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09.11.2018 | Originalien

Soziale Ungleichheiten der Erwerbsminderung bei älteren Arbeitnehmern

Eine Analyse von Routinedaten der Deutschen Rentenversicherung

Zeitschrift:
Zeitschrift für Gerontologie und Geriatrie
Autoren:
Dipl.-Pol.-Wiss. Simon Götz, Nico Dragano, Morten Wahrendorf

Zusammenfassung

Hintergrund

Das Bemühen um die Verlängerung der Lebensarbeitszeit wirft die Frage auf, ob es allen Beschäftigten gesundheitlich möglich ist, länger im Arbeitsleben zu verbleiben. Bisherige Untersuchungen zeigen beispielsweise, dass insbesondere Beschäftige aus einer niedrigen sozioökonomischen Position vergleichsweise häufiger krankheitsbedingt vorzeitig aus dem Erwerbsleben ausscheiden. Für diese Beschäftigten könnte es demnach erschwert sein, eine steigende Altersgrenze für die reguläre Altersrente zu erreichen. Allerdings fehlen bisher Studien, die die sozialen Ungleichheiten beim Eintritt in eine frühzeitige Erwerbsminderungsrente speziell für ältere Beschäftigte untersuchen.

Ziel der Arbeit

Die Arbeit prüft, ob soziale Ungleichheiten bei Erwerbsminderung auch im höheren Erwerbsalter existieren.

Material und Methoden

Die Untersuchung basiert auf administrativen Daten der Deutschen Rentenversicherung (DRV). Für eine Zufallsstichprobe aller Versicherten der Geburtsjahrgänge 1947 und 1961 (59 Jahre bzw. 45 Jahre zu Beginn der Beobachtung; n = 160.688) liegen detaillierte Informationen zum Versicherungsverlauf zwischen 2006 und 2013 vor. Anhand von multivariaten Cox-Regressionen (adjustiert für Beschäftigungsumfang, Staatsangehörigkeit und Ort der Beschäftigung) wurden Zusammenhänge zwischen drei sozioökonomischen Merkmalen (Bildung, Beruf und Einkommen) und dem Risiko einer Erwerbsminderungsrente (EMR) im Beobachtungszeitraum untersucht. Die Analysen erfolgen getrennt für die zwei Jahrgänge jüngerer und älterer Beschäftigter sowie separat nach Geschlecht.

Ergebnisse und Schlussfolgerung

Die Ergebnisse weisen auf ein erhöhtes Risiko einer Erwerbsminderung auch bei älteren Beschäftigten in einer niedrigen sozioökonomischen Position gegenüber solchen in einer höheren Position hin. Bei Männern gilt dies für alle drei untersuchten sozioökonomischen Merkmale und für beide Jahrgänge. Bei Frauen ist der Zusammenhang auch zu beobachten, mit Ausnahme für Bildung und Beruf in der älteren Kohorte. Im Bemühen um eine verlängerte Lebensarbeitszeit sollte Personen aus einer niedrigen sozioökonomischen Position besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden, um sie vor neuen Nachteilen zu bewahren.

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