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30.08.2017 | Leitthema | Ausgabe 11/2017

Der Ophthalmologe 11/2017

Kontrastempfindlichkeit und Sehschärfe bei Tieren

Zeitschrift:
Der Ophthalmologe > Ausgabe 11/2017
Autor:
Dr. W. M. Harmening

Zusammenfassung

Hintergrund

Grundlegende räumliche Sehleistungen visueller Systeme lassen sich insbesondere durch ihre Kontrastempfindlichkeit und Sehschärfe charakterisieren.

Fragestellung

Wie verhalten sich diese Größen bei Menschen und Tieren im Vergleich?

Material und Methoden

Es erfolgt die Auswertung der bisher beschriebenen Kontrastsensitivitätsfunktionen sowie maximaler Sehschärfe ausgewählter Taxa unter Berücksichtigung von Messmethoden, Sehbedingungen und allometrischen Analysen.

Ergebnisse

Die Kontrastempfindlichkeitsfunktion bei Tieren und Menschen entspricht einem umgekehrten „U“. Ihre Lage und Höhe sind teilweise sehr unterschiedlich mit z. B. maximaler Kontrastsensitivität bei 5 Zyklen/Grad beim Menschen und 0,1 Zyklen/Grad bei der Maus. Generell korreliert die Körpergröße in erster Näherung sehr gut mit der maximalen Sehschärfe. Linsenaugen haben die besten optischen Eigenschaften und sind in ihrer Auflösung bei gleichbleibenden geometrischen Verhältnissen anderen Augentypen überlegen. Die maximale Sensitivität und Sehschärfe ist bei tagaktiven Arten höher als bei nachtaktiven Arten. Menschen befinden sich sowohl bei der Kontrastempfindlichkeit als auch der Sehschärfe am oberen Ende des Spektrums.

Schlussfolgerung

Trotz der teils sehr unterschiedlichen optischen, anatomischen und neurophysiologischen Strukturen bei Tieren und Menschen werden funktionelle Parallelen deutlich. Unter Berücksichtigung physikalischer und optischer Limitationen sind sie primär Anpassungen an ihnen gemeinsame evolutionäre Notwendigkeiten.

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