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22.08.2017 | Originalien | Ausgabe 9/2017

Der Ophthalmologe 9/2017

Ophthalmologische Versorgung in Seniorenheimen

Die OVIS-Studie

Zeitschrift:
Der Ophthalmologe > Ausgabe 9/2017
Autoren:
P. P. Fang, A. Schnetzer, D. G. Kupitz, A. P. Göbel, T. Kohnen, T. Reinhard, B. Lorenz, H. Hoerauf, L. Wagenfeld, G. Auffarth, F. Schaub, H. Thieme, B. von Livonius, F. Alten, A. Robering, C. Brandl, F. Ziemssen, F. Krummenauer, F. G. Holz, R. P. Finger
Wichtige Hinweise
Ergebnisse aus diesem Manuskript wurden im Rahmen des Internationalen Kongresses der Deutschen Ophthalmochirurgen (DOC, 11. Mai 2017) sowie im Rahmen des Annual Meeting of the Association for Research in Vision and Ophthalmology (ARVO, 8. Mai 2017) präsentiert.

Zusammenfassung

Hintergrund und Fragestellung

Aufgrund der demografischen und gesellschaftlichen Entwicklung ist die Anzahl der Menschen höheren Lebensalters gestiegen, die in Seniorenheimen vollstationär gepflegt werden. Mit dem Wechsel in ein Heim wird die ärztliche Versorgung komplizierter; verschiedene regionale Studien weisen insbesondere auf eine ambulante fachärztliche Unterversorgung hin. Vor diesem Hintergrund wurde in dieser Studie die aktuelle ophthalmologische Versorgung in Seniorenheimen in Deutschland untersucht.

Methoden

Diese prospektive, multizentrische Querschnittstudie wurde durch 14 Studienzentren in Deutschland im Zeitraum von 2014 bis 2016 durchgeführt. Insgesamt wurden Bewohner von 32 Einrichtungen nach Genehmigungen durch die zuständigen Ethikkommissionen untersucht. Die standardisierte augenärztliche Untersuchung beinhaltete Anamnese, Refraktion, Visusbestimmung, Tonometrie, Spaltlampenuntersuchung und Funduskopie in Mydriasis. Alle Untersuchungen fanden jeweils vor Ort in den Heimen statt. Der augenärztliche Behandlungsbedarf wurde charakterisiert, und die Daten wurden deskriptiv und mittels logistischer Regression ausgewertet.

Ergebnisse

Insgesamt wurden 600 Bewohner (434 Frauen und 166 Männer) zwischen 50 und 104 Jahren untersucht. Für 368 Personen (61%) ergab sich ein ophthalmologischer Befund, der eine weitere Behandlung erforderte. Zu den häufigsten Diagnosen des Vorderabschnitts zählten eine visusrelevante Katarakt (315; 53%), Veränderungen der Augenlider (127; 21%), Benetzungsstörungen (57; 10%) und Nachstar (43; 7%). Bei 63 (11%) Bewohnern zeigte sich ein Glaukomverdacht, und bei 55 (9%) bestätigte sich die Diagnose eines vorbekannten Glaukoms, welches jedoch bei einem Drittel unzureichend oder gar nicht therapiert wurde. Funduskopisch zeigten sich bei 236 Bewohnern (39%) Zeichen einer altersabhängigen Makuladegeneration (AMD). Lediglich 52% der Senioren waren innerhalb der letzten 5 Jahre augenärztlich untersucht worden. 39% der Bewohner gaben an, dass sie sich aktuell nicht in der Lage sehen würden, einen Augenarzt zu konsultieren. Insgesamt wurden 3,7% der untersuchten Bewohner von den Studienärzten als bettlägerig eingestuft. Berichtete Hürden waren vorwiegend Transport und fehlende Unterstützung/Begleitung.

Schlussfolgerung

Die vorliegende Erhebung zeigt ein erhebliches ophthalmologisches Versorgungsdefizit in deutschen Seniorenheimen. Neue bzw. eine Erweiterung derzeitiger Versorgungsmodelle sind dringend notwendig.

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