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16.06.2019 | Sexualität | Schwerpunkt: Psychiatrie und Psychotherapie – Psychotherapie und Gesellschaft | Ausgabe 4/2019

Psychotherapeut 4/2019

Sexualität von allgemeinpsychiatrischen und Maßregelpatienten

Negierung des Intimen

Zeitschrift:
Psychotherapeut > Ausgabe 4/2019
Autor:
Univ.-Prof. Dr. Manuela Dudeck

Zusammenfassung

Gelebte Sexualität ist wichtig für die psychische Gesundheit und das Wohlbefinden. Neben Lustgewinn und Reproduktion befriedigt gemeinsam mit einem Partner erlebte Sexualität auch das Bedürfnis nach Nähe und festigt die Beziehung. In der Psychiatrie, im betreuten Wohnen und in der Forensik wird Sexualität oft tabuisiert. Gründe dafür sind u. a. psychotherapeutische Regeln, die sexuelle Beziehungen innerhalb der Klinik untersagen, eine Entmündigung psychisch kranker oder intelligenzgeminderter Patienten, die Pathologisierung ihrer sexuellen Bedürfnisse, besonders bei Sexualstraftätern in der Forensik und die fehlende Privatsphäre innerhalb der Klinik oder des betreuten Wohnens. Um die sexuellen Bedürfnisse der Patienten in Psychiatrie und Forensik sowie der Bewohner im betreuten Wohnen nicht länger zu tabuisieren, sondern ihr Recht auf Sexualität anzuerkennen und deren Ausübung zu ermöglichen, wurden Leitlinien und Module zum Umgang mit Sexualität entwickelt. Es zeigt sich, dass ein offener und verantwortlicher Umgang mit sexuellen Bedürfnissen nicht nur befriedigende sexuelle Beziehungen begünstigt und die sexuelle Gesundheit fördert, sondern auch sexuellem Missbrauch, z. B. in der Arzt-Patient-Beziehung, vorbeugt.

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