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22.06.2018 | Stillen, Säuglingsnahrung, Beikost | Leitthema | Ausgabe 8/2018 Open Access

Bundesgesundheitsblatt - Gesundheitsforschung - Gesundheitsschutz 8/2018

Fremdstoffe und Krankheitserreger in der Muttermilch

Ein Risiko für das Kind?

Zeitschrift:
Bundesgesundheitsblatt - Gesundheitsforschung - Gesundheitsschutz > Ausgabe 8/2018
Autoren:
Stephanie Padberg, Christoph Bührer, Juliane Menzel, Cornelia Weikert, Christof Schaefer, PD Dr. Klaus Abraham

Zusammenfassung

Obwohl Muttermilch die beste Ernährung in den ersten Lebensmonaten ist, können sich Risiken für den gestillten Säugling ergeben. Dieser Artikel gibt einen Überblick zur Relevanz von Fremdstoffen und Krankheitserregern in der Muttermilch für das gestillte Kind. Betrachtet werden Medikamente, Rauchen, Alkohol- bzw. Kaffeekonsum, persistente Umweltkontaminanten und Rückstände sowie Infektionen.
Bei angezeigter Arzneimitteltherapie lassen sich für die meisten Erkrankungen Medikamente finden, die keine längeren Stillpausen oder sogar Abstillen erfordern. Bei einer Langzeitbehandlung, insbesondere unter Kombinationstherapie, muss dies jedoch im Einzelfall geprüft werden. Auf Rauchen und den Konsum von Alkohol sollte in der Stillzeit verzichtet werden, während der Verzehr von bis zu zwei Tassen Kaffee täglich unproblematisch ist. Die gegenwärtigen Gehalte der in Deutschland relevanten Umweltkontaminanten und Rückstände in der Muttermilch sind als unbedenklich anzusehen; hier ist bemerkenswert, dass sich die vor mehr als 20 Jahren als kritisch betrachtete Dioxinbelastung bis heute um den Faktor 10 hat reduzieren lassen. Eine mütterliche Infektion mit dem Human Immunodeficiency-Virus (HIV) stellt in Ländern mit ausreichendem Hygienestandard eine der wenigen medizinischen Indikationen zum Abstillen dar.
Insgesamt sind die Risiken durch Fremdstoffe und Krankheitserreger in der Muttermilch beim ausschließlich gestillten Säugling in der Regel gering und stellen somit üblicherweise keinen Grund für längere Stillpausen oder ein Abstillen dar. Nur in wenigen Einzelfällen (bestimmte Medikamente, HIV-Infektion) ist ein Abstillen im Interesse der Gesundheit des Kindes zu empfehlen.

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