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Über dieses Buch

In der Sportmedizin und Kardiologie gewinnt die Sportkardiologie zunehmend an Bedeutung mit den Bestrebungen eine Subspezialisierung zu etablieren. Derzeit ist sie in Lehre und Klinik jedoch unterrepräsentiert und Sportmedizinern und Kardiologen, die Sportler betreuen, stellen sich häufig sportkardiologische Fragen, auf die sie bisher keine Antworten finden.

Dieses Buch will diese Lücke schließen, in dem es umfassend die Methoden der sportkardiologischen Untersuchungen vom EKG über die Spiroergometrie bis hin zum MRT beschreibt und unter anderem die Frage beanwortet, was Sportler mit kardiovaskulären Problemen tun dürfen. Der inhaltliche Bogen reicht von der Prävention kardialer Erkrankungen bis hin zu speziellen sportkardiologischen Aspekten im Rehabilitations-, Breiten- und Leistungssport. Geschrieben wurde es von Mitgliedern der Deutschen oder Österreichischen Gesellschaften für Kardiologie und Sportmedizin.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Die moderne Sportkardiologie

Frontmatter

1. Die moderne sportmedizinische Untersuchung: die TÜV-Plakette für jeden Sportinteressierten

Zusammenfassung
Bewegung und Sport wird nicht nur Gesunden, sondern auch Patienten mit nahezu allen chronischen Krankheitsbildern als ein ernstzunehmendes, die medikamentöse Therapie ergänzendes und dieser manchmal sogar überlegenes Therapeutikum empfohlen. Um dem Patienten gezielt den richtigen Sport in der richtigen »Dosierung« empfehlen zu können, ist es wichtig zu wissen, wo seine individuellen gesundheitlichen Stärken und Schwächen liegen Somit stellt sich nicht so sehr die Frage, ob man gesund genug ist zum Sporttreiben, sondern herauszufinden, welche Sportart in welcher Dosierung ausgeübt werden soll. Die Angst, keinen Sport mehr treiben zu dürfen, gehört der Vergangenheit an und betrifft lediglich akute Erkrankungen und ist somit vorübergehender Natur.
Josef Niebauer

2. Die moderne Sportkardiologie

Zusammenfassung
Der vermehrte und rasant ansteigende Bedarf an sportkardiologischem Wissen hat zur Etablierung der Subspezialität Sportkardiologie geführt, wenngleich dies keine Zusatzbezeichnung ist und folglich auch kein Curriculum dafür existiert. Es gibt lediglich einen Vorschlag der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie für ein Curriculum für Sportkardiologie, welcher weder bindend noch an die Gegebenheiten in den einzelnen europäischen Ländern angepasst ist. Einige Autoren dieses Buches sind an der Erstellung eines Curriculums für den deutschsprachigen Raum aktiv beteiligt und werden sich auch weiterhin für die Etablierung der Sportkardiologie einsetzen. Der Inhalt dieses Buches orientiert sich an den Inhalten des entstehenden Curriculums und soll dem sportkardiologisch Interessierten ein fundierter Begleiter im klinischen Alltag sein.
Josef Niebauer, Martin Halle, Herbert Löllgen

Kardiovaskulärer Nutzen des Sports

Frontmatter

3. Prävention durch körperliche Aktivität

Zusammenfassung
Kardiovaskuläre Erkrankungen sind nach wie vor die häufigsten Ursachen eines vorzeitigen Todes. Eine Beeinflussung von Morbidität und Mortalität ist durch eine Änderung des Lebensstils möglich. Zugleich wird dadurch die Lebensqualität verbessert. Im Mittelpunkt der Prävention steht die regelmäßige körperliche Aktivität. Sie verbessert zudem die Rehabilitation und wirkt wie ein Medikament als wirksame therapeutische Intervention.
Herbert Löllgen, Ruth Mari Löllgen

4. Sport als Therapeutikum: Die kardiologische Rehabilitation

Zusammenfassung
Eine Rehabilitation, deren wesentliches Ziel die Steigerung der körperlichen Leistungsfähigkeit ist, geht mit einer Verbesserung der Morbidität und Mortalität einher. In einem großen, österreichweiten Registers führte eine nur 4- bis 6-wöchige, intensive ambulante kardiologische Rehabilitation der Phase II, zu einer deutlichen Verbesserung von körperlicher Leistungsfähigkeit, des Lipid- und Glucosestoffwechsels, des Blutdrucks, BMI, der Ängstlichkeit und Depressivität sowie der gesundheitsbezogenen Lebensqualität. Die 6–9 Monate dauerende Phase III festigte diese Erfolge nachhaltig. Darüber hinaus konnte in eigenen Arbeiten nachgewiesen werden, dass für Diabetiker Kraftausdauertraining genauso wirksam ist wie Hypertrophietraining und dass Patienten mit koronarer Herzkrankheit eine vergleichbare Verbesserung ihrer Leistungsfähigkeit durch kontinuierliches Ausdauertraining, hochintensives Intervalltraining und durch Pyramidentraining erfahren. Somit kann das Training der Patienten weiter individualisiert werden, was eine Grundvoraussetzung für einen lebenslang aktiven Lebensstil ist.
Josef Niebauer

5. Training von Patienten mit linksventrikulären mechanischen Herzunterstützungsystemen und nach Herztransplantation

Zusammenfassung
Patienten nach LVAD-Implantation benötigen eine intensive interdisziplinäre Betreuung und Überwachung zur Vermeidung und Behandlung von Device-spezifischen Komplikationen. In den ersten Monaten nach Implantation ist die wissenschaftliche Evidenz nicht ausreichend, um Guidelines für das Training von LVAD-Patienten zu erstellen. Jedoch sprechen die vorhandenen Daten dafür, dass es mit Steuerung der Intensität nach der BORG-Skala, wie auch bei Patienten nach Herztransplantation, sicher und erfolgreich durchgeführt werden kann. In Zukunft muss geklärt werden, warum es bei manchen Patienten im Langzeitverlauf zu keiner Verbesserung der Leistungsfähigkeit kommt. Bei entsprechenden Umfängen und Intensitäten sind, vergleichbar mit gesunden Athleten, auch transplantierte Herzen trainierbar. Der Schwerpunkt des rehabilitativen Trainings nach einer Herztransplantation liegt aber eindeutig in der Adaptation der Skelettmuskulatur.
Christiane Marko, Francesco Moscato, Rochus Pokan

Kardiovaskuläre Schädigung durch Sport?

Frontmatter

6. Viel hilft viel; schädigt Sport das Myokard?

Zusammenfassung
Es ist deutlich, dass körperliche Aktivität und vor allem eine strukturierte Trainingstherapie nicht nur in der Prävention, sondern vorrangig in der Rehabilitation von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und anderen chronischen Erkrankungen positive Wirkungen auf die Erkrankung, die Symptomatik, die Fitness und die Lebensqualität hat und zu einer Reduktion der Gesamtmortalität führt. Die positiven Wirkungen folgen einer Dosis-Wirkungs-Beziehung und das Optimum scheint bei täglich 50–60 min strukturiertem Training zu liegen. Mögliche Schädigungen des Myokards durch extreme Ausdauerbelastungen werden in der Literatur diskutiert. Es ist allerdings offen, wo die Grenzen der Belastbarkeit gesunder und kranker Menschen sind. Hinweise zu diesen Grenzen können aus dem Extremsport mit Trainingsumfängen von mehreren Stunden täglich, mit bis zu 200–300 metabolischen Equivalentstunden pro Woche gewonnen und hinsichtlich einer möglichen Schädigung des Myokards hinterfragt werden. Dabei werden jedoch mögliche Grenzbelastungen von AthletInnen bei PatientInnen auch nicht annähernd erreicht. Ein strukturiertes und dosiertes körperliches Training für chronisch kranke Personen mit Herz-Kreislauf- oder anderen chronischen Erkrankungen sollte daher nicht nur empfohlen, sondern allen PatientInnen obligatorisch verschrieben werden.
Rochus Pokan, Peter Hofmann

7. Gefahren im Sport: Der plötzliche Herztod

Zusammenfassung
Nach der aktuellen Studienlage liegt die Häufigkeit des plötzlichen Herztods (PHT) beim Sport in Abhängigkeit von Alter, Geschlecht und Sportart zwischen 0,5 und 13 Betroffenen pro 100.000 Sportler und Jahr. Bei jungen Sportlern unter 35 Jahren dominieren in über zwei Drittel der Fälle angeborene kardiale Erkrankungen als Ursache. Am häufigsten ist dabei die hypertrophe Kardiomyopathie, gefolgt von Koronaranomalien, Ionenkanalerkrankungen und der Myokarditis. Bei älteren Athleten dominiert demgegenüber die im Rahmen einer Atherosklerose auftretende koronare Herzerkrankung als Ursache. Erste Befunde weisen darauf hin, dass sportmedizinische Vorsorgeuntersuchungen bei der Prävention des PHT beim Sport einen wichtigen Stellenwert besitzen.
Andreas Nieß

Die sportkardiologische Untersuchung und klinische Konsequenzen

Frontmatter

8. Die körperliche Untersuchung: Inhalte, Sinn und Ziel

Zusammenfassung
Die Untersuchung des Sporttreibenden betrifft den Freizeitsportler, den Leistungssportler und Patienten oder Personen mit latenten und manifesten kardiovaskulären Erkrankungen. Die spezielle sportärztliche Untersuchung zu sportkardiologischen Fragen umfasst in klassischer Weise die Anamnese, die Inspektion, Palpation und Auskultation. Neben den kardiovaskulären Aspekten wird man auch andere Normvarianten und Pathologika überprüfen.
Herbert Löllgen, Ruth Löllgen

9. Herzfrequenz und Blutdruck

Zusammenfassung
Die Bestimmung und Registrierung der Herzfrequenz in Ruhe und unter Belastung ist für alle Untersuchungen, insbesondere in der Sportkardiologie von zentraler Bedeutung. Die Herzfrequenzanalyse ermöglicht Hinweise auf die kardiale Funktion, zeigt mögliche Rhythmusstörungen an und kann auch Hinweise auf die myokardiale Funktion geben. Die Herzfrequenz ist zudem eine wichtige Bezugsgröße für die Leistung, die Spiroergometrie und andere Funktionsgrößen wie auch der autonomen Funktion mittels Herzfrequenzvariabilität. Die Messung des arteriellen Blutdruckes ist für Diagnostik und Überwachung bei Bluthochdruck unabdingbar, sie erlaubt eine prognostische Aussage und dient während der Ergometrie zur Überwachung. Auch die Blutdruckvariabilität und die Barorezeptorenfunktion ermöglichen eine Beurteilung der autonomen Funktion.
Herbert Löllgen

10. Die sportkardiologische Untersuchung und klinische Konsequenzen – Das EKG

Zusammenfassung
Die Sportkardiologie befasst sich mit den Auswirkungen regelmäßiger körperlicher Aktivität auf das kardiovaskuläre System. Zur Beurteilung relevanter Veränderungen sind sowohl umfangreiche Kenntnisse in der Kardiologie als auch der Leistungsphysiologie bzw. der Sportpraxis notwendig. Die Sportkardiologie steht damit in enger Beziehungen zur Kardiologie und Sportmedizin. Physiologische asymptomatische EKG-Veränderungen von Sportlern, die Anpassungsmechanismen an regelmäßiges Training darstellen, sind von potentiell zu manchmal sportassoziierten letalen Ereignissen wie dem plötzlichen Herztod führenden Veränderungen abzugrenzen. Screening-Programme haben das Ziel Sportler mit einer unbekannten oder asymptomatischen kardiovaskulären Erkrankung zu identifizieren. Dies gilt sowohl für Spitzensportler (Kompetitiv-Athleten) als auch für Hobby- bzw. Gelegenheitsathleten.
Robert Berent

11. Sport bei Kindern und Jugendlichen – kinderkardiologische Aspekte

Zusammenfassung
Die Sinnhaftigkeit der Durchführung einer sportmedizinischen Untersuchung vor einer leistungssportlichen Betätigung ist sowohl bei Erwachsenen als auch bei Kindern und Jugendlichen weitgehend unbestritten, gilt es doch, einen plötzlichen Herztod in Assoziation mit der sportlichen Belastung zu verhindern. Die kardiologische Interpretation darf jedoch nicht zu einer Verunsicherung der Probanden und auch nicht zu einer ausufernden Diagnostik führen. Ziel dieses Kapitels ist es, die altersentsprechenden physiologischen EKG-Veränderungen aufzuzeigen und die entsprechenden Unterschiede zum Erwachsenen-EKG heraus zu arbeiten. Spezielle Erkrankungen wie die hypertrophe Kardiomyopathie, angeborene Koronaranomalien, die arrhythmogene rechtsventrikuläre Kardiomyopathie, das Long-QT-Syndrom oder das WPW-Syndrom sind dargestellt. Die Extrasystolie, der plötzliche Thoraxschmerz sowie Empfehlungen zur sportlichen Betätigung von Patienten mit Vitien werden im Detail abgehandelt.
Manfred Marx

12. Die sportkardiologische Untersuchung und klinische Konsequenzen

Zusammenfassung
Die vollständige transthorakale Echokardiographie umfasst die morphologische Untersuchung des gesamten Herzens und der proximalen Aorta ascendens mittels M-Mode- und 2D-Verfahren sowie Spektral- und Farb-Doppler. Ein auffälliges und abnormales 12 Ableitungs-Ruhe-EKG sollte immer zu einer weiteren kardialen Abklärung mit zumindest einer transthorakalen Echokardiographie und der Frage nach einer strukturellen Herzerkrankung führen Die Untersuchung sollte standardisiert erfolgen und selbst bei vollständig unauffälligem Befund einen bestimmten Mindestumfang besitzen.
Robert Berent

13. Kardiale Computertomographie

Zusammenfassung
Die kardiale Computertomographie (CT) erlaubt als bisher einzige nicht-invasive Methode die Darstellung der Herzkranzgefäße mit einer hohen diagnostischen Sicherheit. Erste Daten zur Stenosedetektion wurden gegen Ende der 90er Jahre publiziert. Seither konnte durch stetige technische Verbesserungen der Computertomographen eine Optimierung der Bildqualität und eine breitere klinische Anwendung erreicht werden. Moderne Computertomographen erlauben die Darstellung des gesamten Koronarbaumes innerhalb weniger Sekunden.
Christof Burgstahler

14. Kardio-MRT in der Sportkardiologie

Zusammenfassung
Die Magnetresonanztomographie eignet sich sowohl zur Darstellung von unterschiedlichen Gewebetypen als auch von Blutflüssen. Dafür werden Magnetfelder und Radiowellen eingesetzt. Die Untersuchung besteht aus verschiedenen Sequenzen, die jede für sich oder in ihrer Kombination eine Vielzahl an Informationen liefern.
Jürgen Michael Steinacker, Peter Bernhardt

15. Ergometrie

Zusammenfassung
Belastungsuntersuchungen spielen sowohl in der Kardiologie als auch in der Sportmedizin seit Jahrzehnten eine große Rolle. Zur korrekten Durchführung sind Kenntnisse der physiologischen und pathophysiologischen Grundlagen genauso erforderlich wie Kenntnisse in der Durchführung der Ergometrie. Indikationen, Kontraindikationen und Abbruchkriterien müssen ebenso bekannt sein wie das Wissen über mögliche Komplikationen. Der Interpretation kommt eine besondere Bedeutung zu, aber auch die Bewertung der klinischen Symptomatik, der Leistungsfähigkeit und mögliche Einflussfaktoren sind zu wissen. Neben der Diagnostik der KHK spielten Belastungsuntersuchungen eine große Rolle zur Evaluierung von Rhythmusstörungen, Vitien und zur Festlegung einer Trainingstherapie. Neben der Diagnostik der KHK spielten Belastungsuntersuchungen eine große Rolle zur Evaluierung von Rhythmusstörungen, Vitien und zur Festlegung einer Trainingstherapie.
Manfred Wonisch

16. Spirometrie

Zusammenfassung
Die Spirometrie ist ein Verfahren zur Beurteilung der Lungenfunktion in Ruhe. Durch Aufzeichnung der mobilisierbaren Lungenvolumina und der Durchflussgeschwindigkeit können Informationen über die Lungenmechanik gewonnen werden.
Manfred Wonisch

17. Spiroergometrie

Zusammenfassung
Bei der Spiroergometrie handelt es sich um ein diagnostisches Verfahren, mit dem qualitativ und quantitativ die Reaktion und das Zusammenspiel von Herz-Kreislauf, Atmung und Stoffwechsel im Rahmen eines Belastungstests analysiert werden. Neben der Bestimmung der maximalen Sauerstoffaufnahme als das »Bruttokriterium« der körperlichen Leistungsfähigkeit erlaubt die Atemgasanalyse zusammen mit der Herzfrequenzanalyse Aussagen über das Funktionsverhalten von Herz, Lunge und Muskulatur unter Belastungsbedingungen. Durch zusätzliche Analyse submaximaler Kenngrößen können Informationen für die Trainingsgestaltung erhoben werden.
Manfred Wonisch

Athleten mit kardialer Erkrankung: wer darf was?

Frontmatter

18. Koronare Herzkrankheit und Koronarspasmen, Koronaranomalien, Myokardbrücken

Zusammenfassung
Vorrangiges Ziel der körperlichen Aktivität bei Patienten mit Koronarer Herzerkrankung (KHK) ist es, die kardiovaskuläre Morbidität und Mortalität günstig zu beeinflussen und ebenso die Lebensqualität zu verbessern. Eine sorgsame Abwägung des Risikos und dem von der körperlichen Aktivität unter langfristigen Gesichtspunkten ausgehenden Nutzen sollte im Vordergrund stehen. Der individuelle Gesundheitszustand eines Patienten dient als Grundlage der Entscheidungsfindung im Hinblick auf die diagnostischen und therapeutischen Schritte im Management der KHK Dann aber auch in der Entscheidungsfindung, ob eine Empfehlung zu Wettkampfsport mit unterschiedlich ausgeprägter statischer oder dynamischer Belastungskomponente ausgesprochen werden kann, oder ob von dieser abgeraten werden sollte.
Jochen Hansel

19. Sport bei linksventrikulären Klappenvitien

Zusammenfassung
Die körperliche Belastbarkeit sowohl im Wettkampfsport als auch im Freizeit-und Gesundheitssport bei Aorten-und Mitralklappenvitien einschließlich bikuspider Aortenklappe und Mitralklappenprolaps wird anhand anamnestischer, klinischer und apparativer Kriterien dargestellt. Entscheidend ist der Schweregrad des jeweiligen Vitiums. Bei leichtgadigen Vitien ohne Symptomatik besteht keine Einschränkung der Belastbarkeit, meist kann auch Wettkampfsport erfolgen. Alle höhergradigen Klappenvitien erfordern eine differenzierte Beurteilung. Gesundheitssportliche Aktivitäten, insbesondere gut dosier-und kontrollierbare ausdauerorientierte Belastungen wie Walking, langsames Radfahren oder Ergometertraining sind meist möglich. Bei Klappeninsuffizienzen kann der linke Ventrikel aufgrund der doppelten Volumenbelastung durch das Vitium und ausdauerorientierten Sport leicht vergrößert sein, was diagnostisch und bei der Festlegung der Belastbarkeit zu berücksichtigen ist. Die Empfehlungen beruhen in großen Teilen auf Expertenkonsens, da entsprechende Studien fehlen.
Wilfried Kindermann, Jürgen Scharhag, Axel Urhausen

20. Sport bei Patienten mit angeborenen Herzfehlern (inklusive rechtsventrikuläre Vitien)

Zusammenfassung
Angeborene Herzfehler sind die häufigsten angeborenen Fehlbildungen und kommen in ungefähr 0,8 % aller Lebendgeburten vor. Die Fortschritte unter anderem in der pädiatrischen Herz-Thorax-Chirurgie der letzten 60–70 Jahre brachten eine Verschiebung der Möglichkeiten von überwiegend palliativen zu (mehr oder weniger) korrigierenden Operationen. Gleichzeitig mit dem Anstieg dieser operativen Korrekturen konnten auch Verbesserungen in medizinischen Behandlungsschemata für diese Patienten erfolgen, so dass daraus ein deutlicher Rückgang in der Morbidität und Mortalität resultierte. Der größte Benefit ist bei jenen mit mittelgradig schwieriger oder komplexer Anatomie gegeben. Die Anzahl der Erwachsenen mit angeborenen Herzfehler (EMAH) ist dadurch größer als jene im Kindesalter.
Harald Gabriel

21. Sport trotz Herzrhythmusstörungen

Zusammenfassung
Herzrhythmusstörungen sind alle Abweichungen vom Sinusrhythmus mit normalem Herzfrequenzverhalten. Synonym wird auch das Wort Arrhythmien verwendet. Das Spektrum der Herzrhythmusstörungen bei Sportlern reicht von benignen Arrhythmien ohne Auswirkungen auf Gesundheit, Lebenserwartung und Leistungsfähigkeit bis zum plötzlichen Herztod als tragische Manifestation einer letalen Arrhythmie.
Andreas Müssigbrodt, Yves van Belle, Sergio Richter, Arash Arya, Andreas Bollmann, Gerhard Hindricks

22. Sport bei Myokarderkrankungen

Zusammenfassung
Myokarderkankungen stellen die Hauptursachen des plötzlichen Herztodes bei jüngeren Personen dar. Bei Sportlern relevant sind vor allem die angeborenen Erkrankungen hypertrophische Kardiomoypathie (HCM), die arrhythmogene rechtsventrikuläre Kardiomyopathie (ARVC) sowie bei den erworbenen die Myokarditis. In der primären Diagnostik kommt neben der Klinik und (bei den angeborenen Erkrankungen) der familiären Anamnese dem Ruhe-EKG eine wichtige Bedeutung zu. Dieses wird zur Diagnosesicherung ergänzt durch eine Echokardiographie und vor allem ein kardiales MRT. Die Abgrenzung von sportbedingten myokardialen Anpassungen gelingt meist nichtinvasiv. Genetische Untersuchungen können insbesondere für das familiäre Screening hilfreich sein. Meist fehlen durch entsprechende klinische Studien abgesicherte Kriterien zur Risikostratifizierung. Aufgrund des hohen und durch körperliche Belastungen potenzierten Komplikationspotenzials fallen Empfehlungen zur sportlichen Aktivität eher vorsichtig aus. Bei den meisten Kardiomyopathien besteht allerdings eine klare Kontraindikation zum Leistungssport.
Andrei Codreanu, Charles Delagardelle, Laurent Groben, Axel Urhausen

23. Sport bei Athleten mit erhöhtem kardiovaskulärem Risiko

Zusammenfassung
Athleten werden entsprechend Ihrer Leistungsfähigkeit und des Lebensstils als ein sehr gesunder Teil der Gesellschaft wahrgenommen. Unabhängig davon unterliegen sie grundsätzlich aber den gleichen genetisch determinierten Faktoren einer Krankheitsauslösung wie alle Individuen. Zudem hängt die Prävalenz kardiovaskulärer Risikofaktoren bei Athleten stark von Lebensalter, Trainingshistorie und ausgeübter Sportart ab, sodass mitunter durchaus relevante und ggf. auch behandlungspflichtige Risikokonstellationen vorliegen können. Daher sind Kenntnisse über Zusammenhänge zwischen kardiovaskulären Risikofaktoren und (leistungs)sportlicher Aktivität im Kontext sportkardiologischer Untersuchungen und Empfehlungen zur Trainingssteuerung in jeder Altersgruppe wichtig. Das vorliegende Kapitel stellt die Prävalenz, Verteilung und Behandlung kardiovaskulärer Risikofaktoren bei Athleten vor und berücksichtigt dabei auch sportspezifische Aspekte medikamentöser Therapieverfahren.
Axel Preßler, Martin Halle

Spezielle sportkardiologische Aspekte im Breiten- und Leistungssport

Frontmatter

24. Sicherheitsvorkehrungen in Sportstätten

Medizinische Versorgung von Zuschauern und Athleten bei sportlichen Großereignissen
Zusammenfassung
In den letzten Jahren war die Sicherheit für Athleten im Rahmen von Großveranstaltungen des Sports häufig im Fokus des öffentlichen Interesses. Die größte Aufmerksamkeit richtet sich meist auf die aktiven Sportler, allerdings sind auch die Zuschauer einem relevanten Risiko ausgesetzt. Aus kardiologischer Sicht besteht die wesentliche Bedrohung in einer ventrikulären Herzrhythmusstörung, dem plötzlichen Herztod (»Sudden Cardiac Death«, SCD). Als Reaktion darauf wurden große Anstrengungen unternommen, um eine adäquate medizinische Versorgung zu gewährleisten.
Frank van Buuren

25. Doping und Medikamentenmissbrauch

Zusammenfassung
Der Missbrauch von Medikamenten und die Anwendung unerlaubter Methoden zum Zwecke der Leistungssteigerung findet nicht nur im Leistungssport statt, sondern stellt auch im Breiten- und Freizeitsport ein relevantes Problem dar. Doping gilt als Verursacher von Gesundheitsschäden. Für das Herz-Kreislauf-System ist hierbei unter der Einnahme verschiedener Dopingsubstanzen ein breites Spektrum an unerwünschten Wirkungen beschrieben. Diese umfassen unter anderem die Entwicklung einer Myokardhypertrophie, das Auftreten von Arrhythmien, eine Dyslipoproteinämie, proatherogene Effekte bis hin zum Myokardinfarkt und den plötzlichen Herztod. Die Kenntnis des Nebenwirkungsprofils der einzelnen Dopingsubstanzen besitzt auch in der täglichen klinischen Praxis eine besondere Bedeutung, da es bei differenzialdiagnostischen Überlegungen mitberücksichtigt werden muss.
Andreas Nieß

Backmatter

In b.Flat Kardiologie pro enthaltene Bücher

In b.Flat Klinik Innere Medizin enthaltene Bücher

In b.Flat SpringerMedizin.de Gesamt enthaltene Bücher

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