Skip to main content
main-content

16.05.2019 | Leitthema Open Access

Stellenwert von Kontraktionsmitteln bei der postpartalen Hämorrhagie

Zeitschrift:
Der Gynäkologe
Autoren:
Prof. Dr. Irene Hösli, MM Dr. med. Johanna Büchel
Wichtige Hinweise

Redaktion

R. Zimmermann, Zürich
K. Vetter, Berlin

Zusammenfassung

Die Häufigkeit der postpartalen Hämorrhagie (PPH) nimmt zu, verursacht vor allem durch atone Blutungen. In bis zu 60 % tritt eine verstärkte Nachblutung ohne Vorliegen von Risikofaktoren auf, sodass bei jeder Frau unmittelbar postpartal eine engmaschige Überwachung notwendig ist, um frühzeitig die vermehrte Blutung zu erkennen und zu handeln. Als kontraktionsfördernde Medikamente stehen Oxytocin, der Oxytocinagonist Carbetocin, die Prostaglandine E2 und E1, wie Sulprostol und Misoprostol, sowie Methylergometrin zur Verfügung. Zur Prävention der PPH werden nach Geburt des Kindes 3–5 Einheiten Oxytocin in einer Kurzinfusion gegeben. Nach Sectio steht auch Carbetocin, ein Oxytocinagonist mit längerer Halbwertzeit, zur Verfügung. Dadurch können bis zu 79 % der verstärkten Blutungen post partum im Hochrisikokollektiv verhindert und auf den Einsatz weiterer Uterotonika verzichtet werden. Die präventive Gabe ist einer der Pfeiler im „patient blood management“, reduziert den Blutverlust signifikant und vermeidet so unnötige Bluttransfusionen. Uterotonika haben hämodynamisch relevante Nebenwirkungen, wie Abfall des mittleren arteriellen Blutdrucks, Reflextachykardie und Erhöhung des bereits in der Schwangerschaft erhöhten Herzminutenvolumens. Dies muss bei kardial vorerkrankten oder instabilen Patientinnen im hämorrhagischen Schock berücksichtigt werden. Bei der Behandlung der PPH schlägt der D‑A-CH-Algorithmus neben dem Monitoring ein Stufenkonzept vor, bei dem in erster Linie Oxytocin bzw. Oxytocinagonisten allein oder in Kombination mit Prostaglandinen verwendet werden. Uterotonika werden ebenfalls additiv zur Förderung der Kontraktilität in Kombination mit mechanischen oder chirurgischen Maßnahmen zur Behandlung der PPH eingesetzt.

Unsere Produktempfehlungen

Der Gynäkologe

Print-Titel

Praxisrelevante und fundierte Fortbildung
Das Fortbildungsorgan der DGGG
Vom Wissen angrenzender Fachgebiete profitieren
Mit spannenden Falldarstellungen lernen

e.Med Interdisziplinär

Kombi-Abonnement

Mit e.Med Interdisziplinär erhalten Sie Zugang zu allen CME-Fortbildungen und Fachzeitschriften auf SpringerMedizin.de. Zusätzlich können Sie eine Zeitschrift Ihrer Wahl in gedruckter Form beziehen – ohne Aufpreis.

e.Med Gynäkologie & Urologie

Kombi-Abonnement

Mit e.Med Gynäkologie & Urologie erhalten Sie Zugang zu CME-Fortbildungen der beiden Fachgebiete, den Premium-Inhalten der Fachzeitschriften, inklusive einer gedruckten gynäkologischen oder urologischen Zeitschrift Ihrer Wahl.

Literatur
Über diesen Artikel

Neu im Fachgebiet Gynäkologie und Geburtshilfe

Meistgelesene Bücher aus dem Fachgebiet

2014 | Buch

Perikonzeptionelle Frauenheilkunde

Fertilitätserhalt, Prävention und Management von Schwangerschaftsrisiken

Ein Praxisbuch für alle, die in der Beratung und Betreuung von Schwangeren und Paaren mit Kinderwunsch tätig sind. Die Herausgeber und Autoren haben alle wichtigen Informationen zusammengetragen, um Frauen sicher zu beraten, zu betreuen und kompetent Verantwortung zu übernehmen.

Herausgeber:
Christian Gnoth, Peter Mallmann

2019 | Buch

Praxisbuch Gynäkologische Onkologie

Dieses kompakte und praxisrelevante Standardwerk richtet sich alle Ärzte in Klinik und Praxis, die Patientinnen mit bösartigen Tumoren des Genitales und der Mamma behandeln. Die 5. Auflage wurde komplett aktualisiert und auf der Basis …

Herausgeber:
Prof. Dr. Edgar Petru, Dr. Daniel Fink, Prof. Dr. Ossi R. Köchli, Prof. Dr. Sibylle Loibl

Mail Icon II Newsletter

Bestellen Sie unseren kostenlosen Newsletter Update Gynäkologie und bleiben Sie gut informiert – ganz bequem per eMail.

Bildnachweise