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23.11.2016 | Leitthema | Ausgabe 1/2017

Bundesgesundheitsblatt - Gesundheitsforschung - Gesundheitsschutz 1/2017

Spezielle medizinische Probleme am Lebensende

Krisen am Lebensende – Welche Behandlung ist angemessen und wann sind Therapiezieländerungen angebracht?

Zeitschrift:
Bundesgesundheitsblatt - Gesundheitsforschung - Gesundheitsschutz > Ausgabe 1/2017
Autoren:
Dr. med. Gesine Benze, Prof. Dr. med. Bernd Alt-Epping, Prof. Dr. med. Friedemann Nauck

Zusammenfassung

Krisen am Lebensende sind für Patienten, Angehörige und Behandler eine besondere Herausforderung. Es gilt, einem individualisierten Therapieziel entsprechend und unter Wahrung größtmöglicher Patientenautonomie angemessen zu handeln, um die Lebensqualität so weit wie möglich zu erhalten. Vorausschauende Planung der Behandlung spezifischer Situationen kann hilfreich sein, um Patienten ihren Wünschen und Wertvorstellungen gemäß zu behandeln, auch wenn sie nicht mehr in der Lage sind, sich selbst zu äußern. Krisenpläne können zudem den Handlungsspielraum von Behandlern für eine Notfallsituation definieren. Dyspnoe, Schmerz und Delir sind Symptome, die besonders häufig zu Notfallanrufen führen. Es stehen medikamentöse und nichtmedikamentöse Behandlungsoptionen zur Verfügung. Stets sollte geprüft werden, ob es eine kausale Therapie gibt und ob diese in Anbetracht der aktuellen Situation angemessen ist. Opioide sind Substanzen, die Anwendung in der Linderung von Schmerz und Dyspnoe finden. Beim Delir werden hochpotente Neuroleptika und atypische Antipsychotika genutzt. Bei begleitender Angst oder Unruhe können Benzodiazepine eingesetzt werden. Gerade bei einer akuten fulminanten Blutung kann durch eine Sedierung Stress reduziert werden. Eine palliative Sedierung stellt eine Ultima Ratio bei therapierefraktären Symptomen in der Finalphase dar. Leitlinien, wie die S3-Leitlinie „Palliativmedizin für Patienten mit einer nicht heilbaren Krebserkrankung“, die auch Rückschlüsse auf nicht onkologisch erkrankte Patienten zulässt, bieten Behandlern eine gute Orientierung u. a. für die symptomatische Therapie spezieller medizinischer Probleme am Lebensende.

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