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25.08.2017 | Originalarbeit | Ausgabe 4/2017

Forensische Psychiatrie, Psychologie, Kriminologie 4/2017

Sexualstraftäter ohne und mit Migrationshintergrund aus dem Nahen Osten und Nordafrika

Tatverhalten und Rückfallprognose

Zeitschrift:
Forensische Psychiatrie, Psychologie, Kriminologie > Ausgabe 4/2017
Autoren:
Stefanie Schmidt, Olivia Pettke, Dr. Robert J. B. Lehmann, Prof. Dr. Klaus-Peter Dahle
Wichtige Hinweise
Die Autoren Stefanie Schmidt und Olivia Pettke haben gleiche Anteile an der Arbeit und teilen sich die Erstautorenschaft.

Zusammenfassung

Derzeit gibt es nur wenig Forschung zu Sexualdelinquenten, die eine Zuwanderungsgeschichte haben und nicht aus dem euroamerikanischen Raum stammen. Es ist daher weitestgehend unklar, ob und, wenn ja, worin sich Täter mit und ohne Migrationshintergrund (MH) hinsichtlich des Delikts, demografischer Charakteristika, spezifischer Tatverhaltensmerkmale sowie Tatthemen unterscheiden und wie valide standardisierte Instrumente zur Vorhersage einschlägiger Rückfälle für Täter mit MH sind. Die vorliegende Studie untersuchte diese Aspekte an einer Stichprobe von 950 Sexualdelinquenten in Deutschland kulturvergleichend. Es zeigte sich, dass Sexualstraftäter mit MH aus dem Nahen Osten und Nordafrika jünger waren, weniger einschlägige Vordelinquenz hatten und seltener für sexuelle Missbrauchsdelikte verurteilt wurden als Täter ohne MH. Mit Blick auf Tatverhaltensmerkmale schien Sexualdelinquenz bei Tätern mit MH aus dem Nahen Osten und Nordafrika weniger durch sexuell deviante Interessen als vielmehr durch Gelegenheiten, Gruppendynamik und allgemeine dissoziale Handlungsbereitschaften geprägt zu sein als bei Tätern ohne MH. Dies konnte auch bei der gesonderten Betrachtung homogener Deliktgruppen und hinsichtlich der Ausprägung zusammenfassender Tatthemen gefunden werden. Die Vorhersage einschlägiger Rückfälligkeit mithilfe des weit verbreiteten Instruments Static-99R war bei Tätern aus dem Nahen Osten und Nordafrika indessen nicht möglich. Dementgegen erwies sich die standardisierte Erfassung des Tatverhaltens mittels Tatbild-Risiko-Score (TBRS) als valides Verfahren in allen Tätergruppen. Es scheint somit empfehlenswert, gerade bei Tätern mit MH Merkmale des Tatverhaltens bei der Kriminalprognose zu berücksichtigen.

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