elemente benennen und zu einer spezifischen Gestalt der Phänomenkonstitution, einer Problemstruktur oder -konstellation verbinden“ (ebd., S. 103). Die tatsächlichen Elemente der Phänomenstruktur waren im Vorfeld der Studie nicht bekannt und wurden erst anhand der empirischen Daten aussageübergreifend durch die Kodierungsverfahren erschlossen und folgend in abstrahierender Form als Dimensionen der Problemstruktur mithilfe von Kategorien beschrieben (z. B. hinsichtlich kausaler Zusammenhänge, Wertimplikationen und Handlungsmöglichkeiten). Die formalen Bezeichnungen der einzelnen Kategorien orientieren sich dabei u. a. an dem Kodierparadigma der Grounded Theory (Strauss & Corbin, 1996, S. 75ff.).

Ergebnisse

Die Ergebnisse werden gegliedert dargelegt nach zentralen Themen der Onlineforen, aus denen Sexualität von Schüler*innen als ein diskursives Phänomen abstrahiert wird.

Themen in Onlineforen mit Bezug zur Sexualität

Vorgestellt werden übergreifende Themen, die Aussagen zum Sportunterricht bündeln und die Kommunikation in Onlineforen inhaltlich strukturieren. Die identifizierten Themen sind dabei als eigene Kontexte des Sportunterrichts zu begreifen, in denen Sexualität direkt bzw. indirekt zur Sprache gebracht wird. Die Themen fungieren darin als Aufhänger des Diskurses über Sexualität, sind aber auch in weitere, miteinander konkurrierende Diskurse eingebunden und erhalten dort gegebenenfalls eine differente Gestalt. Es lassen sich fünf zentrale Themen benennen, die sich teilweise überlappen, aber im Folgenden isoliert voneinander ausgeführt werden.

„Das Sport-Top“: Kleidung im Sportunterricht

Im Sportunterricht ist eine fachspezifische Kleidung vorgesehen, der Funktionen wie Bewegungsfreiheit und Leichtigkeit zugeschrieben werden, und dabei teils Körperkonturen besonders sichtbar macht. Sexualität wird dabei insofern tangiert, dass sich Schüler*innen durch sportunterrichtliche Kleidung in ihrer körperlichen Materialität und somit Geschlechtlichkeit unfreiwillig vor Mitschüler*innen und/oder der Lehrerkraft exponiert fühlen oder auch gekonnt inszenieren. Foren thematisieren dabei die Frage nach dem für Schüler*innen geltenden Kleidungskodex im Sportunterricht. Dabei geht es u. a. um die Zulässigkeit körperbezogener Freizügigkeit bei Mädchen, die sich an Fragen hinsichtlich Angemessenheit spezifischer Kleidungsstücke wie Leggings, Hotpants oder bauchfreien Sport-Tops aufhängt. An emotionaler Aufladung gewinnt die Thematik, wenn diese Fragen mit der Intention im Zusammenhang stehen, Aufmerksamkeit zu erregen, bzw. als „sexy“ wahrgenommen zu werden („Was soll ich zum Sportunterricht anziehen, wenn ich paar Jungs heiß machen will?“).

„Die Latte“: Körperregungen im Sportunterricht

Ein weiteres Thema behandelt spezifische Körperteile und damit verbundene Zuschreibungen von sexueller Erregung. Schülerinnen berichten von Peinlichkeiten im Kontext von durch das Sport-T-Shirt oder den Badeanzug durchscheinenden Brustwarzen. Weiterhin verweist es auf die Problematik der Nichtkontrollierbarkeit des Körpers. Männliche Forumsteilnehmende skizzieren das Problem einer im Sportunterricht sichtbar werdenden Erektion, welchem sie machtlos ausgeliefert sind. Handlungstipps werden dahingehend ausgetauscht, wie eine Erektion unsichtbar gemacht oder verhindert werden kann („Selbstbefriedigung am Morgen. Andere Hose tragen.“). Andererseits finden sich Ermutigungen zum selbstbewussten Umgang mit dem sexuell-agierenden Körper („Trag sie mit Stolz! Die Mädels mögen zwar ggf. kichern, aber natürlich sehen die so etwas auch gerne! =:-)“).

„Nackt sein“: Präsenz von Körpern im Sportunterricht

In den analysierten Foren wird davon ausgegangen, dass der Körper qua fachlichem Auftrag im Zentrum des unterrichtlichen Geschehens steht. Gerade durch die Anwesenheit mehrerer Körper bzw. deren Nähe zueinander ergibt sich ein Potenzial für Themen der Sexualität. So geht es um das Angeschaut-Werden beim Vormachen-Nachmachen, um das körpernahe Interagieren, das genutzt wird, um intime Körperteile anderer zu touchieren sowie um körperbezogene Kommentare in besonderen Situationen (u. a. im Schwimmunterricht). Einen besonderen Stellenwert haben dabei Umkleide- bzw. Duschsituationen. Hierbei geht es um das Nacktsein in der Anwesenheit anderer, wobei der Vergleich von Körpern ebenso eine Rolle spielt wie die Scham in Bezug auf die eigene und fremde Körperlichkeit.

„Ist das erlaubt?“: Professionell-Sein im Sportunterricht

Schreiber*innen erfragen in Foren die angemessene Deutung von Verhaltensweisen der Lehrkraft ihnen gegenüber und stellen diese in einen professionsbezogenen Kontext. Dabei werden Rechtsgrundlagen erfragt („Ist das erlaubt?“) und Handlungen als sexuelle Grenzüberschreitungen dargestellt, wobei ein breites Spektrum an Verhaltensweisen der Lehrkraft sichtbar wird, wie körperliche Berührungen (z. B. bei Hilfestellungen) oder körper- oder geschlechtsbezogene, als anzüglich empfundene Kommentare. Weiterhin werden exklusive Kontaktaufnahmen der Lehrkraft vor oder nach dem Sportunterricht zum Thema, wie das Betreten der Umkleide oder das Anfertigen von Videoaufnahmen des Sportunterrichts. Dabei geht es um Fragen der Angemessenheit solchen Verhaltens sowie den Umgang damit. Sexuelle Begehrlichkeiten werden auch ausgehend von Schüler*innen zum Thema, die sich von der Sportlehrkraft angezogen fühlen. Dabei wird die Möglichkeit einer sexuellen Beziehung zwischen Lehrkraft und Schüler*in zur Diskussion gestellt.

„Mädchen und Jungs“: Koedukation im Sportunterricht

Weitere Foren widmen sich dem Themenfeld der Koedukation. Im Zentrum steht dabei die Frage nach dem Umgang von „Mädchen und Jungs“ in Formen des Mit- oder auch Gegeneinanders. Sexualität erscheint – in einer heteronormativen Sichtweise – als Problem von Koedukation, das sich im Sportunterricht im Kontext des Körperbezuges verschärft. Dabei geht es um Problematiken (verdeckter wie unverdeckter) sexualisierter Handlungen zwischen Schüler*innen unterschiedlichen Geschlechts, wie Blicke (wahrgenommen als sexuell motiviertes „Glotzen“) oder sexualisierte Sprüche innerhalb geschlechtshomogener Peergroups. Tangiert werden die Themen Scham und Unwohlsein, aber auch Mobbing und Ausgrenzungen. Ausgehandelt werden Täter*innen-Opferrollen der Geschlechter oder Fragen des Umgangs mit sexualisierten Handlungen von Mitschüler*innen.

Sexualität von Schüler*innen im Sportunterricht als diskursives Phänomen

Ausgehend von einer Analyse dieser fünf Themen, die im Abschnitt „Ergebnisse“ aus Platzgründen nur skizzenhaft beschrieben werden konnten, lässt sich entlang der in den Foren getätigten Aussagen Sexualität als diskursives Phänomen identifizieren. Dieses themenübergreifende Phänomen konstituiert sich in seiner Struktur über verschiedenen Dimensionen, welche ihm zugleich seine spezifische Gestalt geben.

Konturen des Phänomens

Sexualität im Sportunterricht bezieht sich als diskursives Phänomen auf den Sachverhalt eines verpflichtenden – und damit für Schüler*innen unumgehbaren – Miteinanders in einem Handlungsfeld, in dem der Körper im Fokus steht, d. h. nicht nur beiläufig anwesend ist, sondern systematisch betrachtet, berührt, kommentiert und begutachtet wird. Sexualität im Sportunterricht ist im Diskurs in das Zusammenspiel ebendieser fachspezifischen Voraussetzung mit der Spezifität der Akteur*innen des Feldes eingebunden: Im Sportunterricht treffen Menschen unterschiedlichen Geschlechts als sexuelle Subjekte aufeinander. Die Situation wird dann verschärft, wenn sich die Schüler*innen in der Pubertät befinden, die in den Threads als Hochphase körperlich-sexueller Entwicklung und seelischer Empfindsamkeit verhandelt wird.
Sexualität als existentes und für viele Akteur*innen bedeutsames Phänomen der Interaktionen im Sportunterricht ist im Diskurs unhinterfragt. Rückfragen erfolgen selten, den Beteiligten scheint klar zu sein, worauf das Geschriebene abzielt. Themen der Sexualität werden meist direkt zur Sprache gebracht bzw. zur Diskussion gestellt – auch solche, welche die einzelnen Forumsteilnehmenden in das Licht der Peinlichkeit stellen. Offensichtlichkeit wird auch symbolisch hergestellt. Der Diskurs zeichnet sich durch eine verstärkte Nutzung von sprachlichen Bildern aus. So wird beispielsweise mittels metaphorischer Code-Wörter auf Geschlechtsmarker (z. B. für Penis: „Schlange“, „Hosentänzer“) verwiesen. Zudem werden in der Onlinekommunikation häufig Emojis verwendet, die offenbar einheitlich decodiert werden. Paradebeispiel hierfür ist der Zwinkersmiley, der u. a. für die Andeutung einer sexuellen Intention steht.
Aufhänger von Diskursen um Sexualität sind meist sportunterrichtliche Situationen, die die Sichtbarkeit des Körpers zum Thema haben: So geht es um „wackelnde“ Brüste beim Springen, um exponierte Hinterteile bei Rumpfvorbeugen oder sich in Sportkleidung abzeichnende Geschlechtsteile („Ekelig finde ich es, wenn man die Vulva durchscheinen sieht“). Charakteristisch ist, dass die Gefühle der Träger*innen des Körpers durch den Diskurs (vor)gedeutet werden. Beispiel dafür ist die Deutung von Blicken auf intime Körperteile anderer als Lustzuschreibungen. Der Diskurs ist damit im hohen Maße körperlich materialisiert und scheinbar objektiv erfahrungsevident.
Weiterhin wird das Phänomen Sexualität äußerst facettenreich kontextualisiert. Sexualität zeigt sich als hierarchisches Geschehen, worin Rollenkonstellationen – z. B. bezüglich Alter, Beruf, Geschlecht – zum Tragen kommen; als emotionales Geschehen in Verbindung mit Scham, Empörung, Ekel, Stolz, Befriedigung, aber auch als omnipräsentes wie alltägliches Geschehen.
Sexualität im Sportunterricht steht zumeist im Zusammenhang mit Unsicherheiten und Unwohlsein oder wird als Auslöser von Peinlichkeiten, als Störfaktor des Unterrichts bzw. als Ausdruck von Beziehungskonflikten kontextualisiert. Damit erscheint sie als etwas potenziell Problematisches. Trotz der thematischen Aufhängung an (subjektive) Problemlagen unterliegt der Thematik jedoch auch etwas grundsätzlich Reizvolles, im Kontext des stark routinierten unterrichtlichen Alltags Aufmerksamkeit-Generierendes.
Themen werden oftmals kontrovers und emotionsaufgeladen diskutiert. Es zeigen sich vielfältige Strategien der Selbst- und Fremdpositionierung der Forumsteilnehmenden, welche sich u. a. in Form von subjektiven Stellungnahmen zum Handlungsproblem („Wenn man möchte, dass der Lehrer den eigenen Körper wahrnimmt, finde ich das ein bisschen bedenklich.“), in Abwertungen anderer Personen („Lass die Deppen reden“), in Apellen („Mach’ dir keine Sorgen und tue so, als sei das alles NIE passiert“), aber ebenso in Ironisierungen wie etwa Nonsense-Aussagen bzw. Überspitzungen („So richtig knallenge Leggings. Wo man so den halben Po sieht!“) äußern. Strategien der Selbst- und Fremdpositionierung etablieren sich weiterhin in differenten Rollen, welche die Teilnehmenden des Diskurses einnehmen. Typische Rollen sind der*die Korrekte, der*die sich im Kontext Sexualität strikt an Regularien (z. B. die der Institution Schule oder des Rechtssystems) hält, der*die Fürsorgliche, deren*dessen Aussagen durch Mitgefühl gekennzeichnet sind oder der*die Mutige, der*die zum selbstbewussten Umgang mit dem Körper aufruft.

Ursachen des Phänomens

Die ursächlichen Bedingungen des diskursiven Phänomens der Sexualität können darin gesehen werden, dass die mit Sexualität in Verbindung stehenden Themen (siehe Abschnitt „Themen in Onlineforen mit Bezug zur Sexualität“) stark normiert sind. Die das Handeln bestimmenden Normen sind dabei keineswegs einheitlich und konstant, sondern müssen situativ ausgelegt werden. Im Kontext des Prozesses von normativer Grenzziehung und Grenzüberschreitung sind die Akteur*innen des Feldes ständig mit existenziellen, identitätsbezogenen Emotionen konfrontiert.
Die Normen des Feldes speisen sich aus unterschiedlichen Wissensarten. Sie sind deutlich formuliert, aber zumeist informeller Natur und auf subjektives Erfahrungswissen zurückgehend („Es ist völlig normal seinen Mitschülern hinterherzuschauen, auch als Junge!“). Nicht selten wird auf quasi-objektive Wissensbestände, zum Beispiel medizinisch-biologische Wissensfragmente („vor allem zu Beginn der Pubertät passiert sowas [die Erektion] auch mal ohne ersichtlichen Grund, eben wegen den Hormonen“) oder formale Rahmenregularien, zum Beispiel zur Berufsrolle der Lehrkraft („sie würde im Zweifelsfall in hohem Bogen aus dem Schuldienst fliegen!“), zurückgegriffen, die die informellen Normen bekräftigen.
Anlässe der Onlinekommunikation sind dabei zumeist subjektive Unsicherheiten („Klassenkameraden haben im Sport meine Brüste gesehen und reden darüber, was sagt ihr dazu?“). Onlineforen bringen Diskrepanzen zwischen Wissen und Nichtwissen der Teilnehmenden und die Rollen Ratsuchender bzw. Ratgebender hervor. Wissen formiert sich in Form von handlungsorientierten Problemlösungen oder generellen Einschätzungen zu sportunterrichtlichen Verhaltensweisen. Rahmenbedingungen werden dabei situations- und subjektbezogenen bestimmt. Beispielsweise wird die Frage nach der Angemessenheit eines bauchfreien Tops im Sportunterricht unter Bezugnahme auf Faktoren wie der „Lockerheit“ der Lehrkraft, der Gängigkeit des Kleidungsstücks, aber auch der Körperkonstituierung der Träger*in verhandelt. Uneindeutigkeiten innerhalb der Gesamteinschätzung werden nicht selten innerhalb der Diskussionsverläufe aufrechterhalten („Einerseits könnte man sagen, du bist notgeil und mega eklig. Anderseits kannst du ja auch nichts dafür.“). Damit verlaufen die Verhandlungen meist ohne eine finale Übereinkunft.

Konsequenzen aus dem Phänomen

Das diskursive Phänomen der Sexualität im Sportunterricht ist stark durch (antizipierte) Handlungsfolgen geprägt, die sich durch die Einhaltung und durch die Überschreitung von handlungsrelevanten Normen ergeben. Dabei besteht auf Seiten der Schreiber*innen ein geteiltes Wissen über die Konsequenzen sexuellen Handelns.
Aus dem Diskurs rekonstruierbare Folgen nicht-normkonformen Handelns im Sportunterricht sind soziale Verurteilungen (z. B. soziale Ausgrenzung als Folge von Verhaltensweisen, durch die sich andere belästigt fühlen), Sanktionen (z. B. das Verwehren der Unterrichtsteilnahme als Folge freizügiger Sportbekleidung) oder Peinlichkeiten (z. B. die Blamage im Falle von Sichtbarkeit sexueller Erregung).
Eng mit der wiederholt betonten Selbstbestimmung im Handlungskontext Sexualität in Verbindung steht die akzentuierte Eigenverantwortung. Teils fürsorglich warnend, teils provokativ wird auf die Folgen sexuellen Verhaltens hingewiesen („Mach halt … Dann schauen dir die Jungs halt auf den Hintern.“). Diesbezüglich erfolgt eine implizite Akzentuierung der Prekarität des Themas, worin die Entscheidung für das sexuell vorbestimmte Handeln als riskantes Unterfangen erscheint („Würde ich lassen aber deine Entscheidung, wenn du aussehen willst wie nen flitt, dann is es ja ok:“). In dieser Perspektive erscheint die Handlungsautonomie sexuellen Handelns fadenscheinig, weil die Negativkonsequenzen, auf die im Diskurs verwiesen wird (soziale Verurteilungen als schlampig, pervers etc.) untragbar anmuten.
Auf der anderen Seite kann der normgerechte Umgang mit dem Phänomen Sexualität (vgl. Abschnitt „Ursachen des Phänomens“) auch positive Folgen haben. So kann die gekonnte körperliche Selbstinszenierung als sexy bzw. attraktiv in sozialer Anerkennung resultieren.

Strategien des Umgangs mit dem Phänomen

Der Umgang der Schüler*innen mit dem Phänomen der Sexualität realisiert sich in Form von differenten Handlungsstrategien. Sie sind als interaktionale Komponente der Phänomenstruktur zu begreifen, da hier auf inter-/subjektiver Handlungsebene die Ursachen mit den Konsequenzen in Beziehung gesetzt werden (Strauss & Corbin, 1996, S. 83). In diesem Zusammenhang wird Wissen über konkrete Handlungsmöglichkeiten in Onlineforen ausgetauscht und verhandelt. Diese ergeben sich in erster Linie in Abhängigkeit zum konkreten Handlungsproblem, lassen sich jedoch – grob skizziert – hinsichtlich der Pole sozialer Anpassung und Abgrenzung systematisieren.
Strategien sozialer Anpassung folgen dabei dem übergreifenden Ziel, im Sportunterricht nicht als sexuelles Subjekt aufzufallen bzw. in Erscheinung zu treten. Konkrete Strategien sind zum Beispiel das Verstecken der Erektion unter weiter Sportbekleidung, die praktizierte „Heimlichkeit“ sexuell motivierten Handelns (Blicke etc.) oder das gezielte Kontrollieren des eigenen sexuellen Begehrens.
Auf der anderen Seite ereignet sich Abgrenzung als emanzipatorisches Verhalten im Kontext Sexualität. Dies impliziert den Aufruf, sich über Meinungen anderer hinwegzusetzen und selbstbestimmt zu handeln. Im Konkreten bezeichnet dies z. B. die selbstbewusste Kleidungsauswahl („Bleib locker und cool und zieh an was dir gefällt, solange die Lehrer nichts sagen“) oder den Vollzug sexueller Handlungen – auch im Wissen um die Gefahr, verurteilt zu werden. Selbstbestimmtes Agieren besteht weiter darin, aus einer Opferrolle offensiv herauszutreten, statt das Geschehen stillschweigend zu erdulden. Schüler*innen, die sich als Opfer sexualisierter Grenzüberschreitungen wahrnehmen, werden darin bestärkt, das eigene Unwohlsein mitzuteilen und den*die Täter*in (Lehrkraft, Mitschüler*innen) öffentlich anzuklagen („Ja sag das einfach. Wenn du dich unwohl fühlst, hat dich keiner anzufassen“).

Diskussion

Die Ergebnisse der Studie verweisen auf konkrete, offensichtlich für Schüler*innen hochrelevante und zugleich von der Schulsportforschung (u. a. Balz et al., 2020) bislang wenig beachtete Handlungssituationen des Sportunterrichts, wie z. B. Möglichkeiten des Flirtens, der körperlichen Selbstinszenierung oder des Beobachtens oder Berührens des Körpers anderer am Geschehen Beteiligter, welche konsensuell in einen Sinnkontext gestellt werden, der im Beitrag als Sexualität von Schüler*innen benannt und beschrieben wird. Sex, im Sinne des Geschlechtsverkehrs, ist dabei lediglich eine Facette sexuellen Handelns und verbleibt zumeist im Hintergrund – manchmal als subjektiv bedeutungslos, manchmal als impliziter Referenzpunkt. In methodischer Hinsicht erwies es sich als ertragreich, den Datenkorpus aus mehreren, thematisch unterschiedlichen Onlineforen zu bilden, um Sexualität als ein diskursives Phänomen nicht vorschnell auf eine Bedeutung zu reduzieren. Die vielfältigen Aspekte der Sexualität konnten so innerhalb dieser explorativen Studie identifiziert und zu einer Phänomenstruktur systematisch gebündelt werden.
Die erarbeitete Phänomenstruktur bietet der Schulsportforschung eine Basis für weiterführende Forschungen zum Themenfeld der Sexualität von Schüler*innen, welche nicht zuletzt durch die Limitierung der Studie notwendig erscheinen. So ist es mit dem qualitativen Forschungsansatz zwar möglich, einen sinnverstehenden Zugang zu einem bislang randständig untersuchten Phänomen der Schulsportforschung zu schaffen und Hypothesen über seine diskursive Konstruktion zu formulieren. Erkenntnisse über Häufigkeiten und Wahrscheinlichkeiten von sexuellen Handlungen im Sportunterricht können daraus jedoch nicht abgeleitet werden. Die Aussagekraft der Ergebnisse ist weiterhin durch die verhältnismäßig geringe Anzahl an Foren/Threads und die Anonymität der Schreiber*innen begrenzt. So kann nicht davon ausgegangen werden, dass in der Studie ein repräsentativer Querschnitt von Akteur*innen des Schulsports einbezogen wurde. Auch ist zu bedenken, dass bestimmte Sichtweisen auf Sexualität dominieren, da die Kommunikationen in Onlineforen ihren Ausgangspunkt i. d. R. in einem Handlungsproblem haben, worin die Sexualität von Schüler*innen als etwas Problematisches/Verunsicherndes erscheint.
Unter Berücksichtigung dieser Limitierung können die Ergebnisse zur Phänomenstruktur dennoch verdeutlichen, dass Sexualität im Sportunterricht insbesondere mit der Initiierung, der Regulierung und der Kontrolle der Interaktion von Körpern innerhalb von Schulklassen in Verbindung gebracht werden kann. Wie bereits in allgemeinen Ausführungen zur Sexualität herausgestellt (u. a. Döring, 2013), charakterisiert sich auch das untersuchte diskursive Phänomen durch seine starke Normierung von Körperlichkeit, wobei normative Vorstellungen keineswegs immer miteinander vereinbar sind. Gerade über Sexualität wird in Onlineforen kontrovers diskutiert, wobei nicht nur differente Deutungsmuster, sondern auch starke Machtasymmetrien zwischen sexuell erfahrenen bzw. kompetenten und unerfahrenen bzw. weniger kompetenten Personen sichtbar werden.
Der Erkenntnisgewinn der Studie liegt darin begründet, dass sie zwar auf die Handlungsebene des Sportunterrichts Bezug nimmt, zugleich aber von ihr abstrahiert und auf diskursiver Ebene grundlegende Deutungen von Sexualität sichtbar macht. Diese Deutungen lassen sich vor dem Hintergrund gesellschaftlicher Pluralisierungsprozesse nicht mehr auf eine dominante Form von Sexualität innerhalb eines Schemas von Repression vs. Befreiung verorten (vgl. König, 2001). Stattdessen zeigen sich in den untersuchten Onlineforen verschiedene Normen des sexuellen Handelns, Fühlens und Denkens, die den diskursiven Rahmen abstecken und – trotz oder gerade wegen ihrer Unübersichtlichkeit – mit der Aufforderung zur individuellen Positionierung von Akteur*innen als sexuelle Subjekte einhergehen. Die besonders machtvolle Brisanz der Sexualität ergibt sich für die Handelnden im Feld durch die wiederkehrende Gefahr von Normüberschreitungen, welche mit Handlungsfolgen im Zusammenhang stehen, die eine nachhaltig negative Tragweite entfalten können. Kompetenter Umgang mit dem Phänomen der Sexualität erweist sich darin als Drahtseilakt, der den sensiblen Prozess bezeichnet, im Sportunterricht die Optionen der Sexualität gekonnt auszutarieren. Sichtbar wurde, dass der Drahtseilakt konkretes Wissen erfordert, über das offensichtlich nicht jede*r verfügt – u. a. über Deutungsmöglichkeiten, Handlungsfolgen oder -strategien – welches innerhalb der Onlineforen vermittelt wird. Der Drahtseilakt beinhaltet zwar mehr oder weniger klare normative Vorstellungen auf Handlungsebene, wie das Gebot der Diskretion oder des Maßhaltens (bzgl. Kleidung: Angemessenheit von Leggings, Nichtangemessenheit von bauchfreien Sport-Tops), impliziert jedoch ebenso, dass Normen situationsbezogen geprüft werden müssen.
Ausgehend von den Erkenntnissen bieten sich konkret mindestens drei Anschlussstellen für weiterführende Forschungen: 1) Die Studie hebt die Bedeutung des situativen Umgangs mit Normen hervor. Wie sich diese Prozesse auf Handlungsebene vollziehen, dürfte mit den bisherigen Befunden zu den Sicherungsstrategien von Schüler*innen im Sportunterricht (insb. Miethling & Krieger, 2004) nur ausschnitthaft erklärbar sein. Es fehlen Studien zur Sexualität im Sportunterricht, die – z. B. ansetzend am individuellen Erleben von Schüler*innen – soziale Interaktionen im Unterricht dahingehend erfassen und beleuchten. 2) Zudem deutet die Studie an, dass das Phänomen Sexualität in weitere Diskurse eingebunden ist, wie den über sexuelle Aufklärung im Kindes- und Jugendalter, über das Fach Sport im Allgemeinen, über psychosoziale Gesundheit oder über pädagogische Professionalität von Sportlehrkräften. Einzelne Studien der Schulsportforschung, wie etwa zu Berührungen (u. a. Weigelt, 2009), haben bereits aufgezeigt, dass Sexualität gerade in anderen Themen „verborgen“ zur Geltung kommen kann. Vor dem Hintergrund vielfältiger Kontextualisierungsweisen erscheint es notwendig, differente Deutungsmuster der Sexualität empirisch herauszuarbeiten bzw. diese als im Sportunterricht relevante Sexualitäten auszudifferenzieren. In diesem Zusammenhang ist anzumerken, dass in dieser Studie Sexualität weitestgehend aus Schüler*innensicht betrachtet wird. Anschlussforschungen können verschiedene Gruppen von Akteur*innen (Lehrkräfte, Eltern etc.) stärker miteinbeziehen, um spezifische Sichtweisen auf das Phänomen herauszuarbeiten. 3) Ferner zeichnet sich in den Erkenntnissen bereits eine enge Verwobenheit der Gegenstandsbereiche Sexualität, Körper und Geschlecht (Villa 2014) ab, der in der Studie nicht schwerpunktmäßig nachgegangen wurde. Sie zeigt sich z. B. als Vorstellungen von Heteronormativität, welche sich quer durch den Diskurs ziehen und Interpretationsschemata und Wertemuster vorstrukturieren. So bietet es sich an, in Folgeforschungen der Bedeutung von Sexualität für die Konstruktion von heteronormativer Zweigeschlechtlichkeit im Sportunterricht nachzugehen bzw. weitere intersektionale Schnittstellen (u. a. zu Körper) offenzulegen.

Einhaltung ethischer Richtlinien

Interessenkonflikt

N. Böhlke und B. Zander geben an, dass kein Interessenkonflikt besteht.
Die dem Beitrag zugrunde liegende Studie berücksichtigt ethische Richtlinien zur Erhebung und Auswertung (qualitativer) Internetdaten, wie sie u. a. die „Association of Internet Researchers“ (AIR) formuliert. Forschungsethische Erwägungen, Bewertungen und Entscheidungen wurden hierzu in den Forschungsprozess verlagert, welcher im Sinne der (digitalen) Ethnographie offen, reflexiv und zirkulär angelegt war. In ihrem prozessbezogenen Vorgehen wird die Studie zentralen forschungsethischen Prinzipien gerecht (z. B. einer Nichtschädigung der Teilnehmenden).
Open Access Dieser Artikel wird unter der Creative Commons Namensnennung 4.0 International Lizenz veröffentlicht, welche die Nutzung, Vervielfältigung, Bearbeitung, Verbreitung und Wiedergabe in jeglichem Medium und Format erlaubt, sofern Sie den/die ursprünglichen Autor(en) und die Quelle ordnungsgemäß nennen, einen Link zur Creative Commons Lizenz beifügen und angeben, ob Änderungen vorgenommen wurden.
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Fußnoten
1
Der sozialkonstruktivistischen Lesart folgend kann Sexualität nur im Plural gedacht werden, weshalb im Text auch durchgängig von Sexualitäten gesprochen werden müsste. Wohlwissend um diese pluralistische Fassung erschien eine singuläre Schreibweise dennoch angemessener, da die im Beitrag dargelegten Facetten von Sexualität in ein diskursives Phänomen integriert werden.
 
2
Das „Theoretische Sampling“ (Glaser & Strauss, 1998, S. 53) orientierte sich an den (zwischenzeitlichen) Auswertungsergebnissen. Im Sinne der entdeckenden Forschungsstrategie ging es darum, verschiedene Aspekte von Sexualität zu identifizieren. Hierzu wurden gezielt unterschiedliche (solche, die mutmaßlich einen neuen Zugang zu der Fragestellung ermöglichen) Themen erhoben. Die Bedeutung von (theoriegenerierten wie alltagsbezogenen) Präkonzepten bei der Suche nach neuen Aspekten der Sexualität wurde stets reflektierend mitgedacht.
 
3
Im Zuge des zirkulären Vorgehens von Datenerhebung und Datenauswertung wurden weitere Threads recherchiert und – über den in Tab. 1 dargestellten Hauptkorpus hinaus – partiell in die Auswertung miteinbezogen. So wurde eine große Anzahl an Threads grob analysiert, um zur Korpusbildung thematisch repräsentative herauszufiltern, mit denen eine feinanalytische Auseinandersetzung erfolgte.
 
Literatur
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Metadaten
Titel
Sexualität von Schüler*innen im Sportunterricht
Ergebnisse einer Diskursanalyse in Onlineforen
verfasst von
Dr. Nicola Böhlke
Dr. Benjamin Zander
Publikationsdatum
28.10.2021
Verlag
Springer Berlin Heidelberg
Erschienen in
German Journal of Exercise and Sport Research / Ausgabe 4/2022
Print ISSN: 2509-3142
Elektronische ISSN: 2509-3150
DOI
https://doi.org/10.1007/s12662-021-00775-x

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