Alarmierender Anstieg: Hautpilz aus dem Barbershop
- 08.09.2025
- Online-Artikel
Der sogenannte Barberpilz, medizinisch als Tinea barbae bekannt, ist eine tückische Hautpilzinfektion, die sich gezielt die Bartregion als Angriffspunkt sucht. Verursacht durch Dermatophyten, insbesondere den hartnäckigen Pilz Trichophyton tonsurans, hat diese Infektion in den letzten Jahren eine enorme Verbreitung erfahren. Besonders auffällig: Die Infektionszahlen schießen nach Besuchen in Barbershops in die Höhe – ein Ort, der eigentlich für Pflege und Stil steht, sich jedoch bei mangelnder Hygiene schnell in eine Brutstätte für Krankheitserreger verwandeln kann [1][2][3].
David Pereiras | iStock (Symboldbild mit Fotomodell)
Ursachen und Übertragungswege
Der Barberpilz wird häufig durch kontaminierte Werkzeuge wie Rasiermesser, Scheren oder Kämme übertragen, die nicht ausreichend desinfiziert wurden. Auch wiederverwendete Handtücher oder Umhänge können eine Infektionsquelle darstellen. Kleine Hautverletzungen, die beim Rasieren entstehen, bieten dem Pilz eine ideale Eintrittspforte [1][3].
Professor Pietro Nenoff, Laborarzt und Experte für Dermatologie, betont: „Die steigende Zahl von Infektionen mit dem Pilz Trichophyton tonsurans ist ein richtiges Problem und erst in den letzten etwa drei Jahren aufgekommen. Es gibt einen stetigen Anstieg.“ Ursache der Infektionen sei mangelnde Hygiene und unzureichende Desinfektion etwa von Rasiergeräten [2].
Symptome
Die Infektion äußert sich durch:
- Rötungen und Schuppenbildung in der Bartregion,
- Juckreiz und entzündliche Hautveränderungen,
- in schweren Fällen Haarausfall oder eitrige Abszesse [1][4].
Behandlung
Die Behandlung erfolgt in der Regel mit topischen Antimykotika (Cremes oder Shampoos). Beispiele für solche Präparate sind Bifonazol (z.B. Canesten® Extra), Clotrimazol (z. B. Canesten®) oder Ketoconazol (z. B. Nizoral®). Bei schwereren Verläufen können auch systemische Antimykotika wie Terbinafin oder Itraconazol notwendig sein. Die Therapie dauert oft mehrere Wochen und sollte konsequent durchgeführt werden, um Rückfälle zu vermeiden [4][5][6].
Prävention
Um das Risiko einer Infektion zu minimieren, sollten Kunden auf die Hygienepraktiken in Barbershops achten. Dazu gehören:
- die Verwendung von desinfizierten Werkzeugen,
- frische Handtücher und Umhänge,
- sowie die Vermeidung von Besuchen bei offenen Hautverletzungen [1][3].
Fazit
Der Barberpilz ist eine ernstzunehmende, aber gut behandelbare Infektion. Eine frühzeitige Diagnose und konsequente Therapie sind entscheidend, um Komplikationen wie dauerhaften Haarausfall zu vermeiden. Gleichzeitig ist es wichtig, die Hygienestandards in Barbershops zu verbessern, um die Verbreitung dieser Infektion einzudämmen.
Literatur:
[1] Apotheken Umschau: Trichophyton tonsurans – Symptome und Behandlung. Verfügbar unter: https://www.apotheken-umschau.de/krankheiten-symptome/hautkrankheiten/hautpilz-trichophyton-tonsurans-nach-undercut-im-barbershop-wie-erkennen-und-behandeln-1125151.html eingesehen am 15.08.2025
[2] Pharmazeutische Zeitung: Hautpilz verbreitet sich über Scheren und Rasierklingen. Verfügbar unter: https://www.pharmazeutische-zeitung.de/hautpilz-verbreitet-sich-ueber-scheren-und-rasierklingen-148594/ eingesehen am 15.08.2025
[3] Deutsche Handwerkszeitung: Hautpilz – So verhindern Friseure und Barber die Ausbreitung. Verfügbar unter: https://www.deutsche-handwerks-zeitung.de/hautpilz-trichophyton-tonsurans-tipps-344893/ eingesehen am 15.08.2025
[4] DocCheck Flexikon: Trichophyton tonsurans – Diagnostik und Therapie. Verfügbar unter: https://flexikon.doccheck.com/de/Trichophyton_tonsurans eingesehen am 15.08.2025
[5] NetDoktor: Kopfpilz – Ursachen, Symptome, Behandlung. Verfügbar unter: https://www.netdoktor.de/krankheiten/hautpilz/kopfpilz/#wie-behandelt-man-kopfpilz eingesehen am 15.08.2025
[6] Kopfhautpilz – Symptome, Behandlung und Ursachen. Verfügbar unter: https://www.canesten.de/hautpilz/kopfpilz#Pilz eingesehen am 15.08.2025