Skip to main content
main-content

06.11.2018 | Originalien | Ausgabe 1/2019 Open Access

Der Unfallchirurg 1/2019

Stellenwert der Unfallchirurgie für die Notaufnahmen einer deutschen Millionenstadt – Eine Auswertung von 524.716 Notfallpatienten

Zeitschrift:
Der Unfallchirurg > Ausgabe 1/2019
Autoren:
Univ.-Prof. Dr. med. P. Biberthaler, L. Förschner, C. Gehring, H. Trentzsch, K.-G. Kanz, S. Prückner
Wichtige Hinweise

Redaktion

W. Mutschler, München
H. Polzer, München
B. Ockert, München

Zusammenfassung

Hintergrund

Die Zukunft der Notaufnahmen in Deutschland wird einerseits durch ansteigende Patientenzahlen, demografische Veränderungen und die Entwicklung neuer Behandlungskonzepte und andererseits durch aktuelle Gesetzgebungen und Sachverständigengutachten geprägt. In Bezug auf Umfang und Art von unfallchirurgischen Krankheitsbildern liegen bisher jedoch kaum Daten vor.

Material und Methode

Die vorliegende deskriptive, epidemiologische Studie erfasste alle Patienten, die sich zwischen dem 01.07.2013 und dem 30.06.2014 in einer der 14 Notaufnahmen in München vorstellten. Von insgesamt 524.716 Fällen wurden 393.587 in die vorliegende, prospektiv geplante Subgruppenanalyse eingeschlossen. Fälle, die sich in Spezialabteilungen wie z. B. Frauen- oder Augenkliniken vorstellten (59.523) oder für die keine Diagnose dokumentiert war (71.606), wurden ausgeschlossen. Die Zuordnung zum Fachgebiet Unfallchirurgie bzw. Orthopädie ergab sich aus den Diagnosen der Kapitel „Verletzungen, Vergiftungen und bestimmte andere Folgen äußerer Ursachen“ bzw. „Krankheiten des Muskel-Skelett-Systems und des Bindegewebes“ der ICD-10.

Ergebnisse

Von den 393.587 eingeschlossenen Patienten wurden 169.208 wegen eines unfallchirurgischen bzw. orthopädischen Krankheitsbildes behandelt (43 %). 134.507 Fälle wurden ambulant geführt (79 %) und 34.701 Fälle am Behandlungstag stationär aufgenommen (21 %). Verletzungen des Kopfes bestanden bei 29.920 aller unfallchirurgischen Krankheitsbilder (18 %). 34.143 der unfallchirurgischen Patienten erlitten Frakturen (20 %). Außerdem wurden 24.367 tiefe Wunden versorgt (14 %). An Werktagen wurden zwischen 8 Uhr und 10 Uhr bis zu 47 Patienten/h und zwischen 13 Uhr und 15 Uhr bis zu 36 Patienten/h behandelt. Am Wochenende verteilen sich die meisten Patienten zwischen 11 Uhr und 19 Uhr.

Schlussfolgerung

Die vorliegende Untersuchung analysiert erstmals anhand von mehr als 500.000 Notfällen die Häufigkeit von Diagnosen entsprechend den unterschiedlichen Fachgebieten. Der Unfallchirurgie bzw. Orthopädie sind 43 % der eingeschlossenen Notfälle zuzuordnen. Diese Patienten stellen sich rund um die Uhr in den Notaufnahmen vor und erfordern deshalb die permanente Verfügbarkeit eines entsprechenden Facharztes. Nur so sind einerseits zeitnahe unfallchirurgische Versorgung und andererseits fachgerechte Entscheidungen in Bezug auf Operationsindikation und stationäre Aufnahme gewährleistet. Für die Notaufnahme ist somit die unfallchirurgische Kompetenz essenziell.

Unsere Produktempfehlungen

Der Unfallchirurg

Print-Titel

Fortbildung für Unfallchirurgen und Chirurgen, State-of-the-art Reviews zu aktuellen Themen und CME - Evidenzbasierte Medizin zum Punkte sammeln

e.Med Interdisziplinär

Kombi-Abonnement

Mit e.Med Interdisziplinär erhalten Sie Zugang zu allen CME-Fortbildungen und Fachzeitschriften auf SpringerMedizin.de.

Jetzt e.Med zum Sonderpreis bestellen!

Sichern Sie sich jetzt Ihr e.Med-Abo und sparen Sie 50 %!

e.Med Orthopädie & Unfallchirurgie

Kombi-Abonnement

Mit e.Med Orthopädie & Unfallchirurgie erhalten Sie Zugang zu CME-Fortbildungen der Fachgebiete, den Premium-Inhalten der dazugehörigen Fachzeitschriften, inklusive einer gedruckten Zeitschrift Ihrer Wahl.

Jetzt e.Med zum Sonderpreis bestellen!

Sichern Sie sich jetzt Ihr e.Med-Abo und sparen Sie 50 %!

Literatur
Über diesen Artikel

Weitere Artikel der Ausgabe 1/2019

Der Unfallchirurg 1/2019 Zur Ausgabe