Skip to main content
main-content

11.11.2017 | Die Verbände informieren | Ausgabe 11/2017

RISIKOSTRUKTURAUSGLEICH
NeuroTransmitter 11/2017

Sondergutachten empfiehlt Übergang zu Krankheitsvollmodell

Zeitschrift:
NeuroTransmitter > Ausgabe 11/2017
Autor:
gc
Mitte Oktober 2017 stellte der wissenschaftliche Beirat zur Weiterentwicklung des Risikostrukturausgleichs (RSA) in einer Pressekonferenz sein Sondergutachten vor. Frank Plate, der Präsident des Bundesversicherungsamtes (BVA), verwies auf die Bedeutung dieses Gremiums als unabhängiger Gutachter. Allerdings gingen die Meinungen der beteiligten Krankenkassen wie bisher weit auseinander. Die Regionalkassen (AOK-Bundesverband) forderten ein „Vollmodel“, in dem nicht nur die Kosten der bekannten 80 besonders schweren Erkrankungen für die Umverteilung zwischen den Krankenkassen herangezogen werden sollen. Der zum Beirat kooptierte Gesundheitsökonom Professor Dr. Achim Wambach reklamierte ein „einheitliches Aufsichtshandeln“ gegenüber bundeseinheitlichen und Regionalkassen. Einige Krankenkassen und Bundesländer fordern die Berücksichtigung regional heterogener Versorgungs-, Inanspruchnahme- und Kostenstrukturen. Der Beirat fasste sein Gutachtensergebnis folgendermaßen zusammen:
  • Der Morbi-RSA ist leistungsfähig, hat aber Verbesserungspotenziale mit Blick auf Individuen, Versichertengruppen und Krankenkassen.
  • Ein Übergang zum Krankheitsvollmodell wird empfohlen; bei etwaigem Beibehalt von 50 bis 80 Krankheiten keine Änderung des Auswahlalgorithmus.
  • Es gibt Indizien für Manipulationen, jedoch sind die Diagnosen mit Blick auf die Prävalenzen nicht unplausibel — Verringerung der Möglichkeiten und der Anreize für Manipulationen sind möglich und sinnvoll.
  • Streichen der ambulanten Diagnosen oder Ersatz durch Pharmakomponente wird nicht empfohlen; Pharmakostengruppen können das Modell aber weiter verbessern.
  • Weiterentwicklung im Umgang mit Multimorbidität ist möglich, insbesondere durch Aufnahme von Variablen für die Interaktion von Alter und Multimorbidität.
  • Streichung der DMP-Programmpauschale, da sie eine unsystematische Förderung spezieller Formate darstellt.
  • Bei den Zuweisungen für Verwaltungskosten empfiehlt der Beirat keine Änderung.
  • Die Regionalkomponente im RSA wurde aktuell qualitativ andiskutiert. Vertiefte Diskussion und empirische Untersuchung im Folgegutachten.
...

Bitte loggen Sie sich ein, um Zugang zu diesem Inhalt zu erhalten

Über diesen Artikel

Weitere Artikel der Ausgabe 11/2017

NeuroTransmitter 11/2017Zur Ausgabe

Die Verbände informieren

Memo zu Zuschlagsziffern

Neu im Fachgebiet Neurologie

 

 

 
 

Meistgelesene Bücher in der Neurologie

2012 | Buch

Neurologie Fragen und Antworten

Über 1000 Fakten für die Facharztprüfung

Richtig oder falsch? Testen Sie Ihr Wissen systematisch anhand von Fragen nach dem Multiple-Choice-Prinzip. Themen sind u. a. neuromuskuläre Erkrankungen, Kopfschmerzen, Schwindel, Epilepsien, zerebrovaskuläre Erkrankungen, entzündliche Erkrankungen und Bewegungsstörungen.

Autoren:
Prof. Dr. Peter Berlit, Dr. med. Markus Krämer, Dr. med. Ralph Weber

2015 | Buch

Nervenkompressionssyndrome

Die Diagnostik und Behandlung von Nervenkompressionssyndromen ist eine interdisziplinäre Aufgabe, an der Neurologen, Neuroradiologen und Operateure unterschiedlicher Fachrichtungen mitwirken. Häufige und seltene Formen sind gleichermaßen in diesem Buch beschrieben.

Herausgeber:
Hans Assmus, Gregor Antoniadis
Bildnachweise