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Der Nervenarzt

Soziodemographische und klinische Daten bei GHB-Patient*innen– eine Beobachtungsstudie

Erschienen in:

Zusammenfassung

Hintergrund

Die Droge GHB (γ-Hydroxybutyrat) erfreut sich aufgrund seiner angstlösenden und stimulierenden Wirkung in der Drogenszene immer größerer Beliebtheit. Die Gefahr der Abhängigkeit und komplikationsreicher Entzugsverläufe ist hoch.

Ziele der Arbeit

Die vorliegende Studie soll Informationen zum soziodemographischen Hintergrund GHB-abhängiger Personen und deren Motiven zum Konsum erfassen. Ferner sollen Daten des klinischen Entzugsverlaufes erhoben und Risiken und Probleme identifiziert werden.

Material und Methoden

Eine Gruppe von 34 Patient*innen, die zur elektiven stationären Entzugsbehandlung von GHB aufgenommen worden waren, wurden konsekutiv in die Studie eingeschlossen. Die Teilnehmenden füllten einen semiquantitativen Fragebogen zur eigenen Suchtanamnese aus, ferner wurden Daten des klinischen Verlaufs ausgewertet. Die Patient*innen wurden nach den üblichen Therapiestandards der Klinik behandelt.

Ergebnisse

Das Kollektiv war überwiegend männlich, Mitte 30 und hatte einen eher guten Ausbildungsstand. Wenige Teilnehmende hatten Kinder oder eine feste Beziehung. Vor dem GHB hatten die Patient*innen andere Drogen ausprobiert bzw. eine Sucht bezüglich einer anderen Substanz entwickelt, insbesondere Amphetamine. Am GHB wurde besonders die entspannende und sexuell stimulierende Wirkung geschätzt. Der Bezug der Droge fand überwiegend über das Internet statt. Der klinische Verlauf des Entzuges war komplikationsreich, die Rate an Entzugsdelirien mit über 40 % sehr hoch.

Diskussion

Zur Verbesserung der Aufklärung und Prävention müssen noch mehr Kenntnisse über gefährdete Konsumentengruppen und den Verlauf der Suchtentwicklung gesammelt werden. Es müssen dringend Therapiestandards für den GHB-Entzug und die Delirprävention etabliert werden.
Titel
Soziodemographische und klinische Daten bei GHB-Patient*innen– eine Beobachtungsstudie
Verfasst von
Dr. med. Julia Martin
PD Dr. med. Peter Neu
Publikationsdatum
30.05.2025
Verlag
Springer Medizin
Erschienen in
Der Nervenarzt / Ausgabe 2/2026
Print ISSN: 0028-2804
Elektronische ISSN: 1433-0407
DOI
https://doi.org/10.1007/s00115-025-01838-2
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