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16.11.2016 | Schwerpunkt | Ausgabe 4/2016

Somnologie 4/2016

Schlaf, Kindlein, schlaf?

Eine Inhaltsanalyse von Elternratgebern zu Schlafproblemen bei Babys

Zeitschrift:
Somnologie > Ausgabe 4/2016
Autoren:
Dipl.-Psych. J. Kanis, M. Sc. Psychologie V. Link, M. Sc. Psychologie C. Dippon, Prof. Dr. Dipl.-Päd. N. Becker, Prof. Dr. Dipl.-Psych. Dipl.-Biol. A. Kübler

Zusammenfassung

Ziel der Arbeit

Frühkindliche Schlafprobleme und -störungen können sowohl für die Entwicklung des Kindes als auch für die elterliche Gesundheit teils gravierende Folgen haben. Hilfe versprechen diverse Elternratgeber. Über deren Inhalte liegen bislang keine wissenschaftlichen Analysen vor. In der vorliegenden Arbeit wurde deshalb eine Auswahl deutscher Erziehungsratgeber anhand verschiedener Kategorien inhaltlich betrachtet.

Material und Methoden

Auf amazon.de wurden mit den Suchbegriffen „Eltern“ und „schlafen“ 1800 Treffer erzielt. Hieraus wurden 31 Bücher ausgewählt, die sich an Eltern von Babys mit Schlafproblemen bis zum 1. Lebensjahr richten. Sechs dieser Bücher wurden einer Feinanalyse nach den Kategorien „Argumentation“ und „wissenschaftliche Fundierung“ unterzogen und auf dieser Basis abschließend kritisch bewertet.

Ergebnisse

Die Autoren der analysierten Ratgeber lassen sich hinsichtlich ihrer Argumentation in zwei Gruppen einteilen: Während die einen zum Bedsharing, also dem gemeinsamen Schlafen der Eltern mit dem Kind, raten, befürworten die anderen die Methode der graduierten Extinktion, die auf den amerikanischen Kinderarzt R. Ferber zurückgeht. Bezüglich der wissenschaftlichen Fundierung der Ratgeber waren große Unterschiede festzustellen: In einigen gibt es sehr wenige bis gar keine Angaben zu Quellen und verwendeter Literatur. Auch hinsichtlich weiterführender Informationen für Eltern variierten die Bücher deutlich.
In ihrer abschließenden kritischen Bewertung konnten die Autorinnen nur für einen der sechs analysierten Ratgeber eine Empfehlung aussprechen, von zwei raten sie ab. Die verbleibenden drei Ratgeber werden neutral bewertet.

Diskussion

Die untersuchten Ratgeber unterscheiden sich sowohl inhaltlich als auch qualitativ deutlich. Ein Ansatzpunkt für künftige Forschung könnte sein zu untersuchen, wie Eltern die Ratgeber tatsächlich nutzen. Erst vor diesem Hintergrund wäre eine Argumentation möglich, ob ein stärkerer Informationsaustausch zwischen Wissenschaft und Ratgebergenre hilfreich und notwendig wäre.

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