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05.07.2017 | Sexualität | Leitthema | Ausgabe 3/2017

Gynäkologische Endokrinologie 3/2017

Androgene und weibliche Libido

Zeitschrift:
Gynäkologische Endokrinologie > Ausgabe 3/2017
Autor:
PD Dr. Gideon Sartorius
Wichtige Hinweise

Redaktion

B. Leeners, Zürich
S. Tschudin, Basel

Zusammenfassung

Hintergrund

Ein Libidomangel ist bei Frauen häufig – und führt nicht selten zu ärztlichen Konsultationen mit der Bitte um eine ursächliche Behandlung mit Androgenen.

Fragestellung

Besteht ein Zusammenhang zwischen Androgenen und weiblicher Sexualität? Ist eine Androgensubstitution zur Behandlung von Libidostörungen gerechtfertigt?

Material und Methoden

Narrative Übersichtsarbeit nach Auswertung der Literatur, die im Rahmen einer unsystematischen, aber ausgiebigen MEDLINE-Literatursuche (Stichworte: Androgene, Präandrogene, Testosteron, Hormonersatz UND weibliche Libido, Libidomangel [HSDD], weibliche Sexualität) für den Zeitraum Januar 2006 bis April 2017 durchgeführt wurde. Dabei wurden auch ältere Arbeiten aus den jeweiligen Literaturverzeichnissen herangezogen.

Ergebnisse

Androgene korrelieren schwach mit der weiblichen Libido, wobei die Messung der Androgenkonzentration im peripheren Blut nicht diagnostisch verwertet werden kann. Obwohl die Testosteronbehandlung bei bestimmten Frauen mit störendem Libidomangel therapeutisch effektiv sein kann, gibt es in der Regel keine zugelassenen Testosteronprodukte für Frauen auf dem Markt. Zudem gibt es nur wenige Daten zu Langzeitnebenwirkungen der Testosteronsubstitution.

Schlussfolgerung

Es ist hilfreich, wenn in Diagnostik und Therapie die multifaktorielle Natur der Sexualität berücksichtigt wird, damit biologische, psychologisch-emotionale, partnerschaftliche und soziokulturelle Aspekte in die Behandlung einfließen können.

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