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16.09.2019 | Störungen durch Kokain | Originalien | Ausgabe 1/2021

Rechtsmedizin 1/2021

Doping-Epidemiologie in Fitnessstudios im Großraum Würzburg

Befragung auf der Basis konventioneller Fragebogen und einer Online-Erhebung

Zeitschrift:
Rechtsmedizin > Ausgabe 1/2021
Autoren:
Prof. Dr. Dr. Dr. C. Raschka, A. Hoffmann, J. Andre

Zusammenfassung

Hintergrund

Der Leistungssport wird immer wieder von nationalen und internationalen Doping-Fällen erschüttert. Inzwischen ist die Einnahme von Doping-Substanzen allerdings auch unter Freizeitsportlern weit verbreitet, wie Untersuchungen aus Norddeutschland, Frankfurt a. M., Franken und Traunstein zeigen konnten.

Material und Methoden

Um den Doping-Konsum im Großraum Würzburg, einschließlich Kitzingens, zu erforschen, wurden 2015 zwei Untersuchungsmethoden eingesetzt: die konventionelle, direkte Fragebogentechnik in 7 Fitnessstudios und eine Online-Erhebung in 5 weiteren Fitnessstudios. Es wurde nach dem Konsum von legalen und illegalen Drogen, Nahrungsergänzungsmitteln und Doping-Substanzen gefragt. Die Zielgruppe sollte zuvor mindestens 6 Monate lang trainiert haben.

Ergebnisse

An der Fragebogenerhebung nahmen 284 Teilnehmer (180 ♂, 104 ♀) und an der Online-Erhebung 105 Teilnehmer (82 ♂, 23 ♀) teil. Es gaben 3,3 % (n = 6) der befragten Kraftsportler in der konventionellen Erhebung (ausschließlich Männer) sowie 7,3 % (n = 6) der männlichen und 4,3 % der weiblichen Befragten (n = 1) in der Online-Studie den Dopingmittel-Konsum zu. Bei den konsumierten Substanzen handelte es sich in beiden Kollektiven in erster Linie um anabole Steroide (konventionelle Erhebung: n = 5, 83,3 %; Online-Studie: n = 6, 85,7 %), gefolgt von den Stimulanzien (konventionelle Erhebung: n = 2, 33,3 %; Online-Studie: n = 2, 28,6 %). Außerdem fiel auf, dass verhältnismäßig viele Doping-Konsumenten auch illegale Rauschdrogen zu sich nahmen: in der Online-Studie Marihuana 4 (57,1 %) und Kokain ein Teilnehmer (14,2 %) sowie in der konventionellen Erhebung Marihuana 6 (100 %) und Kokain ein Teilnehmer (16,7 %).

Diskussion

Doping scheint bei gleicher Untersuchungsmethodik innerhalb Deutschlands in Franken und in Traunstein etwas weniger verbreitet zu sein als in Norddeutschland und Frankfurt a. M., was möglicherweise einem Stadt-Land-Gefälle oder auch regionalen Faktoren in den verschiedenen Bundesländern zuzuschreiben sein könnte. Hochgerechnet auf die hohe Zahl der Fitnessstudiobesucher insgesamt erscheinen allerdings schon Anteile zwischen 3,3 und 7 % von mutmaßlichen Dopingmittel-Konsumenten als äußerst bedenklich.

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