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30.04.2020 | Stillen, Säuglingsnahrung, Beikost | CME | Ausgabe 6/2020 Open Access

Monatsschrift Kinderheilkunde 6/2020

Stillen und Stillberatung

Was Pädiater/-innen über Stillen und Laktation wissen und kommunizieren sollten

Zeitschrift:
Monatsschrift Kinderheilkunde > Ausgabe 6/2020
Autoren:
MD, IBCLC A.Univ.-Prof. Dr. D. Karall, IBCLC G. Nindl, MD, IBCLC I. Zittera, IBCLC A. Bier, MD, IBCLC G. von der Ohe, DI, IBCLC M. Guóth-Gumberger, MD Dipl. oec. troph. S. Scholl-Bürgi
zum Fragebogen im Kurs
Wichtige Hinweise

Wissenschaftliche Leitung

R. Berner, Dresden
B. Koletzko, München
A. Schuster, Düsseldorf
W. Sperl, Salzburg

Zusatzmaterial online

Die Online-Version dieses Beitrags (https://​doi.​org/​10.​1007/​s00112-020-00911-1) enthält Zusatzmaterial unter „Supplementary Material“: Kurz- und Langzeitauswirkungen von Stillen auf mütterliche und kindliche Gesundheit“. Online-Volltextarchiv: https://​www.​springermedizin.​de/​monatsschrift-kinderheilkunde

Lernziele

Nach Lektüre dieses Beitrags
  • kennen Sie die wissenschaftlichen Hintergründe zu Stillen und Muttermilchernährung.
  • verstehen Sie die Situationen rund ums Stillen und können sowohl stillende wie auch nichtstillende Mütter/Eltern informieren und beraten.
  • verstehen Sie die physiologischen Verhaltensmuster von Säuglingen und ziehen die korrekten Schlüsse und Empfehlungen daraus.
  • erkennen Sie an, dass Stillen, Muttermilchernährung und Formulanahrung (Säuglingsfertignahrung auf Kuhmilchbasis) nicht gleichwertig sind und können kompetent darüber informieren.
  • können Sie fundiert über Kurz- und Langzeitauswirkungen von Stillen auf kindliche und mütterliche Gesundheit aufklären.

Einleitung

Dass Stillen und Ernährung mit Muttermilch der Standard für Säuglinge ist, ist lange akzeptiert. Dass Stillen auch auf Mütter und die Gesellschaft Auswirkungen hat, findet in den letzten Jahren Eingang in die medizinisch wissenschaftliche Literatur. Im Jahr 2016 wurde den individuellen, wirtschaftlichen und gesellschaftspolitischen Kurz- und Langzeitauswirkungen von Stillen und Muttermilchernährung in der Zeitschrift Lancet ein ganzes Heft gewidmet [ 1, 2, 3, 4]. Obwohl Pädiater/-innen unmittelbar mit dem Thema befasst sind, mangelt es oft an ausreichender wissenschaftlich fundierter Kenntnis auf dem Gebiet des Stillens [ 5, 6], um Eltern so zu informieren, dass sie ihre individuelle und informierte Entscheidung über die Form der Ernährung ihrer Kinder treffen können. Stillen ist kein Instinkt; es ist sozial erlerntes Verhalten [ 7], daher ist ausreichende Kenntnis über die physiologischen Verhaltensmuster von Säuglingen notwendig, um Mütter/Eltern z. B. bei auftretenden Problemen wie „zu wenig Milch“ (empfundener Milchmangel) aufklären und unterstützen zu können.
Mütter/Eltern erachten Ärzte/Ärztinnen als kompetent in Stillfragen [ 7] und leiden unter einer nichteinheitlichen Information („jeder sagt mir etwas anderes“; [ 8]). Dieser Beitrag fasst die wichtigsten wissenschaftlichen Hintergründe rund ums Stillen/Muttermilchernährung zusammen, damit Pädiater/-innen die Situationen von Müttern und Kindern rund ums Stillen verstehen und sowohl stillende wie auch nichtstillende Mütter/Eltern kompetent informieren und beraten können.
Kasuistik 1
Eine 38-jährige Mutter (Erstgravida [1 G]/Primapara [1 P], Z. n. sekundärer Sectio) stellt sich 5 Tage nach der Entlassung aus dem Krankenhaus wegen massiver beidseitiger Schmerzen beim Stillen in der Stillambulanz vor. Das Kind ist 9 Tage alt, Geburtsgewicht 3850 g, niedrigstes Gewicht am 2. Lebenstag 3570 g, Entlassungsgewicht am 6. Lebenstag 3930 g, aktuelles Gewicht 4090 g. Es wird ausschließlich gestillt, etwa 10- bis 12-mal/Tag altersentsprechend ad libitum angelegt. Die Mutter berichtet, sie sei bereits mit leicht wunden Mamillen entlassen worden. Die nachbetreuende Hebamme habe ihr zu lokaler Applikation von Dexpanthenolcreme geraten. Die Schmerzen hätten allerdings in den letzten Tagen so zugenommen, dass sie sich bereits vor dem Anlegen des Kindes fürchte und das Stillen fast nicht mehr erträglich sei. Im Pflegebericht der Krankengeschichte waren bereits wunde Mamillen und eine Abnahme des Körpergewichts beim Neugeborenen von mehr als 7 % dokumentiert. Die visitierenden Ärzte hatten am 2. Tag post partum: „stillt gut“ und am Tag 6 „stillt“ vermerkt. Bei der gynäkologischen Entlassungsuntersuchung am Tag 6 war der Zustand der Mammae und Mamillen nicht extra dokumentiert, allerdings waren im Entlassungsbrief die „Mamillen bds. mit Rhagaden“ angeführt und auch richtig codiert (ICD-10 O92.1). Neun Tage post partum, am Tag der Vorstellung in der Stillambulanz, zeigen sich an den beidseitigen Mamillen ulzerierende Wunden, links etwas mehr als rechts (Abb.  1a, b). Bei der Beobachtung einer Stillmahlzeit wird eine suboptimale Anlegetechnik festgestellt (der Mund des Säuglings ist nicht weit genug geöffnet; es wird wenig Brustgewebe erfasst; die Lippen sind nicht nach außen gestülpt). Unter Angabe von Schmerzen beim Stillen kommt es dennoch zur Auslösung des Milchspendereflexes bei der Mutter mit Zeichen des Milchtransfers zum Kind. Nach dem Stillen weisen die Mamillen neben den Ulzerationen auch Zeichen der zu starken Kompression (Verformung der Mamille) auf.
Prozedere (s. Abschn. „Probleme mit der laktierenden Brust – Schmerzen beim Stillen, wunde Mamillen, Milchstau, Mastitis“): Der Mutter wird als Erstes bestätigt, dass das Neugeborene gut gedeiht. Es hat zwar initial über 7 % des Gewichts abgenommen, aber am Tag 6 das Geburtsgewicht überschritten und nimmt entlang der Perzentile zu. Anschließend wird die Mamillenwundpflege schrittweise etabliert und auf Analgesie geachtet (z. B. Paracetamol oder Ibuprofen, 3‑ bis 4‑mal täglich, wenn möglich 20 min vor dem Stillen). Im weiteren Verlauf wird der Mutter eine verbesserte und evtl. alternative Anlegetechniken gezeigt.
Kasuistik 2.
Mutter, 28 Jahre, G 1/P 1; Spontanpartus 39 + 4 SSW. Das Kind wird ausschließlich gestillt und gedeiht laut medizinischer Beurteilung gut, allerdings hat es in den ersten 3 Lebensmonaten nur 120 g/Woche zugenommen (physiologisch ist in den ersten beiden Monaten mindestens eine Gewichtszunahme von 170 g/Woche). Mit der Zeit zeigt das Kind ein zunehmend unruhiges Trinkverhalten an der Brust, sodass die Mutter die Stillambulanz aufsucht. Das Kind wiegt mit 4,5 Monaten 4970 g und ist damit unter die 3er-Perzentile abgefallen. Es werden die Diagnosen sekundäre Hypogalaktie und Gedeihstörung des gestillten Säuglings gestellt sowie aufgrund des dringenden Bedarfs, eine weitere Gewichtsabnahme zu vermeiden, sofort ein Zufüttern mit Formulanahrung an der Brust mithilfe eines Brusternährungssets während des Stillens begonnen (Abb.  2). Unter der Anleitung zu häufigem Anlegen, kurzfristigem Zufüttern von Formulanahrung mithilfe des Brusternährungssets und Steigerung der Milchmenge durch das häufige Anlegen stellen sich die ausreichende Gewichtsentwicklung und Normalisierung des Trinkverhaltens ein. Schließlich ist ausschließliches Stillen möglich, und die altersgerechte Einführung von Beikost bei entsprechenden Signalen des Kindes kann erfolgen.

Muttermilch – ein Traumprodukt

Muttermilch ist in ihrer Zusammensetzung zu jedem Zeitpunkt der Stillzeit ideal auf das Kind abgestimmt, und fördert das optimale Gedeihen, die Entwicklung und die Gesundheit. Die Zusammensetzung der Muttermilch wird beeinflusst durch das Stadium der Laktation (Tab.  1), das Gestationsalter und die Reife des Kindes, die Dauer einer Stillmahlzeit sowie das Stillverhalten des Babys, hingegen nur in vergleichbar geringem Maß durch die Ernährung der Mutter [ 7].
Tab. 1
Stadien der Laktation. (Nach Lawrence und Lawrence [ 7])
Stadium
Dauer
Was passiert?
Steuerung
Inhalt
Laktogenese I
Mitte der Schwangerschaft bis zum 2. Tag post partum
Differenzierung der Alveolarzellen von Epithel- zu sekretorischen Zellen
Endokrin
Kolostrum
Laktogenese II
3.–8. Tag post partum
Beginn der reichlichen Milchbildung (Milcheinschuss)
Endokrin
„Transitorische Muttermilch“
Laktogenese III
(Galaktopoese)
Ab Tag 9 post partum
Phase der Laktationserhaltung
Autokrin
„Reife Muttermilch“
Abstillen/Entwöhnung
Beginnt mit der Einführung von zusätzlicher Nahrung
In der Abstillzeit tritt die immunologische Komponente der Muttermilch wieder mehr in den Vordergrund: ähnlich wie beim Kolostrum ist die Konzentration von Immunglobulinen (IgA), Lysozym und Laktoferrin höher
Autokrin
Eiweißkonzentration steigt
Involution
Circa 40 Tage nach dem Abstillen
Rückbildung des Drüsengewebes
IgA Immunglobulin A
Die Hauptnährstoffe der Muttermilch (Laktose, Fette, Proteine) werden in den milchbildenden Zellen der Brustdrüse, Laktozyten, synthetisiert und daraus sezerniert. Die Laktozyten entwickeln und spezifizieren sich während der Schwangerschaft unter dem Einfluss von Prolaktin.

Kolostrum

Kolostrum wird bereits während der Schwangerschaft und in den ersten Tagen nach der Geburt gebildet. Es enthält besonders hoch konzentrierte Immunglobuline u. a. immunmodulierende Proteine, z. B. IgA, Laktoferrin und Lysozym. Wegen des hohen Zellgehalts (Abb.  3) ist es dickflüssig; die Farbe oft gelblich (β-Karotin). Kolostrum enthält im Vergleich zu reifer Muttermilch höhere Konzentrationen an Vitamin A, Vitamin E und Mineralstoffen. Es regt u. a. die Ausscheidung des Mekoniums an, fördert das Wachstum von Lactobacillus bifidus und hat eine stabilisierende Wirkung auf die Blutzuckerkonzentration [ 7, 11]. Daraus leitet sich die Empfehlung der Kolostrumgabe bei Neugeborenen zur Hypoglykämieprävention ab (AWMF-Leitlinie: Betreuung Neugeborener diabetischer Mütter [ 12]). Konkret würde diese Empfehlung bei einem 5  h alten gesunden reifgeborenen Baby mit einem gemessenen Blutzuckerwert von 40 mg/dl (2,2 mmol/l) lauten, dass die Mutter ihr Baby stillen und ggf. dazu wecken sollte. Eine Stunde nach dem Stillen sollte die Blutzuckerkonzentration wieder kontrolliert werden.
Die initiale Kolostrummenge, die das Neugeborene pro Stillmahlzeit am ersten Tag erhält, beginnt mit ca. 2–7 ml beim ersten Stillen. Am 3. Tag sind 20 ml und mehr pro Stillmahlzeit zu erwarten [ 14]. Die wichtigste Voraussetzung für eine kontinuierliche physiologische Steigerung der Milchmenge pro Mahlzeit ist häufiges Anlegen von Anfang an, weil die damit verbundene Entleerung der Brust das Signal für die neuerliche Milchbildung ist [ 7].
Merke
Die Etablierung der Milchbildung erfolgt durch häufiges Anlegen des Säuglings mindestens 10- bis 12-mal/Tag vom ersten Tag an.

Reife Muttermilch

Der Eiweißgehalt der Muttermilch ist im Vergleich zu der Milch anderer Säugetiere niedrig (0,9–1,0 g/100 ml), angepasst an die Wachstumsanforderungen des Säuglings und belastet Nieren und Kreislauf des Kindes nicht. Der Molkeanteil enthält wichtige immunspezifische Stoffe wie z. B. Immunglobuline, Laktoferrin, α‑Lactalbumin, Albumin und Lysozym, und auch Lipasen (antiinfektiv), Zytokine (antiinflammatorisch; z. B. Interleukin 10) oder Prostaglandine (antiinflammatorisch; [ 7]).
Die Laktose als Kohlenhydrat in der Muttermilch deckt konstant ca. 40 % des Energiebedarfs des Säuglings; ihr Gehalt wird und kann durch die Ernährung der Mutter nicht beeinflusst werden [ 7]. Neben Laktose sind kleinere Mengen weiterer Kohlenhydrate vorhanden, die humanen Muttermilcholigosaccharide: Es wurden bereits 400 verschiedene oligomere Kohlenhydrate identifiziert; diese wirken antibakteriell und fördern die Entwicklung einer gesunden Darmflora ([ 14]; Abb.  4).
Merke
Muttermilch und Formulanahrung sind aufgrund der Inhaltsstoffe nicht gleichwertig.
Fett ist der größte Kalorienlieferant (50–55 % des Energiebedarfs) in der Muttermilch und der Bestandteil, der am stärksten variiert. Der Fett- und damit Kaloriengehalt steigt mit der Entleerung der Brust deutlich an. Der Kaloriengehalt von Muttermilch kann von etwa 60 kcal/100 ml am Beginn einer Stillmahlzeit bis zu 95 kcal/100 ml gegen Ende der Stillmahlzeit betragen [ 17, 18].
Muttermilch enthält zelluläre Komponenten, vorrangig Makrophagen (zur Phagozytose) und Lymphozyten [ 17]. Im Kolostrum beträgt die Zahl der Zellen ca. 4000/mm 3 oder µl, das entspricht ca. 4 Mio. in 1 ml. Es sind etwa gleich viele Zellen wie im peripheren Blut enthalten ([ 7]; Abb.  3).

Einfluss der Ernährung der Mutter

In Bezug auf die Zusammensetzung der Nährstoffe und deren Verhältnis zueinander ist Muttermilch äußerst stabil und wird im Regelfall in stets gleichbleibender Qualität zur Verfügung gestellt [ 7, 19]. Die biochemische Zusammensetzung der Muttermilch hängt ab vom Stadium der Laktation, der Tageszeit, dem Zeitpunkt innerhalb einer Stillmahlzeit, ob das Baby ein Frühgeborenes war, vergleichsweise wenig aber von der mütterlichen Ernährung. Probleme mit der Zusammensetzung der Muttermilch treten erst dann auf, wenn die Mutter ausgeprägt unterernährt ist oder eine sehr restriktive Diät durchführt. Unterernährte Mütter bilden ungefähr die gleichen Anteile an Protein, Fett und Kohlenhydraten wie gut ernährte Mütter, haben aber weniger Milch. Nur sehr wenige Inhaltsstoffe der Muttermilch lassen sich durch die Ernährung der Mutter beeinflussen, am relevantesten sind Eisen, Jod und Vitamin D; der Gehalt an wasserlöslichen Vitaminen wie Ascorbinsäure, Thiamin und Vitamin B 12 wird durch eine unzureichende Ernährung schnell beeinträchtigt [ 7, 19, 20].
Der Jodgehalt der Muttermilch korreliert mit der Jodzufuhr durch die Ernährung der Mutter [ 21] und ist essenziell für die Entwicklung der kindlichen Schilddrüse, weshalb eine ausreichende Versorgung der Mutter sicherzustellen ist. In Deutschland und Österreich soll die Mutter laut Empfehlung während der Stillzeit Jod mit 100 µg täglich supplementieren [ 19].
Der Vitamin-D-Gehalt der Muttermilch kann durch die Ernährung der Mutter beeinflusst werden [ 20].
Bei einer vegetarischen/veganen Ernährungsweise der Mutter bestehen erhöhte Risiken für Mangelerscheinungen bei Mutter und Kind, weshalb diese in der Schwangerschaft und Stillzeit nicht empfohlen wird. Wenn die Mutter sich trotzdem dafür entscheidet, ist es essenziell, dass sie ihre Ernährung durch entsprechende Supplementierung (stets Vitamin B 12, wünschenswert mit anderen Mikronährstoffen wie z. B. Vitamin B 6 und Zink) ergänzt. Eine umfassende Ernährungsberatung ist in jedem Fall anzuraten [ 19, 22].
Merke
Die Zusammensetzung von Muttermilch wird nur in vergleichbar geringem Maß durch die Ernährung der Mutter beeinflusst ( cave: ausgeprägte mütterliche Unterernährung oder restriktive Ernährungsweise).
Aus den Unterschieden in der Zusammensetzung von Muttermilch und Formulanahrung leitet sich die Empfehlung der WHO zur Reihenfolge der Ernährungsarten bei Säuglingen ab [ 23]. Diese sieht als erste Wahl das Stillen vor, als zweite Wahl die Fütterung mit Milch der eigenen Mutter, als dritte Wahl die Fütterung mit Frauenmilch und schließlich als vierte Wahl die Fütterung mit Formulanahrung. Im deutschsprachigen Raum bereitet die Verfügbarkeit von Frauenmilch Probleme. Es gibt nur vereinzelt Humanmilchbanken, die Frauenmilch für Termingeborene kommerziell anbieten; dadurch ist der Preis hoch (7–10 €/l). Da aber immer mehr Mütter nach dieser Alternative fragen, ist es wichtig, dass auch Pädiater sie kennen und adäquat dazu Stellung nehmen können. Frauenmilch muss bestimmte Qualitätsstandards erfüllen. Ein Erwerb von Frauenmilch über Internetforen kann diese nicht garantieren und kann daher nicht empfohlen werden. Für Frühgeborene ist die Fütterung mit Frauenmilch medizinisch indiziert, daher verfügen praktisch alle Neonatologien, die (kleine) Frühgeborene betreuen, über interne Frauenmilchbanken, um die Ernährung mit humaner Milch zu gewährleisten, falls keine Muttermilch zur Verfügung steht.
Wichtig ist die Erkenntnis, dass auch kürzeres Stillen oder Teilstillen Vorteile für Mutter und Kind hat (Dosis-Wirkung-Prinzip von Stillen; s. Abschn. Kurz- und Langzeitauswirkungen von Stillen auf kindliche und mütterliche Gesundheit).
Selbstverständlich benötigen auch Frauen, die nach informierter Entscheidung nicht stillen möchten oder können, ebenso eine ausreichende Beratung und Begleitung für die Auswahl der geeigneten Nahrung und Art der Fütterung. Prinzipiell ist Pre-Nahrung als einzige Formulanahrung über den gesamten Zeitraum bis zur Einführung von Kuhmilch empfohlen. Andere Milchstufen (1er, 2er) sind nicht erforderlich. Die Flaschenfütterung sollte unter Berücksichtigung der Stimulation aller Sinne erfolgen und gewisse Kriterien erfüllen (z. B. Seitenwechsel, Blickkontakt, Füttern nach Bedarf u. Ä.). Informationen dazu geben z. B. die „Ratgeber Flaschensauger – was kann vom Stillen abgeschaut werden“ [ 24] und „Braucht mein Baby einen Schnuller“ [ 25].

Physiologie der Laktation

Das Wissen rund um die physiologischen Vorgänge der Laktation ist Voraussetzung für eine kompetente Beratung und fachliche Einschätzung (Tab.  1).
Die Laktogenese I beginnt mit ca. 16 Schwangerschaftswochen, d. h., dass bereits präpartal Milch gebildet wird. Mit der Plazentaloslösung beginnt der Abfall von Progesteron; Prolaktin als Schlüsselhormon der Laktogenese stimuliert nun ungehindert die Laktozyten. Gleichzeitig wird der Abstand zwischen den Alveolarzellen in der Brustdrüse durch Schluss der „tight junctions“ geringer [ 17]. Gekennzeichnet sind diese Vorgänge durch die initiale Brustdrüsenschwellung – im Volksmund auch „Milcheinschuss“ genannt. Die Schwellung ist durch eine vermehrte Ansammlung von Lymphflüssigkeit im Gewebe bedingt und kennzeichnet die Laktogenese II. Etwa in den ersten 2 Wochen etabliert sich die Bildung der reifen Milch. Dieser anfangs nur endokrin gesteuerte Vorgang wird zunehmend zu einem autokrinen Prozess, d. h., dass sich die Milchproduktion nach Häufigkeit und Grad der Entleerung richtet. Milch, die in der Alveole verbleibt, reduziert die Nachbildung der Milch über das milchhemmende Protein „feedback inhibitor of lactation“ (FIL). Steigt die Konzentration des FIL in den Alveolen, verlangsamen die Laktozyten die Milchbildung. Über die folgenden 4 bis 6 Wochen kommt es zur weiteren Reifung der milchbildenden Strukturen; die Milchbildung wird gesichert ( Laktogenese III; Tab.  1).
Merke
  • Das Saugen des Kindes an der Brust stimuliert die Ausschüttung von Prolaktin (und Oxytozin).
  • Es spielt gemeinsam mit der Entleerung der Brust die maßgebliche Rolle für die Milchmenge sowie die Etablierung und Aufrechterhaltung der Laktation.
Neben Prolaktin ist Oxytozin für das Stillen essenziell. Oxytozin wird durch Stimulation der Mamille und des Brustgewebes pulsierend ausgeschüttet und ist für das Auslösen des Milchspendereflexes („let down reflex“) verantwortlich. Durch die Kontraktion der Myoepithelialzellen rund um die Alveolen wird die Milch aus den Alveolarräumen in die Milchgänge gepresst und entleert ([ 17]; Tab.  2).
Tab. 2
Empfehlungen zu Stilldauer (D-A-CH und WHO, AAP, ESPGHAN)
   
Referenz
Ernährungskommission der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ)
Stillen ohne Zufütterung ist für fast alle Säuglinge in den ersten 4 bis 6 Lebensmonaten die angemessene Ernährung. Auch kürzeres Stillen oder teilweises Stillen mit Zufütterung von Säuglingsanfangsnahrung ist sinnvoll
[ 26]
Ernährungskommission der Österreichischen Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde (ÖGKJ)
Je nach individueller Entwicklung des Kindes soll um den 6. Lebensmonat, nicht vor Beginn des 5. Monats (17 Lebenswochen) bzw. nach Ende des 6. Monats (26 Lebenswochen) mit Beikost begonnen werden. Auch wenn das Baby Beikost bekommt, soll weitergestillt werden, solange Mutter und Kind es wollen
[ 27, 28]
Ernährungskommission der Schweizer Gesellschaft für Pädiatrie (SGP)
… schließt sich den Empfehlungen der ESPGHAN-Ernährungskommission an und empfiehlt eine individuell angepasste Einführung der Beikost frühestens im 5. und spätestens im 7. Lebensmonat sowie Stillen nach Einführen der Beikost so lange weiterzuführen, wie Mutter und Kind dies möchten
[ 29]
World Health Organisation (WHO)
Ausschließliches Stillen während der ersten 6 Monate, d. h. keine andere Nahrung oder Flüssigkeit, danach neben geeigneter Beikost bis zum Ende des 2. Lebensjahres und darüber hinaus
[ 30]
American Academy of Pediatrics (AAP)
„Exclusive breastfeeding for about 6 months, followed by continued breastfeeding as complementary foods are introduced, with continuation of breastfeeding for 1 year or longer as mutually desired by mother and infant“
[ 13]
European Society for Paediatric Gastroenterology Hepatology and Nutrition (ESPGHAN)
Ausschließliches Stillen während der ersten 6 Monate ist ein wünschenswertes Ziel, aber auch teilweises Stillen oder kürzeres ausschließliches Stillen sind wertvoll
[ 31]
D‑A-CH Deutschland, Österreich, Schweiz

Physiologische Verhaltensmuster des Säuglings

Neugeborene und Säuglinge zeigen unabhängig von der Art der Ernährung (Stillen oder mit Flasche) folgende physiologische Verhaltensmuster:
  • „clusterfeeding“ oder „Lagerfeuerstillen“,
  • Stillfrequenzen,
  • Schlafverhalten des Säuglings,
  • Entwicklungsschübe,
  • Saugverhalten des Säuglings.
Diese Verhaltensmuster zu kennen ist essenziell, um nicht vorschnell die (meist nichtkorrekte) Schlussfolgerung zu ziehen, dass die Mutter z. B. „zu wenig Milch“ produziert. Auf den physiologischen Verhaltensmustern des Säuglings baut sich die Beratung zum Stillbeginn und danach auf.

Bausteine des guten Stillbeginns

Ein guter Stillbeginn sichert die Selbstwirksamkeit von Mutter und Kind und ermöglicht die erfolgreiche, stabile, andauernde Stillbeziehung. Dafür sind mehrere Faktoren entscheidend; verschiedene Bausteine können und sollen in unterschiedlicher Intensität eingesetzt werden, um das Stillen gut zu etablieren. Manche dieser Bausteine werden nur bei Schwierigkeiten zur Unterstützung benötigt, andere bilden die Basis jeder Stillbeziehung. Zur Beurteilung des Stillbeginns und um ergänzende sinnvolle Bausteine und Maßnahmen auszuwählen, sind beobachten und reflektieren der Gesamtsituation in jeder Phase wichtig. Entscheidend für die Mutter ist zu erfahren, dass Pädiater/-innen sie und ihr Kind beraten und unterstützen sowie ggf. den Kontakt zu einer kompetenten Stillberatung („international board certified lactation consultant“, IBCLC) herstellen, die weiterführende Informationen zu den einzelnen Inhalten geben kann.

„Bonding – self-attachment“

Der direkte ununterbrochene Hautkontakt („skin-to-skin“) unmittelbar nach der Geburt ist essenziell, um sowohl die Bindung als auch das Stillen von Anfang an optimal zu fördern [ 32, 33]. Das gesunde Termingeborene findet in 9 instinktiv angeborenen Schritten die Brust selbstständig (Self-attachment; [ 32]). Alle (unnötigen) Eingriffe können das Stillen und das Bindungsverhalten in den ersten Stunden nach der Geburt empfindlich stören und haben weitreichende Auswirkungen auf die Mutter-Kind-Interaktion [ 32, 33]. Bonding und Self-attachement sind auch während einer operativen Geburt möglich und wünschenswert (Bonding bei Sectio; [ 34]), ebenso ist der direkte Hautkontakt bei (extremen) Frühgeborenen so schnell wie möglich nach der Geburt und unter Aufsicht eines Neonatologen/Neonatologin anzustreben. Selbstverständlich steht die Gesundheit von Mutter und Kind im Vordergrund, allerdings ist zu bedenken, dass die Gesundheit des Kindes in hohem Maß davon abhängt, dass die Mutter eine starke Bindung entwickelt und dadurch sicherer und kompetenter in der Versorgung des Kindes wird. Bonding ist eine wichtige Grundlage für das weitere Leben, unabhängig davon, ob das Kind gestillt oder mit der Flasche ernährt wird. Falls die „golden hour“ nach der Geburt nicht für das Bonding genutzt werden konnte, ist ein späteres Bonding immer möglich und erstrebenswert („rebonding“, [ 32, 33]).

Anlegen und intuitives Stillen

Das korrekte Anlegen und eine gute Stillposition von Anfang an ermöglichen effektives Saugen und Gedeihen des Säuglings und beugen Problemen vor (wie z. B. wunden, schmerzenden Mamillen; unangenehme Brustdrüsenschwellung, Milchstau, Mastitis; Unruhe und schlechtes Gedeihen des Neugeborenen; frühe Zufütterung; Zweifel der Mutter an ihrer Kompetenz; [ 8, 35]).

Stillfrequenzen und -menge, Clusterfeeding

Häufiges und uneingeschränktes Stillen von Anfang an (ca. 8- bis 12-mal/24 h) entspricht dem natürlichen Verhalten eines Neugeborenen und sichert eine stabile Milchbildung [ 7, 17]. Portionsgrößen und Abstände zwischen den Stillmahlzeiten variieren im Tagesverlauf (Clusterfeeding; Abb.  5). Durchschnittlich trinkt ein Säugling etwa 4 Wochen nach der Geburt konstant 700–800 ml; diese Menge Muttermilch wird gebildet. Während die Mengen bei der Flaschenfütterung kontinuierlich steigen, bleiben die aufgenommene Nahrungsmenge und damit auch die Zufuhr von Eiweiß über die Monate des ausschließlichen Stillens gleich (Prävention von Übergewicht und Diabetes mellitus; [ 36]).
Vor allem in den ersten Wochen kommt es regelmäßig zu sog. Clusterfeeding-Episoden (meist in den frühen Abendstunden), in denen der Säugling über mehrere Stunden in sehr kurzen Abständen kleine Stillmahlzeiten einnimmt, unterbrochen von kurzen Schlafpausen. Häufiges Wechseln der Seite, an der das Kind stillt, ist in dieser Phase typisch und unterstützt das erneute Auslösen eines Milchspendereflexes. Uneingeschränktes Stillen nach Bedarf, einschließlich Clusterfeeding-Phasen in den ersten Wochen, sichert die Milchbildung für die nächsten Monate und ermöglicht eine differenzierte Kommunikation zwischen Mutter und Kind (Bindungsförderung).

Nutritives und nonnutritives Saugen

Eine Stillmahlzeit besteht im Regelfall aus wechselnden Episoden von nutritivem und nonnutritivem Saugen, die durch den Säugling selbst gesteuert werden (Abb.  6). Beide Komponenten sind physiologisch sowie für eine gute Entwicklung des Kindes und eine stabile Stillbeziehung erforderlich.

Schlafverhalten

Säuglinge weisen im Vergleich zu Erwachsenen eine längere Tagesschlafzeit, aber höhere „Rapid-eye-movement“(REM)-Aktivität, daher häufigere und kurze statt weniger langer Schlafphasen auf (Abb.  7). Ein adultes Schlafmuster ist erst im Alter von etwa 3 Jahren ausgebildet. Körperkontakt und Saugen erleichtern das Einschlafen, oft schläft das Kind direkt an der Brust ein oder wird getragen, bis es schläft. Das gemeinsame Schlafen von Mutter und Kind in unmittelbarer Nähe und unter sicheren Bedingungen unterstützt den Aufbau einer stabilen Stillbeziehung und schützt zugleich vor dem „sudden infant death syndrome“ (SIDS; [ 37]).

Entwicklungsschübe (früher Wachstumsschübe)

Säuglinge wirken auch nach der Etablierung der Stillbeziehung öfter für einige Tage unruhiger und möchten „ununterbrochen“ gestillt werden. Wenn diesem Bedürfnis temporär entsprochen sowie der Mutter-Kind-Bindung und -Interaktion Zeit gewidmet wird, spielt sich der Alltag bald wieder ein. Viele Kinder erreichen im Anschluss Entwicklungsschritte/Meilensteine [ 36].
Merke
Die physiologischen Verhaltensmuster des Säuglings zu kennen, ist essenziell, um nicht vorschnell die (meist nicht korrekte) Schlussfolgerung zu ziehen, dass die Mutter „zu wenig Milch“ hat.

Stillschwierigkeiten/Gründe für vorzeitiges Abstillen

Empfundener Milchmangel – Gedeihen des Kindes

Ein gesundes Kind gedeiht perzentilenparallel (WHO-Wachstumskurven: [ 39]), nimmt in den ersten 3 Monaten zwischen 170 und 330 g/Woche zu, scheidet regelmäßig Harn und Stuhl aus und entwickelt sich altersentsprechend. Sind diese Eckpunkte gewährleistet, besteht kein Milchmangel, obwohl dies eine häufige Sorge der Eltern und der Familie ist [ 8, 36]. Die unterstützende bestärkende Beratung des/der Pädiaters/der Pädiaterin spielt daher eine wesentliche Rolle in der Erhaltung des Stillens. Wenn eine Mutter beispielsweise glaubt, zu wenig Milch zu haben, weil ihr 3 Wochen altes Baby bisher zwar gut zugenommen hat, seit einigen Tagen aber unruhiger ist und vermehrt weint, sollte erfragt werden, was sich im Alltag geändert hat bzw. wie der Alltag verläuft. Eine tatsächliche Einschränkung der Milchmenge ergibt sich häufig, wenn die Mutter wieder mit dem Rauchen beginnt. Beispielhaft ist die Situation, dass die Mutter auf Nachfrage angibt, durch ihre zwei älteren Kinder zusätzlich sehr in Anspruch genommen zu sein und aus Nervosität wieder zu rauchen begonnen hat.

Probleme mit der laktierenden Brust – Schmerzen beim Stillen, wunde Mamillen, Milchstau, Mastitis

Probleme der laktierenden Brust, wie wunde Mamillen oder Milchstau und Mastitis, führen häufig zum frühzeitigen Abbruch der Stillbeziehung. Wunde Mamillen entstehen durch Verletzungen mit oder ohne Infektionen. Fissuren, Hautabschürfungen, Rhagaden, Entzündungszeichen an Mamille und/oder Areola mammae, Schorfbildung sowie helle oder dunkle Flecken auf der Mamille, eitrige oder gelbe Beläge können vorliegen. Häufigste Ursachen sind eine ungünstige Stillhaltung und nichtkorrektes Ansaugen bzw. ein nicht physiologisches Saugverhalten des Kindes.
Das leitlinienkonforme Vorgehen sieht vor Beginn einer Therapie wunder Mamillen die Evaluation folgender Ursachen vor: Stilltechnik (Position und Frequenz), Saugtechnik des Kindes, Anwendung von Stillhilfsmitteln (Pumpen, Stillhütchen), anatomische Besonderheiten bei Kind und Mutter, psychische Faktoren und das Vorliegen einer verstärkten initialen Brustdrüsenschwellung [ 40].
Der Zustand der Mamillen ist entscheidend von Stilltechnik und -position abhängig. Beim Einsatz von Stillhilfsmitteln (wie Pumpen und Stillhütchen) ist auf deren korrekte Anwendung zu achten. Bei anatomischen Faktoren des Kindes (wie z. B. ein zu kurzes Zungen- oder Lippenband) soll eine kausale Therapie erfolgen. Neben dem korrekten Anlegen und Positionieren des Kindes unterstützen wechselnde Stillpositionen und Maßnahmen zur Auslösung des Milchspendereflexes ( Oxytozinmassage, auch Kolostummassage genannt) die Behandlung wunder Mamillen. Lokal wird die topische Verwendung von hochgereinigtem Lanolin empfohlen. Alkoholische Lösungen, Cremes oder Salben auf Paraffinbasis werden nicht empfohlen. Stilleinlagen sollen häufig gewechselt und luftdurchlässige Artikel bevorzugt werden. Kann das Kind aufgrund starker Schmerzen nicht angelegt werden, sollte die betroffene Brust, so häufig wie vorher gestillt wurde, manuell oder mechanisch effizient entleert werden, um das Auftreten eines Milchstaus oder einer Mastitis zu vermeiden.
Im Fall von wunden Mamillen ist neben der Händehygiene auch auf die sorgfältige Reinigung der Mamillen (unter Anwendung steriler Kochsalzlösung, pH-neutraler Seifenlösung oder eines Antiseptikums) zu achten. Sind die Mamillen infiziert, stellen sie ein hohes Risiko für eine Mastitis dar; hier sollte antibiotisch (vorzugsweise systemisch) therapiert werden.
Dieses leitlinienkonforme Vorgehen wurde auch in Kasuistik 1 angewandt. Bei tiefen beidseitigen ulzerierenden, wunden Mamillen durch suboptimale Anlegetechnik und Positionierung wurde zunächst aufgrund der starken Schmerzen beim Stillen eine Stillpause vereinbart. Die schmerzfreie Gewinnung von Muttermilch mithilfe einer elektrischen Pumpe mit Doppelpumpset erfolgte 8‑mal in 24 h. Die Mamillen wurden mit physiologischer NaCl-Lösung gereinigt, und anschließend wurde die topische Anwendung von hochgereinigtem Lanolin als Salbenverband unter Entlastung der Mamillen durch „Wiener-Donuts“ gewählt (Herstellung aus Gaze-Tupfern; [ 41]).
So wurde die Laktation aufrechterhalten, das Neugeborene wurde ausschließlich mit Muttermilch ernährt, und die wunden Mamillen heilten rasch ab. Es folgten erste Stillversuche an der intakten rechten Mamille mit Optimierung der Anlegetechnik. Parallel pumpte die Mutter an der linken Seite ab. Die Mamillen heilten unter diesem Regime (Wundbehandlung, Entlastung der Mamillen und Entleerung der Brust) vollständig ab, schließlich wurde das schmerzfreie ausschließliche Stillen mit perzentilengerechtem Gedeihen des Kindes erzielt.
Merke
  • Rasches Beantworten von Fragen und entsprechende Begleitung ermöglichen die erfolgreiche Stillbeziehung zwischen Mutter und Kind und beugen unfreiwilligem Abstillen vor.
  • Das rechtzeitige Hinweisen auf bzw. Hinzuziehen einer StillberaterIn („international board certified lactation consultant“, IBCLC) ist sinnvoll.

Medikamente in der Stillzeit

Da stillende Mütter von allen akuten und chronischen Erkrankungen betroffen sein können, die auch außerhalb der Stillzeit auftreten, ist die Frage nach den Auswirkungen von Infektionen und Medikamenten auf das gestillte Kind eine häufige und wichtige. Es existieren nur ganz wenige Ausnahmen, bei denen eine Infektion der Mutter die Trennung von Mutter und Kind notwendig macht; Abstillen ist so gut wie nie erforderlich. Wenn z. B. die Mutter eines 2 Monate alten ausschließlich gestillten Kind Kontakt mit Röteln hat, sollte sie weiterstillen, weil ohnehin von einer Infektion des Kindes ausgegangen werden kann. Der Säugling profitiert von den Antikörpern der Mutter, die über den enteromammären Kreislauf in die Milch gelangen.
Obwohl so gut wie in allen Medikamenteninformationen von einer Einnahme in der Stillzeit abgeraten wird, gibt es über mehrere Jahrzehnte gesammelte wissenschaftlich begründete Informationen zu Sicherheit und Wirksamkeit von Medikamenten in Schwangerschaft und Stillzeit [ 42]. Bei Unklarheiten kann und soll eine Nachfrage (Fachbuch, für medizinisches Fachpersonal auch Internetanfrage oder telefonische Anfrage möglich) erfolgen, bevor das am besten geeignete Medikament für die stillende Mutter ausgewählt wird.
Eine absolute Indikation zum Abstillen besteht äußerst selten, da es in praktisch allen wichtigen Medikamentengruppen „stillverträgliche“ Medikamente gibt. Tatsächliche Kontraindikationen bestehen nur vereinzelt, diese betreffen die Anwendung von Zytostatika und Radionukliden. Relative Kontraindikationen, die einer individuellen Abwägung der Situation (Dringlichkeit der Anwendung, Alter des Säuglings u. Ä.) und informierten Entscheidung der Mutter unterliegen, sind z. B. Kombinationstherapien mehrerer psychotroper Substanzen.
Bezüglich der möglichen Einnahme eines Medikament durch die stillende Mutter gelten folgende Grundregeln:
  • Stillende Frauen können krank werden. Eine stillende Mutter muss bei Bedarf medikamentös behandelt werden.
  • Nichtmedikamentöse Behandlungsoptionen erwägen.
  • Es sollen Medikamente ausgewählt werden, mit denen es schon ausreichend Erfahrungen gibt („alte Bekannte“ anstatt neuerer Medikamente).
  • Soweit möglich, soll eine Monotherapie angestrebt werden.
  • Eine notwendige (Langzeit‑)Therapie darf nicht abgesetzt werden.
Merke
  • Abstillen bei Medikamenteneinnahme der stillenden Mutter ist nur in Ausnahmefällen erforderlich.
  • Praktisch für alle Indikationen gibt es sichere und stillverträgliche Medikamente.

Kurz- und Langzeitauswirkungen des Stillens auf kindliche und mütterliche Gesundheit

Die unmittelbaren und nachhaltigen Effekte des Stillens bzw. die Auswirkungen des Nichtstillens und der Verabreichung von Formulanahrung auf die Gesundheit von Mutter und Kind, die Umwelt sowie die Wirtschaft sind in den letzten Jahrzehnten zahlreich wissenschaftlich untersucht und zusammengefasst worden [ 43, 44, 45, 46]. Dass Stillen/Ernährung mit Muttermilch für das Kind vorteilhaft ist, steht schon länger außer Zweifel. Wenn Kinder über mindestens 6 Monate gestillt werden, wird eine Risikominderung für späteres Übergewicht um etwa 25 % erreicht (Zusatzmaterial online: Tab. 4: Auswirkungen von Stillen). Weniger bekannt sind möglicherweise die Vorteile, die das Stillen für die Mutter hat.
Nichtquantifizierbar sind zurzeit die Schäden durch Nichtstillen. Muttermilch ist ein natürliches, erneuerbares Produkt, das ökologisch sicher ist und den „Konsumenten“ ohne Umweltverschmutzung erreicht. Muttermilchersatz hinterlässt jedoch einen ökologischen Fußabdruck. Er benötigt Energie zur Herstellung, Verpackungsmaterial, Treibstoff für die Auslieferung sowie Wasser, Energie und Reinigungsmittel bei der täglichen Anwendung. Es wird geschätzt, dass 4000 l Wasser für 1 l Formulanahrung verbraucht werden. In den USA werden für die Verpackung von Muttermilchersatznahrung jährlich 550 Mio. Dosen, 86.000 t Metall und 364.000 t Papier verbraucht [ 2].
Werden die Auswirkungen des Stillens in ihrer Gesamtheit betrachtet, lässt sich mit Recht sagen, dass gute Stillförderung durch eine kompetente Information und Beratung gelingen kann, und dass „Stillen die Welt gesünder, gerechter und klüger macht“ [ 1, 2, 3, 4].
Merke
  • Stillen hat sowohl unmittelbare wie auch nachhaltige Effekte auf die kindliche und mütterliche Gesundheit; körperlich und psychisch. Es stärkt die Bindung zwischen Mutter und Kind.
  • Stillen reduziert nicht nur die Sterblichkeit von Müttern und Kindern, es verhindert Erkrankungen und hinterlässt keinen negativen ökologischen Abdruck.
  • Stillen spielt nicht nur für das Individuum eine Rolle, sondern auch für die Umwelt und die Wirtschaft.

Weiterführende Informationen

Weiterführende Informationen finden sich auf den in Tab.  3 aufgeführten Internetseiten.
Tab. 3
Weiterführende fach- und themenspezifische Informationen
Europäisches Institut für Laktation und Stillen (EISL)
Academy of Breastfeeding Medicine (ABM)
European Lactation Consultants Alliance (ELACTA)
Berufsverband Deutscher Laktationsberaterinnen IBCLC (BDL)
Verband der Still- und LaktationsberaterInnen Österreichs IBCLC (VSLÖ)
Ernährungskommission der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ)
Ernährungskommission der Österreichischen Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde (ÖGKJ)
Baby Friendly Hospital Initiative (BFHI)
World Health Organisation (WHO)

Fazit für die Praxis

  • Stillen hat sowohl unmittelbare wie auch nachhaltige Effekte auf die kindliche und mütterliche Gesundheit, körperlich und psychisch. Es stärkt die Bindung zwischen Mutter und Kind.
  • Stillen reduziert das Morbiditäts- und Mortalitätsrisiko von Müttern und Kindern, es verhindert Erkrankungen und hinterlässt keinen negativen ökologischen Abdruck.
  • Stillen spielt nicht nur für das Individuum eine Rolle, sondern auch für die Umwelt und die Wirtschaft.
  • Die Etablierung der Milchbildung erfolgt durch regelmäßiges Anlegen (Stillen) des Säuglings mindestens 10- bis 12-mal/Tag (24 h) vom ersten Tag an.
  • Die physiologischen Verhaltensmuster des Säuglings zu kennen, ist essenziell, um nicht vorschnell die (meist nicht korrekte) Schlussfolgerung zu ziehen, dass die Mutter „zu wenig Milch“ hat.
  • In Bezug auf die Zusammensetzung der Nährstoffe und deren Verhältnis zueinander ist Muttermilch äußerst stabil und kann durch die Ernährung der Mutter nur in vergleichsweise geringem Maß beeinflusst werden, letzteres gilt aber für einige kritische Inhaltsstoffe wie beispielsweise Vitamin D, B 12, und Jod.
  • Stillen ist auch bei Medikamenteneinnahme der stillenden Mutter möglich, da es für praktisch alle Indikationen sichere und stillverträgliche Medikamente gibt.

Einhaltung ethischer Richtlinien

Interessenkonflikt

Gemäß den Richtlinien des Springer Medizin Verlags werden Autoren und Wissenschaftliche Leitung im Rahmen der Manuskripterstellung und Manuskriptfreigabe aufgefordert, eine vollständige Erklärung zu ihren finanziellen und nichtfinanziellen Interessen abzugeben.

Autoren

D. Karall: A. Finanzielle Interessen: Honorare und Kostenerstattungen im Rahmen der Tätigkeit als lehrende Universitätsprofessorin bei Fortbildungen für Kinderärztinnen und -ärzte, Laktationsberaterinnen und -berater sowie Allgemeinärztinnen und -ärzte, ca. 4‑mal jährlich. – B. Nichtfinanzielle Interessen: angestellte Fachärztin für Kinder- und Jugendheilkunde, Medizinische Universität Innsbruck, Department für Kinder- und Jugendheilkunde, Universitätsklinik für Pädiatrie, Bereich Angeborene Stoffwechselstörungen | Stellvertretende Klinikdirektorin der Klinik für Pädiatrie, Medizinische Universität Innsbruck | Präsidentin der Österreichischen Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde | Mitgliedschaften: Society for the Study of Inborn Errors of Metabolism, Arbeitsgemeinschaft für Pädiatrische Stoffwechselstörungen, Gesellschaft für Neuropädiatrie, Verband der Still- und LaktationsberaterInnen Österreichs, Ethikkommission der Medizinischen Universität Innsbruck. G. Nindl: A. Finanzielle Interessen: Honorare im Rahmen der Tätigkeit als Seminarleiterin in der Fortbildung von medizinischem Personal auf dem Gebiet des Stillens, als Referentin bei verschiedenen Tagungen und Kongressen, in der Fortbildung von Krankenhauspersonal in diversen Kliniken und als Stillberaterin in freier Praxis. – Bezahlter Berater/interner Schulungsreferent/Gehaltsempfänger o. Ä.: Gehalt als Direktorin des Europäischen Instituts für Stillen und Laktation. – B. Nichtfinanzielle Interessen: berufliche Tätigkeit: angestellte und freiberufliche Tätigkeit als Still- und Laktationsberaterin IBCLC, Arbeitgeber: Europäisches Institut für Stillen und Laktation (anerkannter, gemeinnütziger Verein in Osterreich) | Anbieten von Seminaren und Fortbildungsveranstaltungen auf dem Gebiet der Stillberatung, außerdem laufend Veröffentlichung von fachlichen Informationen und Artikeln zu allen Themen zur Still- und Laktationsberatung/-medizin | zurzeit in keinen Organisationen oder Berufsverbänden tätig. I. Zittera: A. Finanzielle Interessen: Honorare und Kostenerstattung im Rahmen der Tätigkeit als Referentin auf dem Gebiet Laktation für Krankenhäuser bzw. das Europäische Institut für Laktation und Stillen (ca. 6‑mal im Jahr). – B. Nichtfinanzielle Interessen: angestellte Ärztin, Oberärztin, Abteilung für Gynäkologie und Geburtshilfe, A. ö. Bezirkskrankenhaus Lienz, Lienz | Mitgliedschaften: Verband der Still- und LaktationsberaterInnen Österreichs, ÖGGG (Fachgesellschaft Gynäkologie und Geburtshilfe Österreich), Sprecherin der Sektion Babyfriendly im ONGKG. A. Bier: A. Finanzielle Interessen: Honorare im Rahmen der Tätigkeit als Dozentin in der Fortbildung von medizinischem Personal auf dem Gebiet des Stillens, als Referentin bei verschiedenen Tagungen und Kongressen sowie in der Fortbildung von Multiplikatorinnen – u. a. auch über das Netzwerk „Gesund ins Leben“ (Deutschland) und die Initiative „Richtig Essen von Anfang an“ (Österreich). – Als Angestellte des Europäischen Instituts für Stillen und Laktation: Gehalt | als selbstständig tätige Still- und Laktationsberaterin IBCLC: Honorar für die Beratung von Familien. – B. Nichtfinanzielle Interessen: berufliche Tätigkeit: angestellte und freiberufliche Tätigkeit als Still- und Laktationsberaterin IBCLC, Arbeitgeber: Europäisches Institut für Stillen und Laktation (anerkannter, gemeinnütziger Verein in Osterreich) | Anbieten von Seminaren und Fortbildungsveranstaltungen auf dem Gebiet der Stillberatung, außerdem laufend Veröffentlichung von fachlichen Informationen und Artikeln zu allen Themen zur Still- und Laktationsberatung/-medizin | ehrenamtliche Stillberaterin für La Leche Liga Deutschland bis Ende 2017 | zurzeit in keinen Organisationen oder Berufsverbänden tätig. G. von der Ohe: A. Finanzielle Interessen: Schulungsreferenten‑, Referenten- und Beraterhonorare im Rahmen der Tätigkeit als Referentin in der Fortbildung von medizinischem Personal auf dem Gebiet des Stillens, als Referentin bei verschiedenen Tagungen und Kongressen, als Gutachterin für babyfreundliche Einrichtungen in Deutschland sowie als Referentin in der Fortbildung von Krankenhauspersonal in diversen Kliniken. – B. Nichtfinanzielle Interessen: berufliche Tätigkeit: Ärztin in eigener Beratungspraxis als Still- und Laktationsberaterin IBCLC in Hamburg, tätig auf Honorarbasis beim Europäischen Institut für Stillen und Laktation (anerkannter, gemeinnütziger Verein in Osterreich), Gutachterin für babyfreundliche Krankenhäuser im Auftrag von ClarCert ( www.​clarcert.​com) für den Verein „Babyfreundlich“ in Deutschland | Mitgliedschaften: Ärztekammer Hamburg, Academy of Breastfeeding Medicine ( www.​bfmed.​org), Europäisches Institut für Stillen und Laktation ( www.​stillen-institut.​com), Berufsverband Deutscher Laktationsberaterinnen ( www.​bdi-stillen.​de), Verein „Babyfreundlich“ in Deutschland ( www.​babyfreundlich.​org). M. Guóth-Gumberger: A. Finanzielle Interessen: Honorare und Kostenerstattung im Rahmen der Tätigkeit als Lehrende auf Fortbildungen für Kinderärztinnen und -ärzte sowie Laktationsberater und -beraterinnen. – B. Nichtfinanzielle Interessen: IBCLC in freier Praxis, Lehrtätigkeit | Fachbuch- und Fachartikelautorin. S. Scholl-Bürgi: A. Finanzielle Interessen: Forschungsunterstützung von der Fa. Nutricia für die Studie „Erfassung von Daten zur Mikrobiota bei Propionacidämie“ (Propionic Acidemia Microbiota Data Collection, PAMDC). – Kostenerstattung für Vorträge sowie Teilnahme an Kongressen über ketogene Ernährungstherapien: Fa. Nutricia, Fa. Dr. Schär. – B. Nichtfinanzielle Interessen: angestellte Fachärztin für Kinder- und Jugendheilkunde, Tirol Kliniken, Department für Kinder- und Jugendheilkunde | Universitätsklinik für Pädiatrie, Bereich Angeborene Stoffwechselstörungen | Sekretärin der Österreichischen Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde | Mitgliedschaften: Ernährungskommission der Österreichischen Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde, Society for the Study of Inborn Errors of Metabolism, Arbeitsgemeinschaft für Pädiatrische Stoffwechselstörungen, Gesellschaft für Neuropädiatrie.

Wissenschaftliche Leitung

Die vollständige Erklärung zum Interessenkonflikt der Wissenschaftlichen Leitung finden Sie am Kurs der zertifizierten Fortbildung auf www.​springermedizin.​de/​cme.

Der Verlag

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Für diesen Beitrag wurden von den Autoren keine Studien an Menschen oder Tieren durchgeführt. Für die aufgeführten Studien gelten die jeweils dort angegebenen ethischen Richtlinien.
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