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13.12.2016 | Originalien | Ausgabe 10/2017

Der Ophthalmologe 10/2017

Transkorneale Elektrostimulation bei primärem Offenwinkelglaukom

Zeitschrift:
Der Ophthalmologe > Ausgabe 10/2017
Autoren:
T. Röck, L. Naycheva, G. Willmann, B. Wilhelm, T. Peters, E. Zrenner, K. U. Bartz-Schmidt, F. Gekeler, PD Dr. med. A. Schatz

Zusammenfassung

Neuere Berichte über die Wirksamkeit transkornealer elektrischer Stimulation bei Patienten und Versuchstieren mit neurodegenerativen Augenerkrankungen veranlassten uns zur Durchführung einer wissenschaftlichen Untersuchung der Elektrostimulation bei primärem Offenwinkelglaukom (POWG). Die Zielparameter unserer Studie waren die Erfassung von möglichen unerwünschten Ereignissen sowie die Wirksamkeit der transkornealen Elektrostimulation (TES) durch Bestimmung subjektiver und objektiver Parameter der Sehfunktion. Es wurden 14 Patienten in 3 Gruppen randomisiert aufgeteilt und mit 0 % (Scheinstimulation, n = 5), 66 % ( n = 5) oder 150 % ( n = 4) ihrer individuellen Schwelle für elektrisch ausgelöste Phosphene über 6 Wochen 1‑mal wöchentlich für 30 min stimuliert. Es konnten keine schwerwiegenden unerwünschten Ereignisse festgestellt werden; die Verträglichkeit der TES mittels DTL-Elektroden war insgesamt gut. Die Entwicklung einer papillären Randblutung eines scheinstimulierten Auges wurde als einziges unerwünschtes Ereignis verzeichnet. Zusammenfassend konnte nur ein signifikanter Unterschied der intraindividuellen Veränderungen zur Basisuntersuchung zwischen den Gruppen erfasst werden. Der Augeninnendruck in der 66 % stimulierten Gruppe war signifikant höher als in der Scheinstimulationsgruppe ( p = 0,04), jedoch fanden wir keine signifikanten Unterschiede zur 150 %-Gruppe (weder Scheinstimulation vs. 150 % noch 66 % vs. 150 %). Der Unterschied (mittlere Differenz zur Anfangsuntersuchung −2,33 mm Hg für die Scheinstimulationsgruppe und 0,97 mm Hg für die 66 %-Gruppe; REML) war klinisch nicht relevant. Alle anderen Untersuchungen, insbesondere das Gesichtsfeld, erbrachten keine signifikanten Unterschiede. Es konnte gezeigt werden, dass TES mittels DTL-Elektroden bei Patienten mit POWG zu keinen unerwünschten oder schwerwiegenden unerwünschten Ereignissen in den stimulierten Gruppen führte. Die Anwendung der TES für Patienten mit POWG ist momentan jedoch nur unter Studienbedingungen zu empfehlen.

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