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01.01.2019 | Panorama | Ausgabe 1/2019

US-Umfrage
Uro-News 1/2019

Sexuelle Verhaltensstörung häufiger als angenommen

Zeitschrift:
Uro-News > Ausgabe 1/2019
Autor:
Thomas Müller
_ Menschen, die ihr Sexualverhalten kaum noch kontrollieren können, haben nach dem neuen ICD-11 eine zwanghafte Sexualverhaltensstörung (Compulsive Sexual Behavior Disorder, CSBD). Der Begriff soll eher unscharf definierte und überlappende Konzepte wie „sexueller Kontrollverlust“, „Hypersexualität“ oder „Sexsucht“ zusammenfassen. Kernmerkmal neben einem exzessiven und schwer kontrollierbaren Sexualverhalten ist der Leidensdruck. Um eine ICD-Diagnose zu bekommen, muss das Sexualverhalten zu deutlichem Stress oder Beeinträchtigungen führen. Weil das CSBD-Konzept noch neu ist, gibt es wenig verlässliche Daten zur Prävalenz in der Bevölkerung. Anhand eines nationalen Surveys haben Mediziner nun Daten von 2.300 zufällig angeschriebenen US-Bürgern zwischen 18 und 50 Jahren erhoben. Die Prävalenz von zwanghaften Sexualverhaltensstörungen erwies sich als weit höher als erwartet. Männer waren zu 10,3 % und Frauen zu 7,0 %betroffen, auch dieser geringe Unterschied überraschte die Forscher. Homosexuelle Männer und Frauen waren rund dreimal so häufig betroffen wie heterosexuelle, allerdings war ihr Anteil unter den Befragten gering. Es zeigte sich auch ein Zusammenhang mit dem Einkommen: In den unteren und oberen sozioökonomischen Schichten scheint CSBD häufiger aufzutreten als in den mittleren. Schließlich überschritten Afroamerikaner und Latinos im Fragebogen doppelt so häufig den Schwellenwert wie weiße US-Bürger. Diese Differenzen lassen sich möglicherweise damit erklären, dass weniger gebildete Personen und ethnische Minderheiten insgesamt unter höherem Stress leiden, häufiger von Missbrauch, Gewalt, Depressionen und Ängsten betroffen sind und deswegen vermehrt Verhaltensstörungen jeglicher Art entwickeln, geben die Ärzte zu bedenken. ...

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