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01.09.2009 | Originalien | Ausgabe 9/2009

Der Nervenarzt 9/2009

Sexualleben remittierter depressiver Patientinnen

Zeitschrift:
Der Nervenarzt > Ausgabe 9/2009
Autoren:
Dr. A. Baranyi, A. Stepan, H.-B. Rothenhäusler

Zusammenfassung

Hintergrund

Bei remittierten depressiven Patientinnen wurde bislang selten die Inzidenz sexueller Dysfunktionen, die nicht auf die verordnete Medikation zurückzuführen sind, untersucht und genaue Daten zu dieser Thematik fehlen. Aus diesem Grunde waren das Sexualleben dieser Patientengruppe und die Auswirkungen eventueller sexueller Dysfunktionen auf die Lebensqualität Gegenstand unserer Untersuchung.

Methode

Insgesamt wurden 39 remittierte depressive Patientinnen, die keine medikamentös bedingten sexuellen Dysfunktionen zeigten, mit 39 gesunden Personen verglichen. Alle Patientinnen befanden sich zuvor in stationärer Behandlung in der Universitätsklinik für Psychiatrie der Medizinischen Universität Graz, Österreich. Die Daten zum Sexualleben wurden mit Hilfe des „Kurzfragebogens für sexuelle Probleme“ (KFSP-F), die Daten zur Lebenszufriedenheit mit Hilfe des „Fragebogens zur Lebenszufriedenheit“ (FLZ) erhoben.

Ergebnisse

Auch nach einer Remission litten die früher depressiven Patientinnen unter einer verminderten Libido und die Bedeutung sexueller Fantasien wurde von ihnen geringer eingeschätzt. Patientinnen mit einem für sie unbefriedigenden Sexualleben waren im Allgemeinen mit ihrem Leben unzufriedener.

Schlussfolgerungen

Während depressiver Episoden ist das Sexualleben bei vielen Patientinnen beeinträchtigt. Bei einigen Patientinnen persistieren die sexuellen Probleme auch nach einer Remission und sie wirken sich auf die Lebensqualität negativ aus. Eine umfängliche Anamnese hilft, diese Patientinnengruppe zu identifizieren.

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