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Über dieses Buch

Dieses Buch richtet sich an Alle, die ihre schwangere Patientin hinsichtlich sportlicher Betätigung beraten. Es gibt einen Überblick über die Auswirkungen von Bewegung auf den mütterlichen und fetalen Organismus und die Effekte auf Psyche und Wohlbefinden.Weiterhin gibt der Leitfaden konkrete Trainingsempfehlungen auf Basis der neuesten Studienlage, informiert über Kontraindikationen und geht auf spezielle Themen wie beispielsweise Risikoschwangerschaft und Beckenboden ein.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

1. Einleitung

Das vorliegende Buch dient als Leitfaden für Gynäkologen, Hebammen oder sonstige Multiplikatoren wie z. B. Sportwissenschaftler, auf Sport und Schwangerschaft spezialisierte Übungsleiter oder Sportmediziner, die sich mit der Beratung und Betreuung zum Thema „Sport in und nach der Schwangerschaft“ differenzierter auseinandersetzen wollen und sich auf ein fundiertes Wissen stützen möchten, um Frauen optimal zu betreuen, zu beraten oder zu begleiten. Das Buch besteht aus drei Inhaltsblöcken: den Grundlagen zu Beratung und Betreuung, Basiswissen zu Effekten, Kontraindikationen und sonstigen Risiken der Sportaktivität sowie Praxisthemen wie Trainingsempfehlungen, Beckenboden, Adipositas und bereits in der Schwangerschaft beginnenden Präventionsprogrammen.
M. Sulprizio, J. Kleinert

Grundlagen

Frontmatter

2. Grundlagen von Beratung, Betreuung und Coaching

Das Kapitel erläutert Grundlagen von Beratungs-, Betreuungs- und Coachingprozessen. Die Basis wird durch die Gegenüberstellung und Abgrenzung der Begriffe Beratung, Betreuung und Coaching geschaffen. Hierauf aufbauend werden wichtige Bereitschaften, Fähigkeiten und Eigenschaften der im Beratungs- oder Betreuungsprozess beteiligten Personen erörtert. Auf Seiten des Beraters oder Betreuers sind dies fachliche, soziale sowie didaktische Kompetenzen und Metakompetenzen; auf Seiten der Schwangeren stehen Ziel-, Zweck- und Sinnaspekte der eigenen Sport- und Bewegungsaktivität im Vordergrund. Schließlich wird auf einzelne Prozesse der Betreuungshandlung eingegangen, insbesondere auf Zielklärung und Vertrauensbildung.
J. Kleinert, M. Sulprizio

3. Prinzipien sportbezogener Beratung und Betreuung in und nach der Schwangerschaft

Das Kapitel beschreibt sowohl schwangerschaftsspezfische als auch allgemeine Prinzipien der sportbezogenen Beratung und Betreuung. Zunächst wird die besondere Ausgangssituation der Schwangeren aus körperlicher und psychologischer Sicht reflektiert. Aufbauend auf grundlegenden Regeln der Sportberatung und -betreuung werden anschließend 5 Phasen der Verhaltensänderung erörtert, die im Rahmen von nachhaltigen Verhaltensmodifikationen zu mehr Sport und Bewegung bedeutsam sind: Informieren und Anregen, Motivieren und Lust machen, Empfehlen und Planen, Unterstützen und Begleiten sowie Reflektieren und Bewerten. In diesen Phasen wird die Aufgabe des Beraters oder Betreuers (z. B. Bedürfnisse befriedigen) ebenso herausgehoben wie der jeweils angesprochene psychische Mechanismus (z. B. Hintergründe von Angst und Unsicherheit). Das Kapitel schließt mit organisatorischen Hinweisen zum Coachingprozess (z. B. unterschiedliche Rahmenbedingungen oder Beratungs- oder Betreuungsformen).
J. Kleinert, M. Sulprizio

4. Online-basierte Beratung zu Sportaktivität in und nach der Schwangerschaft

An der Deutschen Sporthochschule Köln hat sich eine online-basierte Bewegungsberatung für Schwangere etabliert. Ein Team von Expertinnen und Experten aus unterschiedlichen Disziplinen bietet das „Online-Coaching“ über das Portal www.sportundschwangerschaft.de an. Frauen, die sich bezogen auf ihre sportliche Aktivität in und nach der Schwangerschaft beraten lassen möchten, bekommen als Antwort auf eine per E-Mail formulierte Anfrage aufgrund der aktuellen Studienlage evidenzbasierte Empfehlungen und Hinweise. Die Coaching-Anliegen beinhalten beispielsweise Fragen zur Weiterführung der eigenen Sportart, zum Risiko des Sporttreibens für Mutter und Kind, aber auch zu Motivierungshilfen, um mit Sport in der Schwangerschaft zu beginnen oder nach der Schwangerschaft wieder einzusteigen. Das „Online-Coaching“ berät aktuell über 500 Frauen pro Jahr und versteht sich als ergänzendes Beratungsangebot.
M. Sulprizio, J. Kleinert, R. Löw

Effekte von Sport

Frontmatter

5. Effekte von Sport in und nach der Schwangerschaft

Sportliche Aktivität wirkt sich positiv aus auf die kardiovaskuläre Fitness, die Schmerzwahrnehmung bzw. Schmerztoleranz und die Gewichtskontrolle während und nach der Schwangerschaft. eine Reduktion von muskuloskelettalen Beschwerden (insbesondere Rückenschmerzen), Inkontinenz, Insulinresistenz und des Risikos, an einem Gestationsdiabetes zu erkranken, ist ebenfalls zu verzeichnen. Rund 4 Woche nach der Geburt kann mit moderatem Aufbautraining wieder begonnen werden. Das größte Augenmerk ist auf die erneute Festigung des Beckenbodens und die Verminderung der Rektusdiastase zu legen. Psychische bzw. psychologischen Effekte von Sportaktivität sind vielfältig: Reduktion von Stimmungsschwankungen, Ängsten und Depressivität sowie Förderung von Wohlbefinden und Selbstvertrauen. Sportaktivität hat einen positiven Einfluss auf Schlafqualität, Umgang mit schwangerschaftsbedingten Beschwerden und Geburtsschmerzen. Auch Sportanfängerinnen profitieren.
M. Sulprizio, C. Velde, U. Korsten-Reck, R. Löw, V. Mechery, J. Kleinert

6. Kontraindikationen von Sportaktivität in der Schwangerschaft

In der Schwangerschaft sollte die körperliche Aktivität i. Allg. keinen Einschränkungen unterliegen. Im Gegenteil: Frauen mit einer ungefährdeten Schwangerschaft sollten ermutigt werden, Aktivitäten beizubehalten oder neu zu beginnen. Geeignete Sportarten sind abhängig vom Fitnessgrad und den individuellen Fähigkeiten der Schwangeren auszuwählen; solche mit hohem Sturz- und Verletzungsrisiko sollte vermieden werden. Die sporttreibende Schwangere sollte regelmäßig untersucht werden, um Effekte auf den Fetus abzuschätzen und die körperliche Aktivität ggf. zu modifizieren. Frauen mit medizinischen/gynäkologischen Komplikationen sollten sorgfältig untersucht werden, bevor körperliche Aktivität empfohlen wird. Bereits zuvor aktive Frauen verfügen meist über ein gutes Körpergefühl und können das Ausmaß der Aktivität selbst am besten einschätzen. Zu viel Ruhe oder gar Bettruhe kann mehr Stress erzeugen als moderate Aktivität und sollte nur bei bestehender Kontraindikation empfohlen werden.
U. Korsten-Reck, C. Velde, M. Sulprizio

Praxis

Frontmatter

7. Trainingsempfehlungen zum Sport in und nach der Schwangerschaft

Bei einer komplikationslosen Schwangerschaft sollten gesunde Frauen zu einer moderaten Sportaktivität motiviert werden. Dies gilt für Sporteinsteigerinnen genauso wie für Freizeit- oder Leistungssportlerinnen. Unter Berücksichtigung der Empfehlungen internationaler Expertenarbeitsgruppen können viele Sportarten auch in der Schwangerschaft weiter betrieben bzw. begonnen werden. Allerdings ist die Schwangerschaft nicht der geeignete Zeitpunkt für Leistungssteigerungen, sondern die Empfehlungen fokussieren auf einen Leistungserhalt und vor allem den Erhalt von körperlichem und psychischem Wohlbefinden. Auch in der postpartalen Phase können Frauen nach einer intensiven Rückbildungsphase recht bald wieder in „ihren“ Sport zurückkehren, wenn sie die Empfehlungen umsetzen können.
M. Sulprizio, R. Löw, B. Schulte-Frei, L. Jäger

Ausgewählte Themen zu Sport und Schwangerschaft

Frontmatter

8. Beckenboden

Positive Effekte sportlicher Betätigungen auf Körper, Psyche, Kognition und Lebensqualität sind unumstritten und Sport als präventive Maßnahme wird empfohlen. Gleichzeitig besteht große Unsicherheit bezüglich der zu empfehlenden körperlichen Aktivität während einer Schwangerschaft. Folglich wird Schwangeren häufig grundsätzlich von Sport abgeraten. Dem widersprechen Studien, die positive Auswirkungen auf den Gesundheitszustand von Mutter und Kind belegen. Da eine hohe Anzahl von Schwangeren nicht erst nachgeburtlich, sondern bereits während der Schwangerschaft unter Inkontinenz leidet, wird zudem insbesondere ein Fokus auf die Auswirkungen von Sport auf den Beckenboden gelegt. Der diesbezügliche Forschungsstand wird dargelegt, und mögliche Schlussfolgerungen werden diskutiert.
B. Schulte-Frei, L. Jäger

9. Prävention und Therapie der Adipositas und schwangerschaftsbedingter Erkrankungen durch Sport

Dieses Kapitel dient der Übersicht über mögliche schwangerschaftsassoziierte Erkrankungen und deren Auswirkungen auf Mutter und Kind. Dabei wird die Möglichkeit der Einflussnahme von körperlicher Aktivität auf die Risikofaktoren für schwangerschaftsassoziierte Erkrankungen bzw. innerhalb der Behandlung dieser Erkrankungen aufgezeigt. Regelmäßige körperliche Aktivität stellt eine wichtige Komponente einer gesunden Schwangerschaft dar. Frauen, die körperlich aktiv sind, zeigen eine geringere Inzidenz von Adipositas und Diabetes mellitus Typ 2 bei Mutter und Kind, eine geringere Prävalenz von Gestationsdiabetes (GDM), und sie leiden seltener an einer Präeklampsie.
U. Korsten-Reck, K. Röttger

10. „9+12 Gemeinsam gesund“ – Frühkindliche Prävention durch einheitliche Beratungen zu Ernährung und Bewegung im Rahmen der Mutterschafts– und Kindervorsorgeuntersuchungen

Das Ludwigsburger Modelprojekt „9+12 Gemeinsam gesund in Schwangerschaft und erstem Lebensjahr“ nutzte vorhandene Strukturen mit einem bisher beispiellosen Ansatz für die perinatale Übergewichts- bzw. Adipositasprävention bei Mutter und Kind. Die sensiblen Phasen der Schwangerschaft und des 1. Lebensjahrs des Kindes wurden genutzt, um bei den Familien durch Gynäkologen, Hebammen sowie Pädiatern Veränderungen des Bewegungs- und Ernährungsverhaltens anzustoßen. Die Beratung erfolgte anlässlich der Vorsorgeuntersuchungen Mutterschaftsvorsorge (S1–S4) und Kindervorsorgeuntersuchungen (U3–U6).
U. Korsten-Reck, C. Wäscher

Backmatter

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