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29.01.2021 | Sprunggelenkfraktur | Leitthema | Ausgabe 3/2021

Der Unfallchirurg 3/2021

Fraktur des posterioren Malleolus

Ein Paradigmenwechsel

Zeitschrift:
Der Unfallchirurg > Ausgabe 3/2021
Autoren:
Prof. Dr. T. Mittlmeier, Dr. M. Saß, Dr. M. Randow, Dr. A. Wichelhaus
Wichtige Hinweise

Redaktion

H. Polzer, München
S. Rammelt, Dresden

Zusammenfassung

Sprunggelenkfrakturen mit Beteiligung des hinteren Kantenfragments haben eine ernste Prognose. Die klassische Konzeption, das hintere Kantenfragment in Abhängigkeit von der Größe, wie sie im seitlichen Röntgenbild imponiert, als finalen Schritt der operativen Rekonstruktion zu adressieren, wird der anatomischen und biomechanischen Relevanz dieses Frakturelements nicht gerecht. Intraartikuläre Stufen oder eine Dislokation des posterioren Kantenfragments ≥ 2 mm, imprimierte intermediäre Fragmente, eine Frakturbeteiligung der Inzisur oder die Instabilität der Sprunggelenkgabel beeinflussen das Rekonstruktionsergebnis sowie das funktionelle und radiomorphologische Outcome unabhängig von der Fragmentgröße. Eine valide Beurteilung dieser Parameter ist nur mithilfe einer präoperativen CT-Untersuchung mit multiplanarer 2D- und 3D-Rekonstruktion des posterioren Kantenfragments möglich. Hierauf baut die Klassifikation des posterioren Kantenfragments nach Bartoníček et al. auf. Diese bildet die Basis der präoperativen Analyse der Frakturkomponenten und die Richtschnur für die Indikation zum operativen Vorgehen. Das individuelle Frakturmuster erlaubt Hinweise auf die geeignete Zugangswahl bzw. die Kombination geeigneter Zugänge und die Operationstaktik. Über die posterioren Zugänge ist eine bessere Sicht zur anatomischen Reposition des posterioren Kantenfragments unter Berücksichtigung aller vorgenannten Facetten möglich. Dieser Schritt steht im Zentrum und oftmals am Anfang der operativen Rekonstruktionsmaßnahmen. Zudem sind die direkte Reposition und dorsale Fixierung des posterioren Kantenfragments akkurater und stabiler als eine indirekte Reposition und Zugschraubenosteosynthese von anterior. Eine additive temporäre Transfixation der Syndesmose wird oftmals entbehrlich.

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