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01.09.2009 | Leitthema | Ausgabe 9/2009

Der Urologe 9/2009

Stellenwert der Urinzytologie in der Diagnostik von High-grade-Urotheltumoren*

Zeitschrift:
Der Urologe > Ausgabe 9/2009
Autoren:
C. Niedworok, V. Rembrink, O.W. Hakenberg, C. Börgermann, R. Rossi, T. Schneider, M. Becker, T. Szarvas, C. von Ostau, A. Swoboda, H. Rübben, F. vom Dorp
Wichtige Hinweise
In Zusammenarbeit mit der Sektion Urinzytologie und uringebundene Tumordiagnostik der DGU.
*Dieser Beitrag ist eine Originalpublikation und aus formalen Gründen im Leitthema eingeordnet.

Zusammenfassung

Die Urinzytologie ist ein nichtinvasives Instrument zur Charakterisierung von Urothelkarzinomen der ableitenden Harnwege. Um die Genauigkeit der Urinzytologie für klinisch relevante High-grade- (G3-)Harnblasenkarzinome einzuschätzen, wurden 3 bundesweite Zytologieringversuche durchgeführt. Urinproben von 7 Patienten, 3 Patienten mit High-grade-Harnblasenkarzinomen und 4 Patienten mit Harnweginfektionen (HWI) wurden asserviert. Aus jeder gewonnenen Urinprobe wurden 1000 Zytologieobjektträger hergestellt. Sets aus 5 Objektträgern mit jeweils 2 malignen und 3 benignen Urinzytologien wurden an alle teilnehmenden Urologen versand.
Drei Ringversuche wurden zwischen 1998 und 2000 durchgeführt. Die Proben der ersten beiden Ringversuche waren identisch. Im III. Ringeversuch wurden 2 neue Präparate eingesetzt. Neben der Validität wurde mittels Cohens Kappa-Statistik für die ersten beiden Ringversuche die Reliabilität als Inter- und Intraobserver-Reliabilität berechnet. Aufgrund des Probenaustausches wurden für den III. Ringversuch nur die Spezifität und Sensitivität bestimmt. 335 niedergelassene Urologen nahmen am I., 329 am II. und 292 am III. Ringversuch teil. Die Sensitivität für G3-High-grade-Zytologien betrug 81,34% im I., 87,08% im II. und 85,1% im III. Ringversuch, die Spezifität lag bei jeweils 85,87%, 83,58% und 89,15%. Die Interobserver-Reliabilität zeigte im I. Rinversuch ein κ=0,58 und 0,59 im II. Ringversuch. Für 169 Teilnehmer des I. und II. Ringversuchs war die Berechnung der Intraobserver-Reliabilität möglich und zeigte im Durchschnitt ein κ=0,62. Die Resultate der 3 deutschlandweiten Urinzytologieringtests zeigen eine hohe Sensitivität in der Detektion von klinisch relevanten High-grade-Urothelkarzinomen. Die erreichten κ-Werte repräsentieren eine gute Übereinstimmung der zytologischen Beurteilung.

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