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30.09.2014 | Sonderheft 5/2014

MMW - Fortschritte der Medizin 5/2014

Stellenwert stark wirksamer Opioide aus Behandlersicht

Ergebnisse einer Querschnittbefragung von 4283 opioidverordnenden Ärzten

Zeitschrift:
MMW - Fortschritte der Medizin > Sonderheft 5/2014
Autoren:
Dr. med. Gerhard H. H. Müller-Schwefe, PD Dr. med. Michael A. Ü;berall
Wichtige Hinweise
This article is part of a supplement not sponsored by the industry.

Interessenkonflikt

Gerhard H. H. Müller-Schwefe erhielt finanzielle Zuwendungen und/oder Aufwandsentschädigungen in Form von Forschungsgeldern und/oder Beratungs-/Vortragshonoraren von Allergan Ltd., Almirall S.A., Grünenthal, Mundipharma, Pfizer, PharmAllergan, ProStrakan und TEVA. Michael A. Überall erhielt finanzielle Zuwendungen und/oder Aufwandsentschädigungen in Form von Forschungsgeldern und/oder Beratungs-/Vortragshonoraren von Almirall-Hermal, Archimedes, Bene-Arzneimittel, Grünenthal, Janssen-Cilag, MSD, Mucos, Mundipharma, Pfizer, PharmAllergan, ProStrakan und TEVA.

Zusammenfassung

Hintergrund:

Der Stellenwert stark wirksamer Opioide für die medikamentöse Versorgung chronisch schmerzkranker Menschen wird kontrovers diskutiert. Individuelle Erfahrungen aus der alltäglichen Anwendung kontrastieren mit den Daten wissenschaftlicher Untersuchungen, wobei systematische empirische Erhebungen fehlen.

Methode:

Einzeitige Querschnittbefragung opioidverordnender Ärzte zu verschiedensten Aspekten der Wirksamkeit und Verträglichkeit stark wirksamer Opioidanalgetika in der alltäglichen Praxis. Anonymisierte Auswertung in Form zusammenfassender Gruppenanalysen.

Ergebnisse:

Teilnahme von 4283 Ärzten mit einem kollektiven Erfahrungspool von 80 520 Behandlungsjahren. Opioidanalgetika als wichtigen Therapiebaustein dokumentierten bzgl. tumorbedingter Schmerzen 93,1% der Befragten, bzgl. degenerativer Gelenkerkrankungen 42,3%, bzgl. Kreuz-/Rückenschmerzen 23,5% und bzgl. neuropathischer Schmerzen 18,1%. Keine Indikation sahen die befragten Ärzte bei Fibromyalgie und Kopfschmerzen. Im Indikationsgebiet Kreuz-/Rückenschmerzen wurden Opioidanalgetika als Mittel der ferneren Wahl bewertet, deren Einsatz zeitlich (mehrheitlich auf 3–6 Monate) befristet vorwiegend im Rahmen einer Kombinationstherapie mit anderen medikamentösen und nichtmedikamentösen Verfahren erfolgt. Häufigste unerwünschte Arzneimittelwirkung (UAW) in der Dauertherapie ist mit 49,1% die Obstipation, gefolgt von Müdigkeit (26,6%), Mundtrockenheit (22,7%) und Leistungsabfall (17,8%). 34,6% der Patienten benötigen wegen opioidbedingter UAW eine medikamentöse Zusatztherapie, 15,2% brechen die Opioidbehandlung wegen intolerabler UAW vorzeitig ab.

Schlussfolgerung:

In dieser weltweit umfangreichsten, systematischen Ärztebefragung werden stark wirksame Opioidanalgetika als sinnvolle und (meist) wirksame, jedoch auch nebenwirkungsträchtige Alternative zur Behandlung chronischer Schmerzen charakterisiert, deren gezielter vorübergehender Einsatz bei der Mehrzahl der Patienten mit einer relevanten Verbesserung von Schmerz, Funktionalität und Lebensqualität einhergehen kann.

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Literatur
Über diesen Artikel

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